News-Ticker für Nordrhein-Westfalen

Corona in NRW: Gericht mit drastischer Entscheidung - Quarantänepflicht für Reiserückkehrer gekippt

Nordrhein-Westfalen ist hart vom Coronavirus betroffen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen wachsen in einzelnen Regionen weiter, aber langsamer. Doch in den Kitas spitzt sich die Lage zu.

Update vom 20. November 2020, 12.44 Uhr: Erste positive Nachrichten aus NRW. Das Bundesland zählt in der Corona-Pandemie zu einem der am stärksten betroffenen Regionen. Bereits am 1. November hatten alle Land- und Stadtkreise die kritische Marke von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohnern überschritten. Doch nun gehen in einigen Kreisen die Infektionszahlen zurück. Der Kreis Coesfeld lag am Sonntag bei einem Wert von 59,4 und ist damit am nächsten an der kritischen Marke. Drei weitere Kreise unterschritten die 100-Marke, berichtet Ruhr24.

Der Schein sollte jedoch nicht trügen. In anderen Regionen sind die Zahlen in NRW weiterhin hoch. Mit der Stadt Herne (Inzidenz: 303) und Hagen (Inzidenz: 275,1) liegen zwei Städte unter den Top-15-Städten mit den höchsten 7-Tages-Inzidenzen. Daher hat sich Ministerpräsident Laschet bei der Diskussion um die weiteren Corona-Maßnahmen für strengere Kontaktbeschränkungen ausgesprochen.

Corona in NRW: Gericht mit drastischer Entscheidung - Quarantänepflicht für Reiserückkehrer gekippt

Update vom 20. November, 17.38 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat die Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten gekippt. Diese war in der Corona-Einreiseverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geregelt. Das Gericht argumentiert, das Land berücksichtige nicht, dass Reisende, die aus einem Land mit niedrigeren Infektionszahlen als an ihrem Wohnort zurückkehren, bei der Heimkehr einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Somit sei die Quarantäne aktuell kein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland, teilte das Gericht am Freitag mit.

Update vom 20. November, 12.07 Uhr: Was Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeblich beim nächsten Corona-Gipfel von Bund und Ländern vorschlagen will, die „Ein-Kind-Regel“ (Minderjährige sollen sich im Teil-Lockdown auf Treffen mit nur einem Freund oder einer Freundin beschränken), wird höchst kontrovers diskutiert.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) aber offenbar ähnliche Ideen: „Eine Familie darf sich nur noch mit zwei weiteren Personen aus einem anderen Hausstand treffen“, sagte der Anwärter auf den CDU-Parteivorsitz* der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. Das sei sein Vorschlag für die Gespräche am 25. November. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass das Prinzip wirke - und so könnten Beschränkungen für Gastronomie oder Kultur „mittelfristig“ aufgehoben werden, so Laschet.

Wen Kinder und Jugendliche nicht zusammen mit ihrer Familie, sondern alleine treffen dürften, führte Laschet nicht aus. Es klingt aber so, als würde sein Vorstoß in der Praxis auf die Ein-Kind-Regel hinauslaufen. Viele Kinder in NRW sehen ihre Kita-Bekanntschaften aktuell nicht mehr - weil wegen der Pandemie die Einrichtungen zunehmend schließen (siehe Erstmeldung vom 19. November).

Coronavirus in NRW: Kita-Schließungen steigen rasant - Lage spitzt sich zu

Update vom 19. November, 16.44 Uhr: Wegen Corona gehen in NRW die Blutspenden zurück. Doch Unfallopfer, Krebspatienten und auch Corona-Patienten sind auf Blutspenden angewiesen. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat gemeinsam mit Ärzten dazu aufgerufen, sich trotz der Corona-Krise nicht vom Blutspenden abschrecken zu lassen. Covid-19 werde nicht durch Blut übertragen, sagte Thomas Zeiler vom DRK-Blutspendedienst am Donnerstag in Düsseldorf. Die Blutspende sei für den Spender so sicher wie die Transfusion für den Empfänger. „Da ist kein Risiko“, sagte der Mediziner. Deshalb sei es auch nicht sinnvoll, bei der Blutspende auf Covid-19 zu testen. Insgesamt spenden den Angaben zufolge weniger als fünf Prozent der deutschen Bevölkerung regelmäßig Blut. Sechs Prozent wären gut, sagte Laumann.

