Extreme Entwicklung in der Region vor allem 2016

Zahlen explodieren: Immer mehr wollen Waffenschein

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Landkreis - Bei vielen geht wohl die Angst um, der "kleine Waffenschein" ist gefragt wie nie: 2016 gingen die Zahlen in allen Landkreisen noch einmal rasant nach oben. 

Schon 2015 stieg die Zahl der erteilten "kleinen Waffenscheine" drastisch an, doch im vergangenen Jahr explodierte die Zahl förmlich. Beispiel Landkreis Mühldorf: Die Nachfrage nach der Waffenberechtigung stieg dort um 760 Prozent. Waren es 2015 noch 43 Landkreisbürger die einen kleinen Waffenschein erhielten, stieg die Zahl 2016 auf 370.

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Auch wenn die Nachfrage im bevölkerungsstärksten Gebiet Stadt und Landkreis Rosenheim absolut am größten war, war der prozentuale Anstieg dort am geringsten: "Nur" 369 Prozent mehr kleine Waffenscheine wurden 2016 im Vergleich zu 2015 erteilt.

Welche Voraussetzungen gelten?

Hoch sind die Anforderungen nicht um an einen sogenannten kleinen Waffenschein zu kommen: Keine Vorstrafen außer maximal Freiheits-, Jugend- oder Gelstrafen von weniger als 90 Tagessätzen. Außerdem wird ein Mindestalter von 18 Jahren, eine fachgerechte Aufbewahrung sowie körperliche und geistige Eignung gefordert, was Alkohol- und Drogenabhängigkeit ausschließt. Auch wird die Mitgliedschaft in verfassungswidrigen Parteien abgefragt.

Bei den Landratsämter liegen meist einseitige Formulare aus, es dauert in der Regel wenige Wochen bis die Behörde den kleinen Waffenschein erteilt. Ein Sachkundenachweis ist, anders als beim "großen Waffenschein", nicht erforderlich. Bayernweit unterschiedlich ist mit Kosten von 30 bis 150 Euro zu rechnen - im Berchtesgadener Land kostet der kleine Waffenschein beispielsweise 100 Euro.

Welche Waffen dürfen getragen werden?

Mit einem kleinen Waffenschein dürfen Signal-, Reizstoff- und Schreckschusswaffen getragen werden. Der Unterschied zur Schusswaffe: Es wird kein Geschoss durch den Lauf getrieben, sondern nur heißes Gas

Konkret wird der Waffenschein gebraucht, um sie geladen und zugriffsbereit auch in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen. Öffentliche Veranstaltungen oder Versammlungen bleiben aber trotzdem ausgeschlossen. In der Öffentlichkeit darf nur mit einer behördlichen Schießerlaubnis geschossen werden, oder mit einem sogenannten Entschuldigungs- oder Rechtfertigungsgrund - heißt: In Notwehrsituationen

Wie kommt der drastische Anstieg an nachgefragten Waffenscheinen? Die Antwort der bayerischen Staatsregierung auf eine SPD-Anfrage lieferte Folgendes: "Es liegt nahe anzunehmen, dass die Zunahme Ausdruck einer gewissen Verunsicherung, jedenfalls in Teilen der Bevölkerung, ist. Tatsächlich widerspricht dies der objektiven Sicherheitslage, die sich auch in den letzten Monaten nicht verschlechtert hat."

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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