Video von Aussage geht viral

Rettungswagen-Durchsage an „Corona-Rebellen“ in Düsseldorf - „Ihr seid doch Spinner“

In Düsseldorf fährt ein Rettungswagen an sogenannten „Corona-Rebellen“ vorbei. Ein Besatzungsmitglied des Wagens bezeichnet die Personen dann als „Spinner“. Der Vorfall wurde auf Video aufgenommen.

Düsseldorf - Ein ungewöhnliches Video aus Düsseldorf sorgt im Internet für Aufsehen: In der kurzen Sequenz ist zu sehen, wie ein Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn an einer Gruppe selbst ernannter „Corona-Rebellen“ vorbeifährt. Dabei ist zu hören, wie jemand - offenkundig die Besatzung des Wagens durch den Lautsprecher - „Ihr seid doch Spinner“ sagt. Das Video wurde am Donnerstag, 11. März, in mehreren sozialen Medien geteilt.

Rettungswagen-Ansage an „Corona-Rebellen“ in Düsseldorf - „Ihr seid doch Spinner“

Aufgenommen wurde das Video offenbar von den Corona-Demonstranten selbst. „Boah, das war ja asozial! Hast du das gefilmt? Das war ein Krankenwagen - der hat durch das Mikrofon gesagt: ‚Ihr seid doch Spinner‘“, sagt eine empörte Frau direkt nach der Durchsage in die Kamera.

Laut n-tv.de soll es sich bei den Demonstranten um die Düsseldorfer „Corona-Rebellen“ handeln. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei ihnen um einen „losen Zusammenschluss von kritischen Bürgern, die Zweifel an Härte, Dauer und Ausführung“ der Corona-Maßnahmen haben. Ihr Ziel sei es „lediglich die letzten verbliebenen Freiheitsrechte zu verteidigen und schnellstmöglich wieder unser „normales“ Leben zurück“ zu bekommen. „Niemand von uns ist ein ‚Corona-Leugner‘ oder gar ‚Antisemit‘“, heißt es auf ihrer Homepage.

Düsseldorfer Feuerwehr entschuldigt sich: „Die Äußerung ist unangemessen“

Die Düsseldorfer Feuerwehr bestätigte den Vorfall, das Video sei am vergangenen Sonntag, 7. März, entstanden, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Der betreffende Rettungswagen habe sich auf dem Weg zu einer Intensivverlegung befunden. „Die Äußerung über die Lautsprecheranlage des Fahrzeugs ist unangemessen und spiegelt nicht die Professionalität wider, die wir von allen Mitarbeitenden erwarten“, teilte die Feuerwehr in einer Stellungnahme mit. Es habe sich wohl um eine Reaktion „aus einer sehr belastenden Situation heraus gehandelt“.

Die Rettungsdienst-Mitarbeiter erlebten die Corona-Pandemie nun seit mehr als zwölf Monaten hautnah und erfahren dabei, wie schlimm und gefährlich die Krankheit sei. Daher teilen sie die Auffassung der Demonstranten nicht, hieß es weiter. Der betreffende Mitarbeiter, der die Durchsage machte, konnte den Angaben zufolge noch nicht ermittelt werden.

„Es handelt sich dabei um einen Mitarbeitenden von einem unserer Partner im Rettungsdienst. Die Organisation wurde informiert und wird den Sachverhalt intern zunächst aufklären“, hieß es. Es sei bedauerlich, „wenn sich Demonstranten durch die Durchsage in ihrer freien Meinungsäußerung eingeschränkt gefühlt haben“.

jg mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

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