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Braunbär streift durch die Wildnis in Oberbayern

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So geht es den Flüchtlingen wirklich

Studie zum Gesundheitszustand von Geflüchteten veröffentlicht

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Landkreis - Immer wieder hört man, dass Flüchtlinge einen schlechten Gesundheitszustand aufweisen würden. Stimmt das? Das Wissenschaftliches Institut der AOK präsentiert nun eine Studie zur gesundheitlichen Situation von Geflüchteten.

Bisher gab es nur unzureichende Informationen über die gesundheitliche Situation von Geflüchteten, die die aus Syrien, dem Irak und Afghanistan in deutsche Aufnahmeeinrichtungen gekommen sind und hier leben.

Dank einer repräsentative Befragung, die das Wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) unter 2.021 Geflüchteten aus Syrien, dem Irak und Afghanistan durchgeführt hat, gibt es jetzt gesicherte Erkenntnisse.

Geflüchtete sind seltener chronisch krank

Demnach sind Geflüchtete im Vergleich mit der deutschen Wohnbevölkerung zwar seltener chronisch krank, schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand aber subjektiv deutlich schlechter ein. Mehr als drei Viertel aller Geflüchteten haben der Studie zufolge unterschiedliche Formen der Gewalt erlebt und sind dadurch gleich mehrfach traumatisiert. Hierzu zählen Kriegserlebnisse (60,4 Prozent) oder Angriffe durch Militär und Bewaffnete (40,2 Prozent). Bei jedem Dritten seien Angehörige oder nahestehende Verwandte verschleppt worden, verschwunden oder gewaltsam ums Leben gekommen.

Rund drei Viertel der Schutzsuchenden sind daher oft mehrfach traumatisiert. Im Vergleich zu Geflüchteten, denen diese Erlebnisse erspart blieben, berichten sie mehr als doppelt so oft über physische und psychische Beschwerden. Mehr als zwei Fünftel aller Befragten zeigen Anzeichen einer depressiven Erkrankung. Beim Gesundheitsverhalten zeigt sich im Vergleich zur deutschen Bevölkerung ein geringer Alkoholkonsum, jedoch wird häufiger geraucht und weniger Sport betrieben.

Die Studie zeigt außerdem, dass mehr als zwei Drittel der Befragten in den letzten sechs Monaten einen Arzt aufgesucht haben. Als häufigsten Gründe werden allgemeine Gesundheitsuntersuchungen genannt, gefolgt von akuten leichten Erkrankungen. Mehr als jeder zweite Patient äußerte sich zufrieden mit der medizinischen Behandlung.

Hier gibt es Probleme

Bürokratische Hindernisse, wie ein Behandlungsschein, beeinflussen die Zufriedenheit wie auch die Genesung: So berichten Geflüchtete mit Gesundheitskarte häufiger von einer Besserung ihres Gesundheitszustands nach medizinischer Behandlung als Patienten mit Behandlungsschein. Auch die sprachliche Barriere stellt eine Herausforderung dar: Mehr als jeder Zweite berichtet über große Schwierigkeiten in der Arztpraxis oder im Krankenhaus. 

Lebenszeitprävalenzen traumatischer Ereignisse – erwachsene Geflüchtete in Deutschland 2017/2018:

Haben Sie die nachfolgenden Ereignisse schon einmal selbst erlebt?

Ja/Nein-Abfrage (Anteil „Ja“-Nennungen in Prozent)

Anzahl Befragte

1.965

Kriegserlebnisse

60,4

Angriff durch Militär

40,2

Verschleppte, verschwundene Angehörige

34,8

Gewalterfahrungen im Zusammenhang mit Flucht

29,2

Foltererfahrung

19,0

Andere lebensbedrohliche Situationen

16,1

Lagerhaft, Geiselhaft, Isolationshaft

15,7

Zeuge von Folter, Tötungen, sexueller Gewalt

15,4

Gewaltsamer Tod wichtiger Bezugspersonen

15,4

Andere schwer belastende Ereignisse

11,9

Sexueller Angriff, Vergewaltigung

6,2

Nichts davon

22,5

Quelle: WIdO 2018

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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