Hohe Auszeichnung für SPD-Rebell Kevin Kühnert

Vom "Milchgesicht" zum Kanzler-Schreck

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Dem Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert wurde eine besondere Ehre zuteil.
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Deutschland/Welt - Kevin Kühnert macht spätestens seit der Bundestagswahl mit Kontroverseren innerhalb der SPD Schlagzeilen. Jetzt wurde dem Juso-Vorsitzenden eine besondere Ehre zuteil: 

Im vergangenen November spaltete Kevin Kühnert die Bundesrepublik - oder zumindest die SPD-Wähler. Für eine gewisse Zeit sah es so aus, als würde die neue Bundesregierung an dem Veto der Jusos scheitern. Er rief sogar das #nogroko-Projekt ins Leben, um für einen Austritt der Sozialdemokraten aus der großen Koalition zu werben. 

Damals warf er seiner Partei vor, sie habe die eigenen Prinzipien verraten. Am Ende rauften sich die SPD-Rebellen nach langen und heftigen Diskussionen wieder zusammen. 

Internationale Anerkennung

Jetzt wurde dem Bundesvorsitzenden der Jusos eine besondere Ehre zu teil. Auch wenn er in seinem Kapuzenpulli und seiner Schlabber-Jeans nicht so aussehe, hätte er es doch fast geschafft, Europas mächtigste Staatsfrau zu stürzen, schreibt das Time Magazine. Aus diesem Grund nahm ihn die renommierte US-Zeitschrift in die Liste der "Anführer von Morgen" auf.

Zwar sei er damals mit seiner Intiative an den übrigen 66 Prozent seiner Partei gescheitert, dennoch habe er eine grundsätzliche Diskussion über die Ausrichtung seiner Partei angestoßen, so die Zeitschrift weiter. Die nicht nur herbe Verluste bei der Wahl hinnehmen musste, sondern auch zahlreiche Mitglieder verloren hätte. 

Ein unermüdlicher Geist

Auch nach der Wahl ruht sich Kühnert nicht aus. Erst vor kurzem griff er Bundesinnenminister Horst Seehofer wegen dessen islamkritischen Äußerungen scharf an. „Während die politische Linke derzeit über die Zukunft der Grundsicherung diskutiert, betreibt das neue Heimatministerium von der Spitze her Politik in eigener Sache“, schrieb der Juso-Chef in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. 

Aber auch vor seinen Parteigenossen nimmt er kein Blatt vor den Mund. Er forderte vehement, den umstrittenen Paragraf 219 aufzuheben. Dieser setzt fest, dass für Schwangerschaftsabbrüche keine Werbung betrieben werden darf. Wieder ohne Erfolg. Kühnert scheiterte erneut am Rest der Partei, der der Union entgegenkommen wollte. „Wir sind nicht in der Sache zurückgetreten, aber im Verfahren der Union entgegengekommen. Das ist doch eigentlich ein guter Kompromiss.“, erklärte Andrea Nahles damals. 

kil

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