Fall erinnert an Frankreich

Busfahrerin verprügelt, weil sie auf Maskenpflicht hinweist - OB mit deutlichen Worten

„Bitte mit Maske“ steht auf einem Schild auf einer Bustür, im Hintergrund steigen Fahrgäste aus.
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Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln - nach der Ermahnung von Fahrgästen wurde eine Busfahrerin in Darmstadt jetzt verprügelt

In Darmstadt wurde eine Busfahrerin verprügelt, nachdem sie Fahrgäste auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte. Die Täterin konnte unerkannt fliehen.

  • Am Dienstagabend (28.07.2020) wurde eine Busfahrerin in Darmstadt von einem weiblichen Fahrgast verletzt.
  • Die Busfahrerin hatte zuvor eine Gruppe Mitfahrender aufgefordert, die Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
  • An der Endhaltestelle wurde die Fahrerin verprügelt - die Täterin ist noch unbekannt.

Darmstadt - Am Dienstagabend wurde eine Busfahrerin in Darmstadt verprügelt - weil sie Fahrgäste darauf hingewiesen hatte, dass im Bus eine Maskenpflicht besteht. Die Frau wurde so schwer verletzt, dass sie ihren Dienst abbrechen musste.

Der Fall erinnert an das tragische Schicksal eines Busfahrers im französischen Bayonne: Er war nach einem brutalen Angriff von mehreren jungen Männern verstorben. Auch er hatte seine Fahrgäste lediglich auf Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie* hingewiesen - nämlich darauf, dass im Nase und Mund im Bus bedeckt werden müssen.

Wegen Maskenpflicht: Angriff auf Busfahrerin in Darmstadt

Gegen 21 Uhr waren die Fahrgäste, die später die Busfahrerin angreifen sollten, am Darmstädter Hauptbahnhof in den Bus eingestiegen. Laut Polizeibericht trug die Gruppe aus drei Männern, einer Frau und einem Kind dabei schon keinen Mund-Nasen-Schutz.

Das wollte die Busfahrerin offenbar nicht hinnehmen: Sie wies die Fahrgäste mehrfach über den Lautsprecher darauf hin, sich an die Maskenpflicht* zu halten. Statt sich an die Aufforderungen der Busfahrerin zu halten, sollen die Fahrgäste die Busfahrerin beleidigt haben.

Zum Übergriff kam es dann an der Endhaltestelle: Beim Aussteigen soll die Frau die Tür zur Fahrerkabine geöffnet und mehrfach auf die Busfahrerin eingeschlagen haben. Sie konnte danach unerkannt fliehen. Die Frau soll zwischen 20 und 30 Jahren alt gewesen sein, „westeuropäischen Aussehens“ und lange schwarze Haare gehabt haben.

Gewaltübergriff in Darmstadt: Vorfall reiht sich in andere Fälle ein

Dieser Angriff auf die Busfahrerin war nicht der erste Gewaltvorfall in Darmstadt - bereits am Montagabend war es zu polizeifeindlichen Randalen gekommen.

Klare Worte fand Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Bündnis 90/Die Grünen): „Wir stehen hier klar an der Seite der Polizei und der Menschen im öffentlichen Dienst. Ihr Einsatz ist für das gemeinsame Zusammenleben in einem demokratischen Rechtsstaat elementar, sie sichern das staatliche Gewaltmonopol und damit unsere Freiheit. Sie erfüllen daher eine wichtige Aufgabe für uns alle.“ Auf der Website der Stadt Darmstadt schrieb er: „Nur mit Fairness und Respekt ist gerade in diesen, von vielen Einschränkungen geprägten Zeiten, ein erträgliches Zusammenleben aller in der städtischen Gesellschaft möglich zu machen.“ Auch in Oldenburg war es zu einem Übergriff auf einen Busfahrer gekommen. (kat/*Merkur.de und tz.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.)

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