Wie dreist ist das denn?

Rüpel-Rentner (89) will nach Unfall nicht warten - und fährt eine Polizistin an

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Zwei Unfälle ereigneten sich am Donnerstagmorgen in der Silbergkurve (das Foto zeigt den zweiten Unfall). In der Folge war die Straße L561 gesperrt.

Der Unfall war schon schlimm genug - doch was die Polizisten danach erlebten, gibt kein Drehbuch her. Ein Autofahrer fuhr eine Polizistin an.  

Herscheid - Am Donnerstagmorgen hatten sich im Bereich einer Serpentinenkurve im Sauerland zwei Unfälle auf glatter Fahrbahn ereignet. Deshalb war die Strecke komplett gesperrt. Die Unfallaufnahme des zweiten Unfalls war gerade abgeschlossen, doch noch war die Straße nicht wieder freigegeben, weil sich noch Betriebsstoffe auf dem Asphalt befanden. 

Reinigungsmaschine friert ein

Das dauerte. Das beauftragte Fachunternehmen kämpfte mit dem Frost, der die Maschine außer Gefecht setzte. Deshalb zog sich die Freigabe der Fahrspur länger als erwartet hin. Der zuständige Landesbaubetrieb baute später eine Ampel auf, um ab 12.24 Uhr den Verkehr einspurig an dem Engpass vorbei zu führen. 

Doch zwischenzeitlich waren für eine kurze Zeit zwei Polizeibeamte abgestellt, um den Verkehr zu regeln. Dabei leiteten sie den Verkehr aus beiden Fahrtrichtungen abwechselnd an der Gefahrenstelle vorbei. 

Dann folgte der Auftritt des Lüdenscheider Autofahrers. Er fuhr kurz vor 12 Uhr an etwa 20 wartenden Fahrzeugen vorbei. Er ignorierte Haltezeichen und Weisungen der Polizeibeamtin und wollte sich an den Polizisten vorbeischieben. 

Polizistin wird am Schienbein angefahren

Stattdessen rief er aus dem Fenster, die Polizeibeamtin solle an die Seite gehen. Mehrfach fuhr er langsam gegen die Schienbeine der auf der Straße stehenden Beamtin, um sie nach hinten zu drängen. 

Die Beamtin klopfte auf die Motorhaube, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Doch der Lüdenscheider ließ sich davon nicht aufhalten und drängte immer weiter vor. 

Der zweite Polizeibeamte eilte der Kollegin zur Hilfe, griff durch das geöffnete Fahrerfenster zog den Schlüssel aus dem Zündschloss. Das beendete nicht nur die gefährliche Situation, sondern womöglich auch die Autofahrer-Karriere des Mannes. Ein Blick in seine Papiere verriet: Er ist 89 Jahre alt

Anzeige wegen Nötigung geschrieben

Die Polizeibeamten schrieben eine Anzeige wegen Nötigung. Sie beschlagnahmten in Absprache mit der Staatsanwaltschaft  den  Schlüssel und den Führerschein. Der Schlüssel wurde an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Der Wagen verblieb zunächst vor Ort. "Wichtig war uns, dass sich der 89-Jährige nicht wieder ans Steuer setzt, nicht sofort und auch nicht eine Stunde später", sagt Polizeisprecher Christof Hüls dem Portal come-on.de* .

Die Polizei wird nun eine Prüfung beim Straßenverkehrsamt veranlassen, ob der 89-Jährige charakterlich geeignet ist, weiter ein Fahrzeug zu führen. 

Die gute Nachricht zum Schluss: Die Polizeibeamtin wurde nicht verletzt.

*come-on.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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