Das erwartet die Fans

"Schatz, die Orgie wird kalt!" Der neue "Asterix" ist da

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"Asterix in Italien", am Donnerstag erschienen, ist ein ganz großer Wurf. Es ist herrlich und herzzerreißend zugleich anzusehen, wie Globalisierungsängste den Hinkelsteinexperten einholen, als ultraleichter Bimsstein vom Vesuv plötzlich sein in Stein gemeißeltes Geschäftsmodell infrage stellt.

Asterix in Italien – so lautet der Titel des 37. Abenteuers unserer gallischen Freunde! Den Autoren Jean-Yves Ferri und Didier Conrad bereitete es ein echtes Vergnügen, den Titel im italienischen Bologna anlässlich der Internationalen Kinderbuchmesse bekannt zu geben – vor einem begeisterten Publikum.

Die beiden Geheimnisträger gaben bereits etwas zum aktuellen Band bekannt: Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Italien ist von den Römern besetzt… Ganz Italien? Nein, nicht komplett! Während Cäsar von einem vereinten Italien träumt, besteht die Halbinsel aus verschiedenen Regionen, die großen Wert auf ihre Unabhängigkeit legen. Darum ist das Leben nicht leicht für die römischen Legionäre… Am 19. Oktober erschien Asterix in Italien im Handel. 

Der französische Zeichner Didier Conrad (l) und der Autor Jean-Yves Ferri zeigen sich am 09.10.2017 in Paris (Frankreich) mit einer Asterix-Figur am Rande der Pressekonferenz zum neuen Comic "Asterix in Italien".

Das Abenteuer

Es ist herrlich und herzzerreißend zugleich anzusehen, wie Globalisierungsängste den Hinkelsteinexperten Obelix einholen, als ultraleichter Bimsstein vom Vesuv plötzlich sein in Stein gemeißeltes Geschäftsmodell infrage stellt. Wie er auf einmal seinen Frust laut ausschreit: "Wieso muss immer Asterix die Hauptrolle spielen?" Das ist in dem Moment allerdings auch das beste Argument von Obelix. Plant er doch ein Himmelfahrtskommando.

Er will einen Rennwagen mit vier Pferden bei einem Rennen quer durch Italien lenken. Natürlich ohne jede Erfahrung. Warum nicht? Hat ihm doch eine Wahrsagerin einen Triumph versprochen. Zudem hat er Asterix dabei, diesmal als Navigator eher in Assistentenrolle.

Es ist grandios. Obelix macht Pause, wenn Idefix wegfliegt. Obelix macht Pause, wenn Wildschweinduft lockt. Obelix macht Pause, wenn zwei Damen aus dem Nachbarwagen eine Panne haben. Er belauscht in der Nacht eine Bestechung, und es ist ihm völlig egal. In der lateinischen Grammatik gibt es dafür einen sehr treffenden Ausdruck: den "Handlungsträger im Passiv".

Egal. Dass Obelix den haushohen Favoriten Caligarius, der für Rom antritt, immer wieder nicht einholen kann, hat ohnehin tiefere Gründe: Der korrupte römische Senator Bifidus mogelt an allen Ecken und Enden, damit Rom bei dem Rennen nicht das Gesicht verliert. 

Das Cover des 37. Bandes: Asterix in Italien

Ganz klar, dass Bifidus bald Besuch von den beiden tapferen Galliern erhält. Weil er nicht dasselbe "Piff!" und "Paff!" wie seine Leibwächter abbekommen will, türmt er feige, während ihm seine Frau noch "Wo läufst Du hin? Die Orgie wird kalt!" hinterher ruft. Obelix rollt weiter, zur Entscheidung am Vesuv.

Warum Italien?

„Italien lässt sich nicht auf Cäsar, Rom und das Kolosseum reduzieren!“ erklären Didier Conrad und Jean-Yves Ferri. „Unserer Meinung nach wurde es für Asterix und Obelix höchste Zeit, sich einmal persönlich davon zu überzeugen, wie es in Italien tatsächlich zugeht! Das dürfte auch Albert Uderzo gefallen, weil seine Familie aus Venetien stammt.“

mh/Pressemitteilung Ehapa Media/dpa

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