Augenzeugen: So war die Feuernacht

Rosenheim - Feuer! Ein Ehepaar aus dem Wohnhaus, das heute Nacht in Rosenheim wegen eines Brandes evakuiert wurde, erzählt, wie es den mutmaßlichen Brandstifter beobachtet hat.

Der Tag nach dem Brand:

Der Tag nach der Feuernacht

Schon an der Haustür schlägt einem beißender Rauchgeruch entgegen. Die Wände des Treppenhauses sind völlig scharz vom Ruß, an fast jeder Wohungstür baumelt ein rot-weißes Absperrband. Der Zugang zum Keller ist komplett mit Absperrband blockiert. Die Topfpflanzen, die dem Treppenhaus Leben geben sollten, sind mit einem schwarzen Film überzogen, liegen zum Teil umgestoßen herum. Stumme Zeugen einer hektischen Nacht. Ebenso wie die Fußabdrücke auf den Stufen, die sich in der Rußschicht dort deutlich abzeichnen. Sie lassen ahnen, was hier heute Nacht vorgefallen ist.

Der Schrecken für die 34 Bewohner in dem Wohnhaus in der Salinstraße begann gegen 3.40 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt bemerkte ein Anwohner einen Rauchgeruch und alarmierte die Rettung. Dann ging alles rasend schnell. Kurz nach dem Notruf wurde in und um Rosenheim Großalarm ausgelöst. Selbst Notärzte aus Kiefersfelden und Prien wurden nach Rosenheim beordert.

Kellerbrand in der Salinstraße

Bei Eintreffen der Polizei und Feuerwehren quoll starker Rauch aus den Kellerfenstern. Feuerwehrkräfte drangen mit Atemschutzgerät in das Haus ein und weckten die Anwohner in dem Mehrparteienhaus. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten die Bewohner das Gebäude über die Fenster verlassen, so dass Leitern eingesetzt wurden und für die obersten Stockwerke eine Drehleiter zum Einsatz kam. Der Rettungsdienst und Notärzte untersuchten und betreuten die Anwohner in extra aufgebauten Zelten.

Innerhalb kurzer Zeit gelang es den ca. 80 eingesetzten Kräften der Feuerwehren Rosenheim und Aisingerwies den Brand in den Kellerräumen zu löschen. Acht Bewohner und ein Polizist zogen sich dabei Rauchgasvergiftungen zu. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht.

Der Sachschaden am Wohnhaus beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 150.000 Euro. Die meisten Wohungen sind, der Polizei zufolge, aber glimpflich davongekommen: "Viele Bewohner haben ihre Wohungstüren zugelassen. Deshalb sind die Rußschäden dort gering. Ein Bewohner hat seine Tür allerdings offen gelassen. Sein Zuhause ist deshalb am schlimmsten beschädigt."

Derzeit laufen Ermittlungen gegen einen jungen Mann aus dem Landkreis Rosenheim, der nicht in dem Haus wohnhaft ist. Anwohner waren auf den offenbar alkoholisierten und gegen Türen schlagenden Mann aufmerksam geworden und hatten der Polizei Hinweise gegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte er sich bei Brandentstehung im Keller aufgehalten und dort geraucht haben. Gegen den noch am Morgen Festgenommenen ermittelt die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim wegen Brandstiftung. Die Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, stellt gegen ihn Haftantrag bei zuständigen Ermittlungsrichter.

Rubriklistenbild: © tj/rei

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