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Auch Mutter und Sohn (4) in Bispingen getötet

Traurige Gewissheit: Kinderleiche ist Lilli Marie - was bewegte Mann zum Dreifachmord?

In einem Waldstück unweit von Bispingen sichern Polizisten an einer Bundesstraße Spuren am Fundort einer Kinderleiche. Eine Frau und ihr vierjähriger Sohn waren am 16. Mai tot in einem Haus in Bispingen entdeckt worden. Beide hätten Spuren von Gewalt aufgezeigt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die elfjährige Tochter wurde vermisst.
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In einem Waldstück unweit von Bispingen sichern Polizisten an einer Bundesstraße Spuren am Fundort einer Kinderleiche. Eine Frau und ihr vierjähriger Sohn waren am 16. Mai tot in einem Haus in Bispingen entdeckt worden. Beide hätten Spuren von Gewalt aufgewiesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die elfjährige Tochter wurde vermisst.

Jetzt herrscht Gewissheit: Neben ihrer Mutter und ihrem vierjährigen Bruder starb auch die elfjährige Lilli Marie gewaltsam. Der Freund der Mutter soll der dreifache Mörder sein. Aber was war sein Motiv?

Update, 20. Mai, 14.56 Uhr - Gefundene Kinderleiche ist vermisste Elfjährige

Die an einem Waldweg in der Lüneburger Heide gefundene Kinderleiche ist „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ die vermisste elfjährige Lilli Marie. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Lüneburg am Donnerstag nach der Obduktion der Toten mit. Der Körper des Mädchens habe wie bei Mutter und Bruder Spuren von Gewalteinwirkungen aufgewiesen. Die Leichen der 35 Jahre alten Mutter und des vierjährigen Bruders waren am Sonntag im Haus der Familie in Bispingen entdeckt worden.

Der 34 Jahre alte Lebensgefährte der Mutter sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. „Er schweigt weiterhin“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jan Christoph Hillmer. Der Deutsche sei nicht der Vater der getöteten Kinder. Er habe zwei Vorstrafen wegen Körperverletzung und Nötigung sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz. Zum Tathergang und zu den Motiven für das Verbrechen machten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine Angaben.

Die Leiche der Elfjährigen war am Dienstag in der Nähe der Ortschaft Heber entdeckt worden. Das Ergebnis einer DNA-Untersuchung liegt zwar nicht vor, doch die Ermittler sind nach der Obduktion sicher, dass es sich um Lilli Marie handelt. Tagelang hatte die Polizei nach der Vermissten gesucht - mit Hunden, einer Drohne, einem Hubschrauber und sogar einem Kampfjet der Bundeswehr.

Den mutmaßlichen Mörder hatten die Beamten bereits am Sonntagnachmittag in Schneverdingen gefasst. Auch das Auto des Verdächtigen mit Kennzeichen aus Diepholz wurde sichergestellt. Sowohl der Fundort der Mädchenleiche als auch der Ort der Festnahme liegen keine 20 Kilometer von dem Haus entfernt, wo die Leichen der Mutter und des Vierjährigen entdeckt worden waren.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll der Mann erst kurze Zeit vor dem Verbrechen zu der Frau und ihren Kindern in das Einfamilienhaus in Bispingen gezogen sein.

Update, 18. Mai, 19.59 Uhr - Polizei findet Kinderleiche im Wald - Mutter und Kleinkind getötet

Es ist ein furchtbares Verbrechen, das die Lüneburger Heide erschüttert: Ein Vierjähriger und seine Mutter sterben gewaltsam - und die Polizei findet die Leiche eines weiteren Kindes. Ist es die elfjährige Lilli Marie, die seit dem Tod ihrer Mutter und des kleinen Bruders vermisst wird? Inzwischen befindet sich der Lebensgefährte der Mutter in Untersuchungshaft.

Der dritte Leichnam sei noch nicht identifiziert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg am Dienstag. Unklar sei auch, wann Ergebnisse der Obduktion vorliegen werden. In der Regel gebe es von den Rechtsmedizinern erste Ergebnisse am Folgetag. Die Polizei riegelte die Stelle ab, wo das tote Kind gefunden wurde - an einem Waldweg nahe der Ortschaft Heber im Heidekreis. Beamte der Spurensicherung in weißen Schutzanzügen sichteten den Fundort der Kinderleiche.

