Nach Brand in einer Recyclinganlage im Landkreis Landshut

"Wir sind knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt." - Landrat legt Betrieb still

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Mindestens 30 Feuerwehren kämpfen gegen die Flammen
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Wörth an der Isar - Großeinsatz für die Feuerwehren im Landkreis Landshut. In den Abendstunden ist in einem Recyclingbetrieb in Wörth an der Isar ein Brand ausgebrochen. Ein Schrotthaufen von  stand in Flammen. Gasflaschen, die sich darin befinden, explodierten.

UPDATE, 13.45 Uhr: Landrat Dreier legt den Betrieb still

Auf einer extra einberufenen Pressekonferenz erklärte Landshuts Landrat Peter Dreier, dass der Betrieb des Recyclingshofes bis auf weiteres stillgelegt wurde. Das berichtet der BR. Diese Konsequenz habe er gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Scheibenzuber getroffen, denn die Sicherheit der Menschen habe höchste Priorität. "Wir sind knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt.", so der Landrat gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

auf der Pressekonferenz war auch der leitende Notarzt Jürgen Königer anwesend. Er warnte davor, Radieschen, Salate und anderes Gemüse aus den Gärten in und rund um Wörth an der Isar zu verzehren, wie der BR weiter schreibt.

Am Mittwoch, den 5. Juni, um 18 Uhr, wird es eine Bürgerinformationsveranstaltung zu dem Brand geben.

Vorbericht

Nachts aus dem Bett zu hüpfen und zum Einsatz zu eilen ist für den einen oder anderen Feuerwehrler nichts ungewöhnliches, aber das eigene Bett nun gar nicht zu sehen, eher die Seltenheit. Doch so ging es in der Nach auf Dienstag (04.06.2019) über 300 Einsatzkräften der Wehren im Bereich Wörth an der Donau. Bereits gegen 20 Uhr am Montagabend (03.06.2019) brach hier in einem Recyclingbetrieb ein Feuer in einem großen Schrotthaufen aus. Zu dieser Zeit konnte sich noch keiner denken, dass es bis in die folgenden Morgenstunden dauern sollte, bis es endlich hieß: "Feuer aus"!

Bereits auf der Anfahrt war eine dunkle Rauchwolke über Industriegebiet an der Siemensstraße zu sehen. Sofort alarmieren di e anrückenden Kräfte weitere Wehren nach, denn es ist klar, hier wird nicht nur Manpower benötigt. Nach und nach rücken über 30 Feuerwehren an, darunter auch unter anderem die Werkfeuerwehren von BMW und dem Kernkraftwerk Isar, sowie die Berufsfeuerwehr München. Zusammen bekämpfen die Kameraden einen Schrotthaufen mit einer Größe von 30 auf 100 Meter und einer Höhe von rund 10 Metern.

Großeinsatz der Feuerwehren in Wörth an der Isar

Die Gefahr an dem Brand: Giftige Rauchgase, die sich je nach wechselnder Windrichtung unter anderem in bewohnte Bereiche von Wöhrd an der Isar verbreitet haben. Einsatzkräfte warnten die Bevölkerung frühzeitig über Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen. Zusätzlich lösten sie die App "KatWarn" aus. Zwischenzeitlich sah es sogar so aus, als müssten sie die Stadt evakuieren. Glücklicherweise drehte dann der Wind. Trotzdem waren rund 80 Kräfte des Rettungsdienstes vor Ort und sicherten die Arbeiten der Feuerwehr ab. Gerade nach dem kräftezehrenden Atemschutzeinsatz checkten sie die Kameraden durch, denn sie arbeiteten bis zur Erschöpfung.

Nach sechs Stunden schlugen immer noch Flammen aus dem überdimensionalen Schrotthaufen, in dem sich nicht nur Elektronik befand, sondern auch ausgemusterte Fahrzeuge und Gasflaschen. Aufgrund der beiden Letzteren kam es immer wieder zu Explosionen. Erst mit einem massiven Schaummitteleinsatz über mehrere Stunden ließ sich das Feuer eindämmen. Gegen vier Uhr war es dann endlich soweit und die ersten Kräfte konnten die Einsatzstelle verlassen. Trotzdem zieht sich das Einsatzgeschehen sicherlich noch bis zum Dienstagmittag hin. Das Traurige an der Sache: In diesem Betrieb kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Erst vor acht Wochen fand eine Begehung mit allen Verantwortlichen statt, um Probleme aufzuzeigen.

News5

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