Schlag gegen Telefonbetrügerbande gelungen

Bundesweite Durchsuchungen und Festnahmen bei „falschen Polizeibeamten“

Frankfurt am Main/Deutschland - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Frankfurter Kriminalpolizei haben am Donnerstag, den 17. Dezember insgesamt 16 Objekte (Wohn- und Geschäftsräume) in mehreren Bundesländern durchsucht und 7 dringend Tatverdächtige aufgrund von Haftbefehlen des Amtsgerichts Frankfurt am Main festgenommen. Das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges wurde seit April 2020 geführt.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Die Ermittlungen richten sich gegen 18 überwiegend in Deutschland lebende Männer und Frauen im Alter von 23 bis 65 Jahren mit deutscher, türkischer, syrischer und afghanischer Staatsangehörigkeit. Die Beschuldigten und weitere bislang nicht identifizierte Personen in der Türkei stehen in Verdacht, als Mitglieder einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Telefonbetrügereien zusammengeschlossen hat, im Zeitraum Februar bis August 2020 zumeist ältere Menschen unter Vorspiegelung eines bevorstehenden Einbruchs oder Verlustes ihres Bankvermögens sowie unter Nutzung fiktiver Personalien angeblicher Polizeibeamter um ihre Vermögenswerte gebracht bzw. dies versucht zu haben.

Bei sieben solcher Taten sollen die Beschuldigten erfolgreich gewesen sein. Durch stunden- oder gar tagelang andauernde Telefonanrufe unter Einblendung technisch erzeugter Telefonnummern realer Behörden (Call-ID-Spoofing) sollen sie die Geschädigten im Alter von 71 bis 88 Jahren dazu gebracht haben, Gold, Schmuck oder Bargeld in Höhe von insgesamt über 715.000 Euro an die sogenannten „Abholer“ zu übergeben bzw. vor ihrer Wohnung zu deponieren. Ein Teil des Geldes (365.000 Euro) konnte in unmittelbarer Tatortnähe sichergestellt werden.

In vier weiteren Fällen gelang es den Ermittlern, rechtzeitig einzuschreiten und dadurch einen drohenden Vermögensverlust in Höhe von rund 100.000 Euro zu verhindern.

An den heutigen Vollstreckungsmaßnahmen, die in Hessen (9 Objekte), Nordrhein-Westfalen (4 Objekte), Bayern, Hamburg und Berlin (jeweils 1 Objekt) stattfanden, nahmen insgesamt etwa 120 Beamte der Polizeipräsidien Frankfurt am Main und Südosthessen, polizeiliche Spezialkräfte aus Nordrhein-Westfahlen sowie Beamte der Landeskriminalämter Hamburg und Berlin teil. Zudem kam es zum Einsatz eines Bargeldhundes.

Im Rahmen der Durchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel, insbesondere Unterlagen, Computer, Datenträger und Bargeld sicherstellt. Die festgenommenen Beschuldigten werden heute zur Verkündung der Haftbefehle dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.

Pressemitteilung Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte

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