Spitzel-Verdacht: Seehofer entlässt Büroleiter

Markus Zorzi

München - Mit sofortiger Wirkung hat Horst Seehofer (CSU) seinen Büroleiter Markus Zorzi beurlaubt. Der 43-Jährige soll Daten der CSU unbefugt ausspioniert haben.

Wie merkur-onlineberichtet, soll der hochrangige Mitarbeiter der CSU versucht haben, unentdeckt auf ein E-mail-Postfach in der CSU-Zentrale zuzugreifen. Markus Zorzi, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist, war vorher als Landesgeschäftsführer der CSU tätig.

"Auf jeden Fall wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet", heißt es in der Staatskanzlei. Auch strafrechtliche Konsequenzen seien denkbar. Es handle sich um ein Dienstvergehen. Zorzi sei ab sofort in Urlaub, sein Büro hat er bereits am Montagabend geräumt.

Aber es kommt noch dicker. Zorzi hat nach Merkur-Informationen nicht irgendein Mail-Postfach versucht zu "hacken". Ausgerechnet seinen Nachfolger in der Landesleitung, Bernhard Schwab, soll er bespitzelt haben. Offenbar um weiterhin an Interna aus der Parteizentrale zu kommen.

Schwab allerdings bemerkte den Angriff, der von Zorzis Dienstcomputer ausging. Nachfolger als Seehofers Büroleiter soll Hubert Bittlmayer werden. Er hatte das Büro schon interimsweise geleitet, als Seehofer kurz nach Amtsantritt Zorzis Vorgänger Gerhard Reichel gefeuert hatte. Seehofer war mit dessen Terminplanung unzufrieden.

Der Fall Zorzi erinnert an Edmund Stoibers früheren Büroleiter Michael Höhenberger. Der wurde ebenfalls unter Spitzelverdacht von seinem Posten entbunden. Höhenberger soll bei der Ex-Landrätin Gabriele Pauli spioniert haben. Die Spitzelaffäre Ende des Jahres 2006 gilt als wichtiger Faktor beim Sturz Stoibers. Ein späteres Disziplinarverfahren gegen Höhenberger war allerdings folgenlos geblieben.

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