Erster „Wirkstoff-Kandidat“

Coronavirus in Niedersachsen: Forscher am Göttinger Primatenzentrum suchen nach Wirkstoff

Coronavirus in Niedersachsen: Forscher am Göttinger Primatenzentrum suchen nah Impfstoff
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Coronavirus in Niedersachsen: Forscher am Göttinger Primatenzentrum suchen nah Impfstoff (Symbolbild)

Corona in Niedersachsen: Forscher suchen fieberhaft nach einem Wirkstoff gegen das Virus - auch am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen.

  • Das Coronavirus breitet sich schnell in Niedersachsen aus.
  • Forscher am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen suchen nach einem Wirkstoff gegen Corona.
  • Es gibt einen ersten "Wirkstoff-Kandidaten".

Weltweit suchen Wissenschaftler fieberhaft nach einem Impfstoff oder einem Medikament gegen das Coronavirus – auch am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen.

Und die Forscher dort haben eine Entdeckung gemacht: Mit Kollegen der Berliner Charité fanden sie einen Ansatzpunkt, wie die Ausbreitung des neuartigen Erregers SARS-Coronavirus-2 im Körper blockiert werden könnte – über ein in Japan erhältliches Medikament.

Corona in Niedersachsen: Forscher aus Göttingen suchen Wirkstoff gegen das Virus

„Wir erhalten ständig Anrufe und Emails von Menschen, die wissen wollen, wo man das Medikament bekommt“, erzählt der Infektionsbiologe und Erstautor der Studie, Dr. Markus Hoffmann. Die Forscher müssen dann erklären, dass es für den breiten Einsatz des Medikaments zur Covid-19-Therapie noch viel zu früh ist.

„Ob diese Blockade auch beim Menschen funktioniert, muss erst in klinischen Studien untersucht werden“, sagt Hoffmann. Auf keinen Fall sollte man den Wirkstoff im Selbstversuch anwenden.

Dass die Göttinger Forscher so schnell einen „Wirkstoff-Kandidaten“ präsentieren konnten, gründete auf ihrer Erfahrung und Expertise auf dem Gebiet der Virenforschung sowie auf ihrer schnellen Reaktion auf die neue Atemwegserkrankung.

Coronavirus: Forscher aus Göttingen beteiligen sich an Wirkstoff-Suche

Der Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am Primatenzentrum, Stefan Pöhlmann, hielt gerade eine Vorlesung über die ebenfalls durch Coronaviren hervorgerufenen Infektionskrankheiten SARS und MERS, als er die Nachricht bekam, dass sich der Verdacht bestätigt hatte: Ursache der Krankheitswelle in China war ein neuartiges Coronavirus. Pöhlmann gab diese Meldung gleich an seine Studenten weiter. „So wurden sie unmittelbar mit der Aktualität dieses Forschungsgebietes konfrontiert.“

Einige Tage später – „Ich stand gerade im Supermarkt an der Fleischtheke“ – entdeckte Markus Hoffmann auf seinem Handy eine Nachricht, die ihn elektrisierte: Chinesische Forscher hatten die komplette Genom-Sequenz eines Isolats des neuen Coronavirus in der Datenbank des National Center for Biotechnology (NCBI) hinterlegt. Forscher in aller Welt konnten nun loslegen, um das Virus und seine Wirkungsweise zu erforschen.

Göttingen: Forscher suchen Wirkstoff gegen Corona

Das Göttinger Team wollte dabei an frühere Forschungen mit anderen Coronaviren anknüpfen. Dafür benötigte Hoffmann einen bestimmten Teil des Genoms. „Ich habe sofort meinen Chef angerufen, ob ich das kaufen darf“, sagt er. Nachdem er das „Okay“ erhalten hatte orderte Hoffmann bei einer deutschen Biotech-Firma das Material. 

Da für das künstlich hergestellte Gen eine Lieferzeit von drei Wochen avisiert war, konnte Hoffmann in Ruhe die Versuche vorbereiten. Dabei habe er aber ziemlich unter Strom gestanden: „Es war ja klar, dass ich in Konkurrenz zu anderen Wissenschaftlern stehe.“

Er hatte Glück, denn das Material traf zügig ein. Er habe dann im Akkord die Versuche durchgezogen, erzählt Hoffmann.

Von Heidi Niemann

Entdeckungen von Infektionsbiologen aus Göttingen machen Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus. Sie geben neue Ansatzpunkte für Therapie und Impfstoff-Forschung.

Auch andere Forscher aus Göttingen suchen nach einem Wirkstoff gegen das Coronavirus. Auf der Suche nach einem Medikament gegen Corona haben Forscher aus Göttingen das Malaria-Mittel Chloroquin getestet. Sie sind zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen.

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