Kurz vor Wachdienst in Würzburg

Polizeischüler erschießt Kollegen: So kam es zum tragischen Unglück

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Tödlicher Zwischenfall bei Würzburger Bereitschaftspolizei

Würzburg - Der Tod eines Polizeischülers in Würzburg geht nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vermutlich auf eine falsch entladene Dienstwaffe zurück.

Update, 11.39 Uhr: Ursache jetzt wohl klar

Die genaue Ursache des tödlichen Vorfalls am Donnerstagabend sei zwar noch nicht aufgeklärt, aber vermutlich habe ein Polizeischüler beim Entladen eine Kugel im Lauf der Waffe vergessen und nur das Magazin entnommen, sagte er am Freitag bei der Begrüßung neuer Polizisten in München. "Das war wahrscheinlich die Ursache."

An die jungen Polizisten appellierte Herrmann: "Nehmen Sie alles, was Sie in ihrer Ausbildung zum Entladen ihrer Waffe gelernt haben, sehr sehr ernst."

Der junge Polizeianwärter war kurz nach Einlieferung ins Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am frühen Freitagmorgen mitteilten. "Nach unseren ersten Erkenntnissen hatten sich die beiden Auszubildenden, unmittelbar bevor sie am Abend ihren Wachdienst antreten wollten, zusammen in einem Zimmer der Unterkunft aufgehalten", sagte Polizeihauptkommissar Michael Zimmer. "Darin muss es zu der unbeabsichtigten Schussabgabe durch den Jüngeren der Beiden gekommen sein."

Der Verunglückte war laut Polizei um die 20 Jahre alt, genauso wie sein Azubi-Kollege - ein genaues Alter wollten die Behörden zunächst nicht nennen. In der Unterkunft, in der sich das Unglück abspielte, sind insgesamt einige hundert Polizisten untergebracht.

dpa

Erstmeldung

Am Donnerstagabend ist ein Auszubildender der Bereitschaftspolizei durch eine Schussverletzung tödlich verletzt worden. Dem Sachstand nach war es in einem Unterkunftsgebäude der III. Bereitschaftspolizeiabteilung durch einen Beamten zu einer unbeabsichtigten Schussabgabe gekommen, die seinen Kollegen erfasste.

Um 21.32 Uhr ging bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein Notruf aus der Bereitschaftspolizeiabteilung ein. Nach ersten Erkenntnissen befanden sich zwei Auszubildende, kurz vor ihrem Wachantritt, zu zweit in einem Zimmer eines der Unterkunftsgebäude, als ein weiterer Beamter Zeuge eines Schussgeräusches wurde und in der Folge einen seiner beiden Kollegen lebensgefährlich verletzt, den anderen im Schockzustand, vorfand. Durch den sofort verständigten Rettungsdienst samt Notarzt wurden Erste Hilfe Maßnahmen eingeleitet. Der ältere der beiden Auszubildenden wurde in eine Klinik eingeliefert, wo er kurz darauf verstarb.

Die ersten Maßnahmen vor Ort übernahmen Beamte der Kripo Würzburg. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen führt, wie in solchen Fällen üblich, das Bayerische Landeskriminalamt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg. Es besteht der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung.

Seitens der Bereitschaftspolizei und des Polizeipräsidiums Unterfranken wurden unverzüglich die notwendigen Betreuungsmaßnahmen für die nachvollziehbar erheblich betroffenen weiteren Kolleginnen und Kollegen des Ausbildungsstandortes, sowie für die Angehörigen, organisiert.

Erst vor einer Woche: "Versehentliche Schussabgabe" in Würzburg

Erst am 21. Februar 2019 war es bei der Bereitschaftspolizei in Würzburg zu einer unbeabsichtigten Schussabgabe aus einer Dienstwaffe gekommen. Der Schuss hatte sich gelöst, als ein Beamter der Bereitschaftspolizei im Büro mit seiner Pistole hantiert hatte. Verletzt wurde dabei niemand.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Unterfranken

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