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Schockierende Vorwürfe gegenüber Mutter und Großeltern

Mädchen (8) sieben Jahre eingesperrt: Angehörige erscheinen nicht zu Vernehmung

Kind in Attendorn jahrelang eingesperrt
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In diesem Haus im sauerländischen Attendorn soll ein achtjähriges Mädchen fast sein gesamtes Leben lang festgehalten worden sein.

Ein achtjähriges Mädchen soll im Landkreis Olpe wohl über mehrere Jahre in einem Haus eingesperrt gewesen sein. Die Hintergründe sind weiterhin unklar – die Mutter sowie die Großeltern erschienen trotz Vorladung nicht zu einer Vernehmung.

Attendorn (Nordrhein-Westfalen) – Fast ihr gesamtes bisheriges Leben hat ein achtjähriges Mädchen wohl in einem Haus in der sauerländischen Stadt Attendorn im Landkreis Olpe verbringen müssen. Das Kind soll von ihrer Mutter und ihren Großeltern beinahe sieben Jahre lang in dem Haus festgehalten worden sein.

Der Grund dafür ist auch mehrere Wochen nach der Befreiung im September unklar. Die Angehörigen haben nach wie vor nicht mit den Ermittlern über die schrecklichen Vorwürfe gesprochen. „Mutter und Großeltern machen derzeit von ihrem Recht zu schweigen Gebrauch, erklärte der Siegener Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss am Mittwoch (9. November) und fügte an: „Eine Vorladung ist erfolgt. Zu einer Vernehmung sind die Personen nicht erschienen.“

Hintergründe und Motiv weiter unklar

Damit bleiben weiter zentrale Fragen zu den Hintergründen und dem Motiv der Tat offen. Die zuständige Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der Freiheitsberaubung und der Misshandlung von Schutzbefohlenen. Gegen weitere Personen werde derzeit nicht ermittelt, sagte von Grotthuss auf Nachfrage der Deutschen Presseagentur (dpa).

Die Achtjährige lebt nun bei einer Pflegefamilie und wurde bislang noch nicht von den Ermittlern befragt. Von Grotthuss hatte am Dienstag (8. November) betont, man müsse hier behutsam vorgehen. Ihre Angehörigen, die für die Isolation verantwortlich sein sollen und bisher ihre womöglich einzigen Kontakte waren, darf das Mädchen vorerst nicht mehr sehen.

Zeugenhinweis führt zu Rettung des Mädchens

Die Ermittler schließen aus dem Verhalten des Mädchens nach seiner Rettung, dass es zuvor das Haus jahrelang nicht verlassen durfte. Es sei offenbar sehr beeindruckt von der Außenwelt gewesen – etwa vom Garten, einem Baum, einer Wiese. „Das deutet für uns darauf hin, dass das Kind diese Eindrücke erstmalig erlebt hat“, sagte von Grotthuss.

Ersten Erkenntnissen der Kriminalisten zufolge hatte sich die Mutter im Sommer 2015 aus Attendorn abgemeldet und für sie und ihre Tochter einen neuen Wohnort in Italien angegeben. Nach einem Hinweis eines Ehepaars vom Juli dieses Jahres fanden die Behörden allerdings heraus, dass das Kind wohl die ganze Zeit über in der Stadt war.

Wie der Oberstaatsanwalt weiter erklärte, hat der beschuldigte Großvater italienische Wurzeln. „Es dürfte Verwandtschaft in Italien geben, da von der Kindsmutter angegeben wurde, in deren Nähe ziehen zu wollen“, so von Grotthuss.

aic mit Material der dpa

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