Falsche Einschätzung des Rettungsdienstes

Alle dachten, Sohn (19) will einfach nicht duschen - doch er schwebt in Lebensgefahr

  • schließen

Berlin - Dieser Fall sorgte in ganz Deutschland für große Aufregung. Alle dachten, dass eine Mutter den Notruf gewählt hatte, weil ihr Sohn (19) einfach nicht duschen wollte. Nun stellt sich alles komplett alles anders dar. Der junge Mann schwebte sogar in Lebensgefahr. 

Alle großen und kleinen Medienhäuser berichteten über diese skurrile Geschichte, derweil steckt viel mehr dahinter, als zu Beginn angenommen. Am Abend des 14. Mai alarmierte eine besorgte Mutter die Rettungskräfte. Im Alarmierungsschreiben der Feuerwehr hieß es damals: "Sohn spricht den ganzen Tag nicht mit seinen Eltern und will auch nicht duschen gehen. Für die Mutter ist das ein Notruf". Dies sorgte bei den Floriansjüngern für totales Kopfschütteln.

Zweifelhafter "Notruf"

In der Folge kümmerten sich trotzdem zwei Sanitäter um den 19-jährigen Berliner. Sie erkannten aber keine Notwendigkeit den Mann mit in ein Krankenhaus zu nehmen. In der Alarmmeldung hieß es dazu: "Junge bei Bewusstsein, hat keine Schmerzen und reagiert normal". 

Doch nun wurde klar: Bei dem Sohn bestand tatsächlich Lebensgefahr, wie bz-berlin.de berichtet. Einen Tag nach der vermeintlichen "Witz-Alarmierung", meldete sich die Mutter beim sozialpsychiatrischen Dienst. Deren Mitarbeiter ließ den jungen Mann von einem Rettungswagen ins Krankenhaus bringen.

Nun befindet sich der 19-Jährige seit zehn Tagen aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion auf der Intensivstation

Ein hochrangiger Feuerwehrmann erklärte bz-berlin.de, dass der Umgang mit der Anruferin "unter aller Sau" gewesen sei. Derzeit werden nach Angaben von öffentlichen Behörden rechtliche Konsequenzen geprüft. 

Anfangs musste die Mutter noch mit einer Anzeige wegen Notrufmissbrauchs rechnen. 

Schilddrüsenüberfunktion

Wenn der Hormonhaushalt der Schilddrüse durcheinander ist, hat das einen direkten Einfluss auf unseren Stoffwechsel. Wer unter einer Schilddrüsenüberfunktion leidet, produziert zu viele freie Schilddrüsenhormone (T4 und T3). Das kann sich in Hitzewallungen, starken Gewichtsverlust, Herzrasen sowie Muskelzucken äußern. Eine Schilddrüsenüberfunktion drosselt zudem die Freisetzung des Insulins. Die Folge: Die Blutzuckerwerte steigen.

Einige Anzeichen einer Überfunktion: Hoher Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Nervosität, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme, Durchfall, vermehrtes Schwitzen, Zyklusstörungen bei Frauen, Haarausfall, Stimmungsschwankungen bis hin zur Aggressivität, Erschöpfung, Kraftlosigkeit.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT