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Schrecklicher Fall in Nordrhein-Westfalen

Mädchen (8) über Jahre eingesperrt: Jugendamt räumt Defizite ein

Kind in Attendorn jahrelang eingesperrt
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Blick auf das Haus im sauerländischen Attendorn.

Im Fall des über Jahre eingesperrten Mädchens im nordrhein-westfälischen Landkreis Olpe hat das Kreisjugendamt nun erstmals Defizite eingeräumt. Verfahrensstandards seien „nicht in Gänze eingehalten worden“, heißt es.

Attendorn (Nordrhein-Westfalen) – Fast sein ganzes Leben lang war ein achtjähriges Mädchen in der sauerländischen Stadt Attendorn in einem Wohnhaus isoliert und eingesperrt. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind knapp sieben Jahre lang keinen Kontakt zur Außenwelt gehabt haben soll.

Nun räumte das zuständige Kreisjugendamt, knapp zwei Monate nach der Befreiung der Achtjährigen Ende September, erstmals Defizite ein. Die bereits 2003 erarbeiteten fachlichen Verfahrensstandards zum Kinderschutz seien „nicht in Gänze eingehalten worden“, heiß es in einem Bericht von NRW-Familienministerin Josefine Paul (Grüne).

Jugendamt will Strukturen prüfen

Das Jugendamt beabsichtige, seine organisatorischen Strukturen zu überprüfen und sich dabei vom Landesjugendamt beraten zu lassen. Es werde daran gearbeitet, die internen Verfahrensstandards zu verbessern. So soll jeder Hinweis auf eine Kindeswohlgefährdung künftig dem Vier-Augen-Prinzip unterliegen.

Fachbereichsleiter Michael Färber erläuterte auf eine Anfrage der Deutschen Presse Agentur (dpa), es seien vor allem Dokumentationsdefizite festgestellt worden. „Das ist nicht sauber dokumentiert worden“, sagte er. So sei bei jedem Hinweis auf Kindeswohlgefährdung ein Meldebogen anzulegen.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jugendamt und Angehörige

Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen das Jugendamt des Kreises Olpe sei abzuwarten, heißt es im Bericht der Landesregierung weiter. Für die Umsetzung des Landeskinderschutzgesetzes NRW sei der Stellenplan des Kreises Olpe 2022 um sechs zusätzliche Stellen erweitert worden. Die Besetzung der Stellen im Bezirkssozialdienst sei zum 1. Januar 2023 geplant.

Gegen die Mutter des Kindes und die Großeltern ermittelt die Staatsanwaltschaft in Siegen wegen Freiheitsberaubung und Misshandlung von Schutzbefohlenen. Sie geht davon aus, dass sie dem Mädchen fast sieben Jahre lang nicht ermöglicht hatten, „am Leben teilzunehmen“ – nicht an Kita, Schule oder am Spiel mit anderen Kindern.

aic mit Material der dpa

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