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Notfall-Patientin ringt um Leben in Baden-Württemberg

Rettungswagen umgeparkt: So erklärt der Busfahrer sein Verhalten

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Plötzlich war der Rettungswagen weg - minutenlang mussten die Sanitäter den umgeparkten Wagen suchen.
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Böblingen (Baden-Württemberg) - Ein unfassbarer Vorfall hat sich vergangenen Donnerstag ereignet: Während eines Einsatzes parkte ein 47-jähriger Linenbusfahrer während eines Einsatzes einen Rettungswagen um. Er gab nun eine Erklärung für sein Verhalten ab:

Update, 11.25 Uhr: So rechtfertigt sich der Busfahrer

Es ist ein unfassbarer Fall, der derzeit Schlagzeilen macht: Ein Linienbusfahrer parkte einen Rettungswagen im Einsatz einfach um. Und zwar nicht zwei Meter, sondern rund 70 Meter und außer Sicht der Rettungskräfte.

Der Rettungswagen hatte mit laufendem Motor an der Straße geparkt, der Bus kam nicht durch. Der Busfahrer war ungeduldig. Im Gespräch mit bild.de erklärt er sein Verhalten: „Der Rettungswagen war schlecht geparkt. Der hintere Teil blockierte die Straße. Ich wollte, dass meine Fahrgäste nach Hause kommen.“

Der Sohn der Notfallpatientin, die zu diesem Zeitpunkt um ihr Leben kämpfte zeigt sich im Gespräch mit bild.de fassungslos: „Der Busfahrer hat mit dem Leben meiner Mutter gespielt. Er muss für einige Zeit aus dem Verkehr gezogen werden.“

Der Busfahrer darf weiterhin fahren. Sein Chef hat bislang von Konsequenzen abgesehen, da er den Fahrer als zuverlässig und engagiert kennt. „Er hat seinen Fehler ein- gesehen.“

Die Ermittlungen der Polizei in Böblingen gegen den Busfahrer laufen. Wegen „Behinderung von hilfeleistenden Personen“ droht dem Mann nun eine Geldstrafe oder ein Freiheitsstrafe (StGB § 323c) von einem Jahr.

Vorbericht

Es ist eine Meldung, die für Kopfschütteln und Unverständnis sorgt: Am Donnerstag (19. September) war eine Rettungswagenbesatzung im Einsatz. Ein Patient schwebte in Lebensgefahr, alles musste schnell gehen. Doch dann das: Ein Unbekannter parkte während des Einsatzes den Rettungswagen einfach um! Minutenlang mussten die Einsatzkräfte den Wagen suchen, der außer Sichtweite geparkt wurde.

Technischer Defekt machte Motorweiterschaltung unmöglich

Doch was war genau passiert? Die Besatzung des Rettungswagens, die am Einsatzort im Zuge einer lebensbedrohlichen Situation eingesetzt war, hatte das Fahrzeug mit laufendem Motor, eingeschaltetem Blaulicht und Warnblinker auf der Straße abgestellt, um einen schnellstmöglichen Transport und eine unverzügliche medizinische Versorgung zu gewährleisten. Die Straße war durch den Rettungswagen blockiert. 

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Aufgrund eines technischen Defekts konnte der Fahrer des Rettungswagens das Fahrzeug nicht per Motorweiterschaltung in Betrieb halten und gleichzeitig den Zündschlüssel abziehen und den Rettungswagen verschließen. Stattdessen musste er den Fahrzeugschlüssel stecken lassen, um anschließend seine beiden Kollegen, die sich in der Wohnung der Patientin aufhielten, zu unterstützen.

Rettungswagen war plötzlich verschwunden - Busfahrer gesteht Tat

Als die Rettungskräfte die Patientin zum Fahrzeug transportieren wollte, war der Rettungswagen verschwunden. Zwischenzeitlich traf der nachgeforderte Notarzt ein. Nun begann die minutenlange Suche nach dem Rettungswagen, der etwa 70 Meter vom Einsatzort entfernt und außer Sichtweite für die Rettungskräfte stand. Das Fahrzeug musste anschließend zum Einsatzort zurück gefahren werden, um die Patientin, die notärztlich begleitet wurde, dann in ein Krankenhaus zu fahren.

Wegen Behinderung von hilfeleistenden Personen ermittelte hierauf das Polizeirevier Böblingen gegen Unbekannt. Ein Zeuge, der auf einer nahegelegenen Baustelle mit Arbeiten beschäftigt war, meldete sich dann bei der Polizei. Er hatte beobachtet, dass hinter dem Rettungswagen ein Toyota Kleinwagen und dahinter wiederum ein Linienbus zum Stehen gekommen waren. 

Die Beamten des Polizeireviers Böblingen konnten den betreffenden Busfahrer schließlich ermitteln, teilten die Beamten am Montag (23. September) mit. Der 47-jährige Mann gilt laut Polizeimeldung als dringend tatverdächtig. Laut einem Polizeisprecher räumte der 47-jährige Linienbusfahrer die Tat inzwischen ein.

mh/Polizeipräsidium Ludwigsburg

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