Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Zahl der Badetoten in Bayern am höchsten

Berlin - In Bayern sind 2016 so viele Menschen ertrunken wie in keinem anderen Bundesland. Jedoch sind die Fälle im Freistaat rückläufig - im Gegensatz zum Rest des Landes. 

Bayern ist trauriger Spitzenreiter: Vergangenes Jahr sind 91 Menschen im Freistaat ertrunken - so viele wie in keinem anderen Bundesland. Aber die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatte am Donnerstag in Berlin auch eine gute Nachricht: Im Vergleich zum Vorjahr sind in Bayern 21 Personen weniger ertrunken.

Der Rückgang ist bemerkenswert: Bundesweit ist die Zahl der Badetoten nämlich gestiegen. 2016 sind so viele Menschen ertrunken wie seit zehn Jahren nicht mehr. Für 537 Menschen kam jede Hilfe zu spät. „Für eine moderne, hoch entwickelte Gesellschaft ist diese Bilanz nicht akzeptabel“, sagte Achim Haag, Vizepräsident der DLRG.

Hintergrund war auch der schöne Sommer, der viele Menschen ans Wasser lockte. Gut drei Viertel aller Opfer kamen in unbewachten Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ums Leben. Hier müssten Staat, Länder und Gemeinden bessere Regelungen für die Sicherheit treffen, forderte der DLRG-Vizepräsident.

Darüber hinaus plädierte Haag für regelmäßigen Schwimmunterricht ab der Grundschule sowie für den Erhalt von kommunalen Schwimmbädern. Im vergangenen Jahr ertranken 46 Kinder bis 15 Jahren, das waren 21 mehr als im Vorjahr. Schon ein flacher Gartenteich kann für die Kleinsten gefährlich werden.

Auch die hohe Zahl an Flüchtlingen unter den Opfern bereitet den Lebensrettern Sorgen. 2016 zählten sie 64 ertrunkene Asylbewerber, 2015 waren es 27. „Wir haben die Baderegeln in über 25 Sprachen übersetzt, um den Menschen aus anderen Ländern die Gefahren im Wasser zu verdeutlichen“, sagte Haag. Außerdem stelle die DLRG Kommunen Piktogramme zum Nachdruck zur Verfügung.

Besonders gefährdet sind nach wie vor ältere Menschen - so ertranken 108 Männer und Frauen im Alter zwischen 71 und 85 Jahren. Wie schon in der Vergangenheit waren die Opfer 2016 zu knapp 77 Prozent Männer. „Unsere ehrenamtlichen Retter hatten überall viel Arbeit; die Strände und Bäder waren oft voll besetzt. Ohne ihren großen Einsatz und ihre schnelle Hilfe wäre die Zahl der Ertrunkenen noch deutlich höher“, sagte der DLRG-Vizepräsident.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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