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Bald 25 Jahre im Amt

Würzburger Bischof wird 75 – Ruhestand ist fraglich

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Am 12. Mai feiert der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann seinen 75. Geburtstag.

Würzburg – Als Kölner kam Friedhelm Hofmann ins Bistum Würzburg. Als 88. Bischof leitet er seitdem die Geschicke der Diözese. Nun wird 75 Jahre alt. Wie es für den katholischen Theologen nun weitergeht, entscheidet nur der Papst.

Für den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann kann der 12. Mai ein ganz besonderer Tag werden. Dann wird er nämlich nicht nur 75 Jahre alt. Dann entscheidet sich sehr wahrscheinlich auch, womit der gebürtige Kölner seinen Alltag in den kommenden Monaten verbringen wird: ob mit dem Ruhestand oder mit seinen gewohnten Aufgaben als Oberhirte des Bistums Würzburg.

Bis September 2017 möchte er im Amt bleiben

Gemäß den Vorgaben des Kirchenrechts hat Hofmann Papst Franziskus seine Versetzung in den Ruhestand angeboten. Lieber wäre es ihm allerdings, wenn er noch bis mindestens September 2017 im Amt bleiben dürfte. Denn am 17. September wäre er 25 Jahre im Amt des Oberhirten und könnte den besonderen Jahrestag feiern. Er habe „die Hoffnung, dass im Umfeld dieses Jubiläums sein Rücktritt dann auch wirksam wird“. Doch diese Entscheidung obliegt nun dem Papst.

Zeit für einen Rückblick hat sich Hofmann dennoch schon genommen. Seit 2004 führt er nun als 88. Bischof die Geschicke des Würzburger Bistums. Zuvor war er als Weihbischof in Köln für Düsseldorf zuständig. Das sei schon eine Umstellung gewesen - vom Stadtbistum zum fränkischen Landbistum. Am Ende aber sei ihm der Wechsel nicht so schwer gefallen, wie er anfangs befürchtet hatte.

Stammgast bei „Fastnacht in Franken“

„Würzburg ist von seiner Geschichte, seiner Lage, seiner Kultur und den Menschen her so eine lebenswerte Stadt, dass vieles auch aufgefangen wurde und ich Köln mit all den Attraktionen nicht vermisst habe“, sagt Hofmann. Und seine rheinische Frohnatur hat er einfach mitgenommen. Seit Jahren ist er Stammgast beim TV-Klassiker „Fastnacht in Franken“, er kann auch über sich lachen und erzählt auch selbst gern mal einen Witz. Hofmann gilt als leutselig und zugänglich.

Auch im Amt ist er um einen lockeren Spruch nicht verlegen, gleichzeitig aber ist er Kirchenexperten zufolge konsequent und ernsthaft in der Sache. Das war und ist auch nötig. In seine Amtszeit fielen bewegte Jahre: Missbrauchsskandal, Kirchenaustritte und zuletzt die Debatte um die Kirchenfinanzen. „Ich wurde als Bischof in eine Zeit bestellt, in der in Kirche und Gesellschaft ein großer Wandel stattfindet“, sagt Hofmann dazu. „Äußerst schmerzlich und katastrophal“ seien die vielen ans Licht gekommenen Verbrechen im Zuge des Missbrauchsskandals für ihn gewesen. „Das hat mich am meisten belastet.“

Neues Gebetsbuch für katholische Kirche war ein unerwarteter Erfolg

Als unerwarteten Erfolg dagegen bezeichnet Hofmann die Erarbeitung des neuen Gebets- und Gesangbuches für die katholische Kirche. Etwa zwölf Jahre lang leitete er dieses diözesanübergreifende Projekt. „Die jahrelange Arbeit hat sich nicht nur gelohnt, sondern sie war von einem Erfolg gekrönt, den ich nicht erwartet hätte“, sagt er dazu. Zudem hat er als Mitglied der Liturgiekommission die Einheitsübersetzung der Bibel mit überarbeitet. Weiterer Meilenstein war die Strukturreform im Würzburger Bistum - so bildete er aus 610 Pfarreien und Kuratien 167 Pfarreien-Gemeinschaften und zehn Großpfarreien.

Vermittler zwischen Kunst und Kirche

Trotz seiner intensiven Arbeit als Würzburger Bischof pflegte Hofmann während seiner Amtszeit stets auch seine Liebe für die Kunst. Seit seiner Schulzeit liegt sie ihm am Herzen. Dennoch entschied er sich als junger Mann für das Theologiestudium. Als Priester jedoch ging er erneut an die Uni, studierte Kunstgeschichte und promovierte kurz danach. Mittlerweile gilt er auch als Vermittler zwischen Kunst und Kirche. „Das, was in der Kultur an Fragen sichtbar wird, hilft auch der Kirche, aktuell und zeitgemäß ihre Aufgaben wahrzunehmen“, sagt der Würzburger Bischof dazu.

Bereit zum Umdenken

Die Laien- und Reformbewegung „Wir sind Kirche“ schätzt Hofmann als einen Oberhirten, der mittlerweile auch bereit sei umzudenken. „Er hat streng angefangen, ist aber offener geworden - auch Aspekten gegenüber, die nicht auf Linie liegen“, sagt „Wir sind Kirche“-Sprecher Magnus Lux. In den vergangenen Jahren sei er zudem sehr viel mehr auf die Menschen zugegangen als früher. „Er hat gemerkt: Mit eisernem Besen kann man nicht kehren.“ Für Hofmanns Ruhestand wünscht sich Lux, dass er noch einen Schritt weiter denkt und handelt. „Wenn er emeritiert ist, darf er das ja.“

Ab wann er nun emeritierter Bischof sein wird, ist noch unklar. Sollte der Papst ihm keine Verlängerung bis zum Herbst gewähren, werde er in die „zweite Reihe zurücktreten“ und sich zunächst von allen Verpflichtungen fernhalten.

dpa

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