Nutzer berichten bereits von ersten Problemen

Corona-Warn-App jetzt startklar: Wirst Du sie auch herunterladen?

Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit
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Die neue Corona-Warn-App wird am Dienstag in Berlin vorgestellt. Sie ist seit Mitternacht (16. Juni) downloadbar.

Berlin/Landkreis - Nach wochenlangen Vorbereitungen und teilweise auch Verzögerungen ist es seit kurz nach Mitternacht so weit: Die Bürgerinnen und Bürger können sich jetzt die deutsche Corona-Warn-App herunterladen.

Die Corona-Pandemie via Smartphone eindämmen: Die Bundesregierung baut darauf, dass viele Menschen mitmachen. Die offizielle Vorstellung erfolgt am Dienstagvormittag ab 10.30 Uhr (News-Ticker Dienstag, 16. Juni) unter anderem durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), dem Robert Koch-Institut und den beauftragten Unternehmen SAP und Telekom vorgestellt werden. Die App soll die Kontaktverfolgung von Infizierten ermöglichen und dadurch die Infektionsketten verkürzen. Die Entwicklungskosten werden auf etwa 20 Millionen Euro beziffert.

In den App-Stores von Google (Google Play Store) und Apple (App Store) stand die Applikation schon in der Nacht zum Download zur Verfügung. Die Bundesregierung hatte auf ihrer offiziellen Website zum Mitmachen aufgerufen, dabei aber ausdrücklich die Freiwilligkeit des Angebotes betont. Erste Nutzer klagten jedoch bereits Minuten später in sozialen Netzwerken über technische Probleme. Sie berichteten von Verzögerungen bei der Verfügbarkeit und/oder Probleme beim Herunterladen. Auch in den frühen Morgenstunden wurde noch vereinzelt von Problemen berichtet.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass die App auf einfache Weise dafür sorge, Infektionsketten zu erkennen: "Das ist ein sehr sinnvolles Instrument. Sie ermöglicht aber auch, persönliche Vorsorge zu treffen - indem man sich bei einer entsprechenden Warn-Meldung testen lassen kann."

"Niemand muss sich um Privatsphäre sorgen"

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erwartet von der Applikation einen positiven Effekt im Kampf gegen das Virus: "Die App ist ein neuer wichtiger Baustein, um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu halten." Zudem erläuterte die Ministerin die Technik, die dahinter steckt: "(...) Die Nutzung ist freiwillig, und je mehr dabei mitmachen, desto effektiver wird sie uns alle schützen. (...) Niemand muss sich Sorgen um seine Privatsphäre machen, aber alle profitieren vom zusätzlichen Schutz, der mit jedem Nutzer stärker wird." Die App funktioniere ohne Anmeldung und lasse keine Rückschlüsse auf die Nutzer zu, sie speichere zudem weder Namen noch Telefonnummern oder Standorte. Die anonymisierten Daten würden lediglich dezentral auf dem eigenen Smartphone gespeichert und nach zwei Wochen gelöscht. Behörden und Betreiber der App hätten keinen Zugriff auf die Nutzerdaten, betonte Huml.

Es gibt jedoch auch Kritik an der neuen App. Die Regierung wies dabei Forderungen aus der Opposition zurück, Regelungen zur Freiwilligkeit und zum Datenschutz in einem eigenen Gesetz festzuschreiben. In der Datenschutzgrundverordnung sei alles Notwendige geregelt, argumentierte etwa Spahn.

Corona-Warn-App jetzt zum Download bereit - erste Eindrücke

Corona-Warn-App
Corona-Warn-App © dpa
Corona-Warn-App
Corona-Warn-App © dpa
"Eine sehr milde Art des Datentrackings"
"Eine sehr milde Art des Datentrackings" © dpa
Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit
Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit © dpa
Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit
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Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit
Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit © dpa
Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit
Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit © dpa
Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit
Offizielle Corona-Warn-App steht zum Download bereit © dpa

Und die Verbraucherzentralen pochen darauf, dass die App tatsächlich freiwillig bleibt. So dürfe es nicht sein, dass etwa Arbeitgeber, Restaurants oder Behörden eine Nutzung der App doch einmal als Zutrittsvoraussetzung definierten. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag): "Ich bin davon überzeugt, dass es einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber gibt, dass niemand benachteiligt werden darf, der die App – aus welchen Gründen auch immer – nicht nutzt."

mw/dpa

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