Wohnungseinbrecher nutzen das Winterhalbjahr

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Ingolstadt - Alljährlich verzeichnet die Polizei im Winterhalbjahr eine Zunahme von Einbrüchen in Häuser und Wohnungen. Um die Einbruchsquote zu senken, rät die Polizei zu Vorsichtsmaßnahmen.

Die Täter nutzen in den Monaten zwischen Oktober und März die früher einsetzende Dunkelheit der Herbst- und Wintertage, um so gefahrloser zu Werke gehen zu können. Dieses kriminelle Phänomen trägt die Bezeichnung Tages- bzw. Dämmerungswohnungseinbruch. Im vergangenen Jahr lag im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord rund ein Drittel der zu diesem Deliktkreis registrierten Einbrüche in der Zeit zwischen 17 und 21 Uhr. Die häufig in diesem Zeitraum gegebene, meist berufsbedingte, Abwesenheit der Bewohner, ist von den Tätern an der fehlenden Beleuchtung der Wohnräume leicht von außen zu erkennen. Bevorzugt werden dabei am Ortsrand gelegene Wohngebiete von den Einbrechern ins Visier genommen. Gut eingewachsene und schlecht einsehbare Grundstücke sind ebenfalls besonders gefährdet. Die Diebe nutzen die genannten Bedingungen um Terrassen- oder Balkontüren bzw. Fenster aufzubrechen. Fast ausschließlich werden anschließend leicht abtransportierbare Wertgegenstände oder Bargeld gestohlen.

Abgesehen von dem materiellen Verlust und den beim Einbruch angerichteten hohen Sachschäden, ist das beeinträchtigte Sicherheitsgefühl für die Geschädigten oft sehr belastend. Die Verletzung der Privatsphäre im vermeintlich sicheren Zuhause führt nicht selten zu psychischen Folgen bei den Opfern.

Wie die Zahl von 16 Tageswohnungseinbrüchen seit September 2010 vermuten lässt, ist für das kommende Winterhalbjahr im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, wieder mit einem erhöhten Aufkommen derartiger Delikte zu rechnen. Auch eine am 12.10.2010 in der Schweiz erfolgte Festnahme weist in diese Richtung. Zwei Männer im Alter von 24 und 35 Jahren waren mit einer größeren Menge gestohlenen Wertsachen und Bargeld festgenommen worden. Darunter auch Diebesgut, das aus einem Einbruch vom 27.01.2010 in Wettstetten bei Ingolstadt stammte. Der vorerst letzte im Präsidiumsbereich registrierte Dämmerungswohnungseinbruch ereignete sich am vergangenen Wochenende in Erding. Ein bislang unbekannter Täter hebelte eine Terrassentür auf und entwendete aus der Wohnung Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro.

Verhaltensratschläge

Um es den Einbrechern so schwer wie möglich zu machen, rät die Polizei die folgenden Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensratschläge zu beachten:

- Schließen und verriegeln Sie beim Verlassen Ihrer Wohnung alle Fenster und Türen

- Halten Sie gerade in Mehrfamilienhäusern auch tagsüber den Hauseingang verschlossen.

- Lassen Sie ihre Wohnung nicht gänzlich unbeleuchtet. Der Einsatz von individuell regelbaren Zeitschaltuhren kann während ihrer Abwesenheit die Wohnung bewohnt erscheinen lassen.

- Verwahren Sie Bargeld und Wertgegenstände an einem sicheren Ort. Verstecke im Haus bieten keine ausreichende Sicherheit.

- Vermeiden Sie auf Ihrem Anrufbeantworter Abwesenheitszeiten zu nennen. Sie informieren damit auch einen potentiellen Einbrecher.

- Achten Sie in ihrem Wohngebiet auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge. Notieren sie gegebenenfalls Kennzeichen der Fahrzeuge und Beschreibung der Personen.

- Vorsicht, wenn Unbekannte an ihrer Haustür klingeln und sich nach Nachbarn erkundigen. Möglicherweise wollen Straftäter auf diese Weise feststellen ob bei ihrem Nachbarn oder Ihnen jemand zu hause ist.

- Zögern Sie nicht bei verdächtigen Wahrnehmungen die Polizei (Notruf 110) zu rufen.

Kriminalpolizeiliche Fachberatung zum Einbruchschutz

Um das Eigenheim oder die Wohnung besser vor Einbrechern zu schützen gibt es vielfältige technische Sicherungsmöglichkeiten. Umfassende kostenlose Beratung und Information dazu bieten die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Die empfohlenen Schutzmaßnahmen zeigen offensichtlich auch Wirkung. Die Zahl der Einbruchsversuche, bei denen es den Tätern nicht gelingt in eine Wohnung einzudringen, steigt nämlich an.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Nord

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