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Im Islam streng verboten - Unverständnis in Region

Frankfurter Klinik sorgt für Skandal und lässt verstorbenen Muslim einäschern

Feuerbestattung (Symbolbild)
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Feuerbestattung (Symbolbild).

Für diplomatischen Ärger sorgte das Krankenhaus St. Katharinen in Frankfurt am Main. Ein verstorbener Muslim wurde versehentlich eingeäschert. Das Problem dabei: Eine Einäscherung im Islam ist streng verboten.

Zum Hintergrund der Geschichte: Ein schwer kranker Mann (45) aus Marokko war bereits am 20. Dezember ohne Papiere in das Krankenhaus eingeliefert worden. Der 45-Jährige hatte hierbei wohl keine Angaben zu seinem Glauben oder Angehörigen gemacht. Auch eine Notfall-OP solle er vehement abgelehnt haben. Daraufhin wurde er noch am selben Tag entlassen. Jedoch brach er noch vor dem Klinikum zusammen. Erneut musste man ihn aufnehmen – ohne Erfolg. Einen Tag später verstarb der Mann nämlich.

Über das Ordnungsamt und die letzte bekannte Adresse versuchte die Klinik schließlich Angehörige ausfindig zu machen. Der Erfolg bei diesem Vorgehen blieb aber ebenfalls aus. Zudem wurde kein islamischer Seelsorger beauftragt. Unglücklicherweise wusste das Krankenhaus nichts von der Glaubenszugehörigkeit des Mannes.

Laut dem Hospital muss in solchen Fällen die Bestattung innerhalb von 96 Stunden erfolgen. „In der Regel wird für Verstorbene, zu denen keinerlei Informationen über Nationalität, religiöses Bekenntnis oder Angehörige vorliegen, die Feuerbestattung gewählt, da diese Kosten später auch von staatlichen Stellen übernommen werden. Ausdrücklich in Auftrag gegeben haben wir diese aber nicht“, so das Krankenhaus in seiner Stellungnahme.

Einäscherung löst diplomatischen Skandal aus

Auf Verständnis stieß dieses „Vorgehen“ beim marokkanischen Generalkonsulat nicht. Die Diplomaten bezeichneten diesen Vorfall als einen „eklatanten Regelverstoß“, weil im Islam die Gläubigen keineswegs verbrannt werden dürfen. Der integrationspolitische Sprecher der SPD im hessischen Landtag, Turgut Yüksel, blickte auch kritisch und forderte eine „lückenlose Aufklärung“, um in Zukunft so etwas nicht erneut erleben zu müssen.

Die islamische Community war natürlich alles andere als erfreut. In den sozialen Netzwerken erhoben sich erboste Stimmen sowohl aus Deutschland als auch Europa. „Als würde man heute keinen Muslim unterscheiden können. Bei Terror hat man natürlich eine genaue Beschreibung, aber in einem Krankenhaus kann man nicht unterscheiden. Heuchelei“, brachte ein Nutzer auf Twitter seine Verärgerung zum Ausdruck.

Verärgerung auch in der Region

Auch bei uns in der Region waren viele Muslime nicht gut auf dieses Thema anzusprechen, weil ihrer Meinung nach zudem viele Nutzer von sozialen Medien nicht die gewisse Sensibilität aufbringen und es ins Lächerliche ziehen würden. „Warum die Aufregung? In die Luft sprengen, machen sie doch auch“, schrieb ein Twitter-User. Ein weiterer Nutzer ergänzte: „So was aber auch. In Marrakesch wäre ihm das nicht passiert.“

Ein anonymer Leser von rosenheim24.de hatte große Zweifel, ob man dies mit Hinblick auf die zuletzt steigenden rassistischen beziehungsweise antimuslimischen Fakten, die in Deutschland vorliegen würden, bei allen Patienten genauso gehandhabt hätte. Zuletzt fügte er enttäuscht noch hinzu: „Man würde wahrscheinlich bei deutsch aussehenden Menschen mehr an der Sache dranbleiben und bis zur letzten Sekunde versuchen, die Angehörigen zu erreichen.“

mck