Typisierungsaktion in Bernau ab 11 Uhr

Für Maxi und Monika: So kämpfen Bernau und Chieming gegen Blutkrebs

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Auch beim "Blattlsonntag" in Traunstein wurden wieder Spenden für die Typisierungsaktion am 10. November in Hart bei Chieming gesammelt. Von links: Martina Prankl (Stiftung Aktion Knochenmarkspende), 2. Bürgermeister und Schirmherr Georg Hunglinger und der Harter Kirchenpfleger Josef Mayer.
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Bernau/Chieming - Sie sind beide fest im Dorf verankert und teilen das gleiche Schicksal: Blutkrebs - doch die Hilfsbereitschaft für Maxi aus Bernau und Monika aus Hart bei Chieming ist riesig. 

"Wir wollten einfach nicht danebenstehen und zuschauen. Er hat sein Leben lang immer geholfen, jetzt können wir etwas zurückgeben", sagt Nadine Prassberger mit einer Spur Hoffnung in der Stimme. Sie organisiert zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr in Bernau die Typisierungsaktion für den 26-jährigen Maxi. Denn Maxi, ein leidenschaftlicher Feuerwehrler, ist an Blutkrebs erkrankt und nun dringend auf einen Knochenmarkspende angewiesen. "Das hat jeden bei uns geschockt", so Prassberger im Gespräch mit chiemgau24.de.

"Es geht nicht nur um Maxi, sondern um jeden an Leukämie erkrankten"

Am 10. November findet ab 11 Uhr in der Bernauer Turnhalle deshalb die große Typisierungsaktion der DKMS statt. Spender sollen zwischen 17 und 55 Jahren alt sein. Mittels eines Stäbchens wird ganz einfach ein Abstrich von der Wangenschleimhaut genommen, dann ist man als potenzieller Spender registriert und landet in einer weltweiten Spenderkartei. Ob bei den Spendern dann der "genetische Zwilling" von Maxi dabei ist, ist offen: "Aber es geht ja nicht nur um ihn, sondern um jeden, der an Leukämie erkrankt ist", so Nadine Prassberger. 

Seit der Gewissheit, dass Maxi einen Spender braucht, ist die Hilfsbereitschaft in Bernau groß. Flyer werden gedruckt und verteilt, Bauzaunplakate am Ortseingang sind in Planung und der Aufruf zur Typisierungsaktion macht bei Facebook längst die Runde. "Man will einfach in irgendeiner Form helfen. Und für die Betroffenen ist es wichtig, dass so viele hinter dem Maxi stehen", erzählt Nadine Prassberger. Außerdem habe man ja auch von der an Leukämie erkrankten Frau aus Chieming gelesen und sich gedacht: "Schaut, es trifft mehrere in der Region."

In Hart wurden schon über 15.000 Euro gesammelt

Keine 30 Kilometer von Bernau entfernt, in der Nähe von Chieming, liegt der kleine Ort Hart. Hier hat es die 60-jährige Monika getroffen - ebenfalls Blutkrebs. Das Dorf hat bereits jede Menge in Bewegung gesetzt und allein 15.000 Euro gesammelt: Burschenvereine, Firmen, Verkehrsverein, Trachtler und viele Privatpersonen haben gespendet. "Dass so zusammengehalten wird, das findet man wirklich nicht oft", sagt Martina Prankl - als Organisatorin von Typisierungaktionen bei der "Stiftung Aktion Knochenmarkspende" (AKB) muss sie es wissen. 

"Die Monika ist bei uns im Ort fest verwurzelt und ein wichtiger Bestandteil", erzählt Georg Hunglinger, 2. Bürgermeister von Chieming, der die Schirmherrschaft für die Typisierungsaktion übernommen hat. Monikas Vater war sein Taufpate, die Bande in Hart sind eng. Jeder kennt jeden, jeder hilft jedem. Anfangs war die treibende Kraft Anni Maier, eine Freundin von Monika aus dem Frauenbund - viele haben sich inzwischen angeschlossen.

Auch für Monika - und alle anderen an Leukämie erkrankten - wird am 10. November zur Typisierung aufgerufen, von 10 bis 15.30 Uhr im Harter Feuerwehrhaus. Spender müssen zwischen 17 und 45 Jahren alt sein. Ein Unterschied zur Aktion in Bernau: Gespendet wird in Hart per Blutabnahme. "So können wir mehr genetische Merkmale feststellen als beim Wangenabstrich. Das vereinfacht die Suche nach einem Spender", so Martina Prankl. In der weltweiten Spenderkartei landet man aber sowieso - "und beide Verfahren sind auf hohem Niveau", so Prankl.

Passender Spender für Monika wohl schon gefunden

Wichtig auch: Jede Typisierung kostet 35 Euro. Die Kosten werden aber komplett von den Stiftungen übernommen, kein Spender muss selbst zahlen. Die Gelder, die in Bernau oder Chieming momentan gesammelt werden, kommen also den Stiftungen zugute, um die Typisierungen zu finanzieren. "Aber man muss bedenken, auch unsere 15.000 Euro reichen nur für gut 400 Typisierungen", so Schirmherr Hunglinger. 

Doch es gibt einen Lichtblick. Auch wenn die Spende noch nicht erfolgt ist - für Monika aus Hart gibt es wohl schon einen passenden "genetischen Zwilling" in der Datenbank. Die Typisierungsaktion am 10. November in Hart wird aber deshalb nicht weniger wichtig - denn geholfen werden kann so theoretisch jedem an Blutkrebs erkrankten auf der Welt, zum Beispiel auch Maxi aus Bernau.

xe

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