Coronavirus in NRW: Kita-Schließungen steigen rasant - Lage spitzt sich zu

Erstmeldung vom 19. November 2020

Düsseldorf - Immer mehr Kitas schließen wegen Corona. Die aktuellen Zahlen aus Nordrhein-Westfalen (NRW) zeigen das deutlich. Im Oktober sind schon 788 Kitas von einer vollständigen oder teilweise Schließung betroffen gewesen. Im September waren es 254. Das berichtet Bild.de und beruft sich dabei auf ein Schreiben des NRW-Familienministers Joachim Stamp (FDP) an den Landtag. Die Tendenz sei steigend, wie aus dem Bericht hervorgeht. Im November seien demnach 759 Einrichtungen von Teil -oder komplett Schließungen betroffen gewesen.

In Nordrhein-Westfalen müssen immer mehr Kitas wegen Corona schließen (Symbolfoto).

NRW: Kitas sollen offen bleiben - doch Coronazahlen steigen

Trotz steigender Coronazahlen hatte der NRW-Familienminister im Oktober eine Betreuungsgarantie gegeben. „Schulen und Kindertagesbetreuung werden in Nordrhein-Westfalen nicht noch einmal flächendeckend schließen“, sagte Joachim Stamp laut der Nachrichtenagentur dpa am 29. Oktober. In einem Schreiben vom 6. November versichtert Stamp das erneut:
„(...) Deshalb habe ich Kindern und Familien bereits im September eine Bildungs- und Betreuungsgarantie gegeben. Es wird keine landesweite Schließung von Kitas und Angebote der Kindertagespflege mehr geben. (...).“

Für die Schulen hat NRW die Weihnachtsferien 2020/21 vorgezogen. Die Schulkinder starten zwei Tage früher in die Ferien. Eine Entwicklung sorgt für Debatten: Die Zahlen der mit Corona infizierten Kinder in Deutschland* steigt im Vergleich zum September deutlich an.

Coronavirus in NRW - die aktuellen Fallzahlen (Datenstand: 19. November, 0 Uhr)

Sars-CorV-2- Infektionen in NRW216.802 Menschen haben sich bisher nachweislich mit Corona infiziert
Todesfälle in NRW in Verbindung mit dem Coronavirus2.819 Menschen starben
Genesen143.900 Menschen in NRW haben eine Virusinfektion überstanden
aktive Corona-Fälle in NRW70.083

Corona-Hotspots in NRW im landesweiten Durchschnitt die 7-Tage-Inzidenz* laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 166,6. Zehn Städten und Kreisen in NRW reißen die 200er-Marke. Herne führt jedoch die NRW-Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von 352,8 an, wie aus den Daten des Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen hervorgeht (LGZ) (Datenstand bis 18. November). In Herne gibt es momentan 831 aktive Corona-Fälle, davon müssen 83 Infizierte in einem Krankenhaus behandelt werden, teilt die Stadt am Donnerstag mit. 15 Corona-Fälle lassen sich nach Angaben der Behörden auf einen Corona-Ausbruch in einem Bochumer Schlachtbetrieb zurückverfolgen.

Die 10 Corona-Hotspots in NRW (Datenstand)

  • Herne - 352,8
  • Duisburg - 284.9
  • Solingen - 283,2
  • Hagen - 281,4
  • Düren - 258,8
  • Lippe - 230,2
  • Hamm - 224,5
  • Gelsenkirchen - 214,1
  • Heinsberg - 206,6
  • Dortmund - 206,5

Die Corona-Zahlen in Deutschland scheinen sich zu stabilisieren - doch ein wichtiger Wert steigt ausgerechnet bei Kindern, Jugendlichen und alten Menschen. Das Infektionsschutzgesetz schlägt gerade hohe Wellen. Was steht eigentlich drin im neuen Infektionsschutzgesetz*? (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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