Landwirtschaft Schuld am Artensterben?

"Land schafft Verbindung" ruft zu bundesweitem Bauern-Protest auf

Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat am Dienstagabend der Landwirtschaft die Alleinschuld am Verlust der Artenvielfalt gegeben: zu viel Dünger und Pestizide würden auf den Wiesen und Weiden eingesetzt und die intensive Wiesenmahd würde ebenfalls negativ einwirken. 

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Ein Dialog mit dem Bundesumweltministerium war bislang nicht möglich, Kontaktaufnahmen unsererseits werden ignoriert. Aus diesem Grund ruft Land schafft Verbindung Deutschland am 28.05.2020 zu bundesweiten Protestkundgebungen auf. Wir Landwirte wehren uns gegen die Diffamierung durch die Politik. Wir fordern eine sachliche und nicht ideologische Betrachtung der Sachlage. Der Rückgang der Biodiversität muss ganzheitlich betrachtet werden und nicht einseitig. Unsere geographische Lage in Deutschland bietet optimale Bedingungen für Landwirtschaft, 47% der Flächen werden landwirtschaftlich genutzt. Auf der anderen Seite werden täglich für Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen rund 60ha Fläche der Landwirtschaft entzogen und fehlen schlussendlich zur Erhaltung der Biodiversität. 

Deutschland hat eine Gesamtfläche von 357.000 km2, hiervon werden rund 168.000 km2 landwirtschaftlich genutzt. Nach Auffassung des NABU sollen zukünftig 100.000 km2 Naturschutzflächen sein und gehen somit der Landwirtschaft verloren. Mit dem Verlust dieser Fläche wird unsere landwirtschaftliche Selbstversorgung in Deutschland massiv gefährdet! Die letzten Monate und Wochen haben jedoch gezeigt, wie immens wichtig ein hoher Selbstversorgungsgrad ist um nicht von Importen aus dem Ausland abhängig zu sein. Nicht nur die Landwirtschaft trägt zum Verlust der Artenvielfalt bei, sondern die gesamte Gesellschaft. Bei 82 Millionen Menschen in Deutschland sind rund 60 Millionen Autos auf den Straßen unterwegs, über 50 Millionen Passagiere reisen mit dem Flugzeug. 

Durch den Ausbau des 5G Netzes werden die Insekten in ihrer Orientierung gestört, die Städte sind nachts durch die vielen Laternen taghell und 92 Milliarden Insekten werden durch die Luftverschmutzung vernichtet. Die neue Hygienisierung der Landwirtschaft hat ebenfalls massive Auswirkungen auf den Insektenbestand: der klassische Misthaufen muss mit Plastikfolie abgedeckt werden – „Paradiese“ für die Reproduktion der Insekten stehen so massenweise nicht mehr zur Verfügung. Weidetierhaltung wird immer schwieriger, da Wolfsrudel unkontrolliert Weidetiere angreifen und ein Schutz der Weidetiere nicht mehr möglich ist: nimmt die Weidetierhaltung ab, werden auch hier wieder „Insektenparadiese“ reduziert. 

Auf der Bundespressekonferenz wird der Bericht über die Lage der Natur veröffentlicht und die Landwirtschaft als Sündenbock für die Missstände dargestellt. Welche wissenschaftlich fundierten Untersuchungen liegen diesen Aussagen zugrunde? Wo sind die Fakten, die nicht ideologisch eingefärbt sind? Da der von uns gewünschte und mehrfach angebotene offene und sachliche Dialog mit dem Bundesumweltministerium nicht möglich ist, fordern wir den sofortigen Rücktritt von Frau Svenja Schulze und Herrn Jochen Flasbarth. 

Wer andere Meinungen nicht einmal anhört, ist nicht dialogbereit, nicht demokratiefähig und muss daher abgelöst werden. Wir sind jederzeit bereit, mit den Nachfolgern/innen sach- und fachlich fundierte, ideologisch nicht verfärbte Gespräche zu führen. Wir Landwirte wollen Natur- und Umweltschutz, der nachhaltig für Natur, Umwelt, Gesellschaft und unsere Betriebe ist!

Pressemitteilung des Land schafft Verbindung Deutschland e.V. i.G.

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