Seit Sonntagmittag wird die Elfjährige vermisst. Zuvor waren in einem Einfamilienhaus in Bispingen im Heidekreis zwei Leichen gefunden worden. Es handelte sich dabei um den vierjährigen Jungen und seine 35 Jahre alte Mutter. Beide wiesen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Spuren äußerer Gewaltanwendung auf. Im rund 20 Kilometer entfernten Schneverdingen wurde am Sonntagnachmittag der deutsche Lebensgefährte der getöteten Frau festgenommen. Gegen den 34-Jährigen erging ein Haftbefehl wegen zweifachen Mordes, er kam in Untersuchungshaft. Es bestehe Fluchtgefahr, betonte der Staatsanwalt. Der 34-Jährige äußerte sich bislang nicht. Sein Motiv: unbekannt.

Auf der Suche nach der Elfjährigen setzte die Polizei Spürhunde ein, Hubschrauber und Drohne waren im Einsatz, sogar die Bundeswehr suchte mit einem Kampfjet nach dem vermissten Mädchen. Wärmebildaufnahmen seien ausgewertet und sieben „relevante Punkte“ abgesucht worden, sagte ein Polizeisprecher. Gefunden wurde zunächst nichts.

Oder hatte in der Kleinstadt Bispingen jemand etwas gesehen? Die Menschen dort sollten befragt werden, schon am Montag seien rund 150 Haushalte besucht worden, kündigte der Polizeisprecher an. Die Suche begann schon am Sonntag und wurde kreisförmig um den Ort des Geschehens ausgeweitet. „Was wir nicht machen, ist planlos Stellen abzusuchen“, erklärte der Sprecher. Doch dann fanden die Beamten schließlich bei Heber im Raum Schneverdingen, nahe der Bundesstraße 3, die Kinderleiche. Noch am Nachmittag waren Fahrzeuge und Beamte der Polizei dort im Einsatz, darunter ein Drohnenführer.

Im Zusammenhang mit dem vermissten und möglicherweise getöteten Kind stellte die Polizei auch das Auto des Verdächtigen mit einem Kennzeichen aus Diepholz sicher. Ein anderes Auto wurde vom Grundstück in Bispingen abtransportiert.

In Bispingen, wo die tödliche Gewalttat sich ereignete, sperrte die Polizei das Grundstück der Familie mit Flatterband ab. Am Eingang des roten Backsteinhauses stand immer noch ein kleiner Tretroller, im Briefkasten steckte die Zeitung und an der Haustür hing ein Willkommensschild. An den Rand des Grundstücks setzten Unbekannte ein Stofftier, einen Affen - und stellten zwei Kerzen daneben.

Erstmeldung:

Bispingen - Eine 35-jährige Frau und ihr 4-jähriger Sohn sind tot in einem Haus im niedersächsischen Bispingen entdeckt worden. Beide hätten Spuren von Gewalt aufgewiesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit. Am Sonntagnachmittag sei im rund 20 Kilometer entfernten Schneverdingen ein Verdächtiger festgenommen worden, bei dem es sich um den 34-jährigen Lebensgefährten der Getöteten handle. Er befinde sich in Untersuchungshaft. Die Leichen waren am Sonntagmittag gefunden worden.

Bispingen: Tochter (11) der Getöteten wird vermisst

Seit dem schrecklichen Fund wird auch die 11-jährige Tochter der getöteten Frau vermisst. Suchmaßnahmen führten bisher nicht zum Auffinden des Mädchens.

Der Festgenommene wurde am Montagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Angaben zur Sache machte er nicht. Im Zusammenhang mit dem vermissten Kind stellte die Polizei das Fahrzeug des Verdächtigen mit einem Kennzeichen aus Diepholz sicher. Die Polizei betonte, dass wegen der laufenden Ermittlungen derzeit keine weiteren Informationen veröffentlicht würden.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Wer das Mädchen ab Sonntagmorgen, 5 Uhr gesehen oder das Fahrzeug in dem Zeitraum zwischen 5 und 16.15 Uhr beobachtet hat, wird dringend gebeten, sich mit dem Zentralen Kriminaldienst in Soltau unter 05191/9380-500 (Hinweistelefon) in Verbindung zu setzen.

dpa/Polizeiinspektion Heidekreis/mz

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