Düsseldorferin wollte nach Unfall nicht mehr im Stau stehen

Frau pöbelt Rettungskräfte an: "Es geht doch nur um einen einzigen Motorradfahrer"

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Düsseldorf - Unglaublich: Weil ihr die Rettung eines verunglückten 17-Jährigen zu lange dauerte, pöbelte eine Autofahrerin am Mittwoch, den 31. Juli, die Einsatzkräfte vor Ort an. Sie wollte ihren Termin nicht verpassen, obwohl es um ein Menschenleben ging. 

Immer wieder hört man von Verkehrsteilnehmern, die sich nach einem Unfall nicht korrekt verhalten, sich zum Beispiel nicht an die Rettungsgasse halten. Dabei ist es gerade im Falle eines Unfalls wichtig, dass alles reibungslos funktioniert, damit möglichst schnell geholfen werden kann. Das sah eine 50-jährige Düsseldorferin augenscheinlich anders. 

Am 31. Juli kam es in Düsseldorf zu einem Verkehrsunfall, in dessen Folge die Straße gesperrt wurde. Ein 16-Jähriger war dabei so eingeklemmt worden, dass Rettungskräfte und Feuerwehr ihn befreien mussten. Die 50-Jährige stand laut einer Polizeimeldung direkt hinter der Unfallstelle im Stau. Noch während die Einsatzkräfte darum bemüht waren, den Jugendlichen zu retten, stieg sie immer wieder aus dem Auto aus, um ihrem Unmut über die Straßensperrung Luft zu machen. Wann sie endlich weiterfahren könne, fragte sie wieder und wieder und störte dadurch die Maßnahmen. Sie habe es eilig, müsse noch auf einen Termin. Dabei betrat sie auch wiederholt die Rettungsgasse, die eigentlich für Verkehrsteilnehmer gesperrt war. Mehrfach haben anwesende Polizisten sie darauf hingewiesen, dass die Straße für Rettungs- und Bergungsarbeiten gesperrt sei und forderten sie dazu auf, im Auto sitzen zu bleiben, um die Arbeiten nicht zu behindern. 

Das wollte die 50-Jährige aber nicht so recht einsehen. Selbst nachdem ihr die Beamten erneut erklärten, dass die Rettungskräfte aktuell um ein Menschenleben kämpfen und die Lage ernst sei, zeigte sie wenig Einsicht. Ganz im Gegenteil. Sie erklärte den Beamten, dass sie die Sperrung nicht verstehe. Die Situation sei nicht ihr Fehler, sondern sie werde gezwungen zu warten, obwohl sie einen Termin habe. Als man sie erneut dazu aufforderte in ihr Auto zu steigen, tat sie das zwar, kam aber kurz darauf wieder aus dem Fahrzeug geschossen, um die Einsatzkräfte lautstark anzuschreien. Sie könne jetzt nicht mehr warten, sonst müsse sie ihren Termin absagen. 

Obwohl die Polizisten ihr erklärten, dass sich auch Angehörige vom Unfallopfer vor Ort aufhielten und sie um Rücksicht baten, schimpfte die Frau laut weiter, dass es für sie zu lange dauere eine einzige Person zu retten. Es handle sich schließlich "nur um einen einzigen Motorradfahrer". Da sich die 50-Jährige nicht beruhigen ließ, forderten die Beamten sie dazu auf, ihre Personalien vorzuzeigen, was diese verweigerte. Auch den Versuch ihre Handtasche nach einem Ausweis zu durchsuchen, versuchte sie zu verhindern. Nun erwartet die Dame eine Strafanzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. 

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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