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Kalte Sitze und gedrosselte Lifte an Deutschlands höchstem Berg?

Nach Sudelfeld & Co. in der Region: Auch die Zugspitzbahn will Energie sparen

Seilbahn zur Zugspitze
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Eine Gondel der Zugspitzbahn verlässt die Talstation Richtung Gipfel.

Strom ist teuer, Energie knapp. Alle sollen sparen helfen. Auch die Bergbahnen haben Sparpläne. Die Zugspitzbahn hat nun vorgestellt, wie sie in dieser Ski-Saison weniger Energie verbrauchen will. An Deutschlands höchstem Berg soll der Betrieb Anfang Dezember starten.

Zugspitze – Weniger Kunstschnee, keine warmen Sessellift-Sitze, nachts kein Licht an den Bergstationen und keine Heizstrahler an den Brotzeithütten: Damit will die Bayerische Zugspitzbahn in diesem Winter rund zehn Prozent Energie sparen, wie das Unternehmen am Montag (7. November) in einer Pressemeldung mitteilte. Auch sollen die Bergbahnen jenseits der Stoßzeiten langsamer fahren.

Etwa bei schlechtem Wetter oder unter der Woche könne die Geschwindigkeit um bis zu 50 Prozent reduziert werden, das senke den Energieverbrauch erheblich. Die Bahn treffe die Entscheidung aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch aus gesellschaftlicher Verantwortung, sagte Vorstand Matthias Stauch. „Wir stellen uns der Verantwortung im Ort und werden unsere Qualität trotz immens steigender Kosten aufrechterhalten.“

Wie sieht es mit Maßnahmen in der Region aus?

Ähnliche Maßnahmen hatten auch andere Bergbahnen wie anderem das Skigebiet Sudelfeld in der Region angekündigt, worüber rosenheim24.de ausführlich berichtet hatte. In Hocheck in der Gemeinde Oberaudorf wurde darüber diskutiert, ob der Ski- und Rodelspaß in Zeiten der Energiekrise noch tragbar sind. Und auch am Jenner in Schönau am Königsee trieb der Energiehunger am Berg den Verantwortlichen Sorgenfalten in die Gesichter, wie der Vorstandvorsitzende der Berchtesgadener Bergbahn AG gegenüber BGLand24.de erklärt hatte.

Skibetrieb-Start steht fest – aber Schneelage macht zu Schaffen

An der 2962 Meter hohen Zugspitze soll der Skibetrieb bereits am 2. Dezember starten – es ist voraussichtlich das erste Gebiet in Deutschland, in dem die Wintersportler ihre Schwünge ziehen können. Ob das klappt, hängt aber von der Schneelage ab. An Deutschlands höchstem Berg wird grundsätzlich nicht beschneit, nicht zuletzt fehlt dort Wasser. Der vom vergangenen Jahr in Mulden und Senken gehortete Schneevorrat hat sich in dem warmen Sommer massiv reduziert.

Schneekanonen in der Kritik – am Hausberg wird dennoch beschneit

Im Skigebiet Garmisch-Classic unter anderem am Hausberg wird aber auch dieses Jahr beschneit. Die neuen Einsparmaßnahmen konnten den Energieverbrauch für die Beschneiung nicht vollständig ausgleichen, erläuterte die Zugspitzbahn. Besonders den Einsatz der Schneekanonen kritisieren Umweltschützer seit langem. Nun forderten sie angesichts der Krise, ganz auf den Kunstschnee zu verzichten.

Der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) hatte kürzlich vorgerechnet, Deutschland habe 2018 rund 556 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Damit habe die Beschneiung in Bayern einen Anteil von 0,002 Prozent am gesamtdeutschen Stromverbrauch.

Seit 2014 analysiert die Zugspitzbahn ihren Energieverbrauch. Seitdem seien kontinuierlich Schwachstellen oder veraltete Technik ausfindig gemacht, Einsparpotenziale ermittelt und der Energiebedarf verringert worden. Warmwasserleitungen seien gedämmt, effizientere Pumpen und synthetischer Diesel eingesetzt und Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Anlagen zur Eigenstromerzeugung ausgebaut worden.

Skipasspreise in Bayern steigen an – Zukunft steht auf der Kippe

Mal abgesehen von den ganzen Energiesparmaßnahmen und ob der Spaß auch stattfinden wird, ist aber aufgrund der anhalten Energiekrise auch überhaupt relevant, ob das alles für die Ski-Fans noch bezahlbar ist. Die Skipasspreise in Bayern steigen nämlich an, wie zuletzt bekannt wurde. Wie viel die Pistengaudi heuer kosten wird, erfährt Ihr hier. Nicht zu guter Letzt stehen neuesten Meldung zufolge auch die Zukunft von bayerischen Skigebieten auf der Kippe. Warum das der Fall ist, könnt Ihr hier nachlesen.

mck/dpa

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