Autofahrer und Biker zu je fünf Jahren Haft verurteilt

Nach Raserprozess Kalteck: Parteien gehen in Revision

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Felix R. und Johannes S. mussten sich im Raserprozess Kalteck vor Gericht verantworten. Nun legt der Motorradfahrer Revision ein.
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Deggendorf/Passau - In zwei Prozessen um Raserunfällen sind Ende November die Urteile gefallen. Nicht nur die verurteilten Angeklagten, sondern auch die Familie der Unfallopfer wollen das Urteil so nicht stehen lassen.

Update, Montag (2. Dezember) 17.05 Uhr: Drei Revisionen im Kalteck-Prozess

Nicht nur der verurteilte Motorradfahrer, sondern auch der zweite Angeklagte (ein 28-jähriger Autofahrer) sowie die Familie der Unfallopfer haben Revision gegen das Urteil des Landgerichts Deggendorf eingelegt. Nun soll das Urteil vom Bundesgerichtshof auf mögliche Rechtsfehler hin überprüft werden, berichtet die Passauer Neue Presse. Es ginge hauptsächlich um die Frage, ob das Gericht das Recht korrekt angewendet habe.

Wie lange sich das Verfahren dann hinzieht, könne nicht gesagt werden, so ein Gerichtssprecher gegenüber der PNP weiter. Die beiden Verurteilten müssen die fünfjährigen Haftstrafen nun zunächst nicht antreten, da das Urteil aufgrund der eingelegten Revisionen keine Rechtskraft erlangt.

Update, Montag (2. Dezember) 12.20 Uhr: Revision im Kalteck-Prozess

Der im "Raserprozess von Kalteck" vom Landgericht Deggendorf zu fünf Jahren Haft verurteilte Motorradfahrer (54) will in Revision gehen. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks will auch die Witwe des Getöteten das Urteil anfechten.

Im Prozess von Kalteck waren der angeklagte Autofahrer und der Motorradfahrer am 22. November zu jeweils fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Revisionsverfahren wird beim Bundesgerichtshof geführt, so der Landgerichtssprecher gegenüber dem BR. 

Update, 22. November 16 Uhr: Urteile im Raserprozess Kalteck gefallen

Im Prozess um einen tödlichen Raser-Unfall im Bayerischen Wald sind die beiden 28 und 54 Jahre alten Angeklagten vor dem Landgericht Deggendorf zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorsitzende Richter Georg Meiski legte den Männern die Teilnahme an einem unerlaubten Rennen mit Todesfolge sowie fahrlässige Körperverletzung zur Last. Der 54-Jährige wurde zudem wegen Unfallflucht verurteilt.

Update, 12.55 Uhr: Lange Haft im Raserprozess von Kalteck gefordert

Nach dem tödlichen Raser-Unfall im Bayerischen Wald fordert die Staatsanwaltschaft für zwei Fahrer sechseinhalb beziehungsweise sechs Jahre Haft. Die Vorwürfe lauten Körperverletzung mit Todesfolge und Beteiligung an unerlaubtem Rennen mit Todesfolge.

Sie wirft den 28 und 54 Jahre alten Angeklagten vor, im Juli 2018 bei Kalteck ein verbotenes Rennen Auto gegen Motorrad veranstaltet zu haben. So hätten sie den Tod eines entgegenkommenden Oldtimer-Fahrers verursacht sowie weitere Menschen verletzt und gefährdet. Für den Biker will die Staatsanwaltschaft die höhere Strafe, weil sie ihm zusätzlich Unfallflucht vorwirft.

Update, 12.14 Uhr: Urteil in Passau gefallen

Im Berufungsprozess um ein illegales Autorennen hat das Passauer Landgericht das Urteil der ersten Instanz gegen den 30-jährigen Angeklagten bestätigt. Der Mann wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Bei dem Urteil gegen den 19-Jährigen legte das Landgericht ein milderes Strafmaß fest und verurteilte ihn nach Jugendstrafrecht zu einem Jahr auf Bewährung.

Laut Bericht des Bayerischen Rundfunks sah es auch das Landgericht Passau als erwiesen an, dass sich die beiden Angeklagten ein illegales Rennen geliefert hatten. Gerichtssprecherin Kristin Wendler zum BR: "Das hat sich schon am Durchstarten an der Ampel gezeigt - im Muskelspielen, im Posen. Später haben die beiden das ganze durchgezogen. Die Angeklagten haben zwar nicht ihre Höchstgeschwindigkeit erreicht, aber beiden haben die Stärke ihrer Fahrzeuge spüren lassen."

