Gewalttat an S-Bahn-Haltpunkt

Dresdner fast überrollt: Plötzlich Kehrtwende der Staatsanwaltschaft

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Dresden - Für große Empörung sorgte im Netz die Aussage von Oberstaatsanwalt Lorenz Haase (57) zu einer Gewalttat am S-Bahn-Haltepunkt Dresden-Zschachwitz.

Wie von berichtet, kam es am frühen Freitagmorgen am Bahngleis zu einem Überlebenskampf, als der 40-jährige René J. von zwei Asylbewerbern angegriffen wurde. 

Die beiden Männer verhinderten unter anderem durch Fußtritte, dass der Familienvater wieder auf das Bahnsteig und damit in Sicherheit klettern konnte. Fast hätte er das mit dem Leben bezahlt. Ein S-Bahn-Fahrer bemerkte die gefährliche Situation noch rechtzeitig und brachte den Zug mit einer Notbremsung wenige Meter vor René J. zum Stehen.

Eine versuchte Tötung? So sehen das auch viele unserer Leser - die Staatsanwaltschaft sah darin zunächst jedoch "lediglich" eine gefährliche Körperverletzung, einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr und Nötigung.

Kehrtwende: Nun doch Ermittlungen wegen versuchten Totschlags

Jetzt die Kehrtwende: Wie Tag24 berichtet, wurden die Asylbewerber aus Marokko (23) und Libyen (27) nun doch wieder festgenommen. "Die weiter geführten Ermittlungen haben ergeben, dass ein dringender Tatverdachts hinsichtlich des versuchten Totschlags vorliegt. Daher hat die Staatsanwaltschaft die Haftbefehle beantragt", so Oberstaatsanwalt Lorenz Haase. 

Das sagte das Opfer zur Aussage des Oberstaatsanwalt

Zunächst wollte die Staatsanwaltschaft nicht wegen versuchten Totschlags ermitteln. Die Begründung von Oberstaatsanwalt Haase: Das Opfer hatte eine "klar erkennbare" Fluchtmöglichkeit über das Nachbargleis. 

Auf Anfrage von Tag24 sagte der Familienvater nun zu dieser Einschätzung: "Ich war panisch, wollte einfach nur wieder hochklettern und zurück auf den Bahnsteig. Ich habe nicht an andere Möglichkeiten gedacht". Zudem: Auf dem Nachbargleis fahren regelmäßig Güterzüge. 

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