Vorbericht Freitag (22. November) 7.55 Uhr: Zwei Raserprozesse in Niederbayern

Am Freitag werden in Niederbayern gleich zwei Urteile in Prozessen um illegale Autorennen fallen. Zum einen der sogenannte "Raserprozess von Kalteck. Die Staatsanwaltschaft wirft hier den 28 und 54 Jahre alten Angeklagten vor, im Juli 2018 bei Achslach ein verbotenes Rennen Auto gegen Motorrad veranstaltet zu haben. Dabei hätten sie den Tod eines entgegenkommenden Oldtimer-Fahrers verursacht sowie weitere Menschen verletzt und gefährdet. 

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Im Prozess haben mittlerweile mehr als 50 Personen ausgesagt. Bei dem mutmaßlichen illegalen Wettrennen sollen die Angeklagten eine kurvige Bergstrecke immer wieder rauf- und runtergerast sein. Dabei hatte der Fahrer des Audi-Sportwagens die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in das entgegenkommende Auto geprallt.

Sohn (10) sei Unfall schwer behindert

Das Todesopfer ist ein 38 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Cham. Sein zehnjähriger Sohn, der mit im Auto saß, erlitt lebensgefährliche Verletzungen und ist seither schwerbehindert. Im Rahmen eines außergerichtlichen Täter-Opfer-Ausgleiches zahlten die Angeklagten der Familie bereits 31.000 sowie 25.000 Euro

Die Witwe Beate Altmann wünscht sich für Freitag im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk ein gerechtes Urteil: "Dass sie nie wieder etwas fahren dürfen, was einen Motor hat, nie wieder. Sie gehören weggeräumt, dass sie einfach wissen, was sie getan haben." Sie und ihr Sohn sind Nebenkläger.

Urteil im Berufungsprozess um ein illegales Autorennen in Passau

Auch in Passau soll das Urteil im Berufungsprozess um ein illegales Autorennen fallen. Die 30 und 19 Jahre alten Angeklagten waren im Januar in erster Instanz vom Amtsgericht verurteilt worden: der ältere zu zweieinhalb Jahren Gefängnis, der jüngere zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten. Beide Seiten gingen in Berufung, darum wurde der Fall jetzt noch einmal vor dem Landgericht verhandelt.

Der Jüngere hatte bei dem Rennen Anfang Januar 2018 die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war auf der Gegenfahrbahn gegen das Auto einer Frau geprallt. Die 57-Jährige und ihre junge Beifahrerin wurden schwer verletzt. Der Wagen der Frau krachte in ein weiteres Auto - dessen Fahrer und Beifahrer wurden ebenfalls verletzt. Der 19-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Zeugen hatten das Rennen sowie den Unfall beobachtet und die Polizei alarmiert. Der 30-Jährige hatte dem Gericht zufolge den Unfall bemerkt, war aber verbotenerweise weitergefahren. Eine Zeugin folgte dem Mann mit ihrem Auto, notierte sein Kennzeichen und alarmierte die Polizei.

"Reine Spekulation": Anwalt eines Angeklagten fordert Freispruch

Gestartet hatten die verurteilten Männer ihr Rennen abends an einer roten Ampel in der Innenstadt. Der 30-Jährige war mit einem hochmotorisierten Auto unterwegs. Ein Gutachter sagte während der Verhandlung aus, die Wagen seien kurz vor dem Unfall mit mindestens 130 km/h unterwegs gewesen - in einer 50er-Zone. Während des Rennens hatte der 19-Jährige mit seiner Mutter in Afrika telefoniert. Sie hatte am Hörer den Unfall und die Rettungsaktion miterlebt.

Im Berufungsprozess blieb die Anklage dabei: An einem verbotenen Autorennen gebe es keine Zweifel. Die Staatsanwaltschaft forderte deshalb für den 30-jährigen Angeklagten 32 Monate Haft, für den jüngeren 20 Monate auf Bewährung. Der Verteidiger des älteren Angeklagten, der mehrfach vorbestraft ist und gerade eine Haftstrafe absitzt, hält die Version vom illegalen Rennen für "reine Spekulation" und fordert deshalb Freispruch. Der Anwalt des Jüngeren plädierte im Berufungsprozess auf ein Jahr Jugendstrafe auf Bewährung.

mh mit Material der dpa

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