Unfassbare Wendung in Gelsenkirchen

13-Jährige soll Spritzen-Angriff nur vorgetäuscht haben

Gelsenkirchen - "Nummer sechs" rief ein unbekannter Täter, nachdem er einer 13-Jährigen eine bislang unbekannte Substanz injiziert hatte. Das Mädchen liegt weiterhin verletzt im Krankenhaus. Am Freitagabend stellte sich das ganze dann als Lüge heraus.

Update, Freitag, 15. November, 16.35 Uhr - Tat nur vorgetäuscht

Unfassbare Nachrichten kommen am Freitagnachmittag aus Gelsenkirchen. Der Spritzenangriff auf eine 13-Jährige am Donnerstag war nur vorgetäuscht. Das Mädchen hatte anscheinend erfunden, dass ein Unbekannter sie attackiert und ihr eine giftige Substanz gespritzt hatte, berichtet bild.de. Sie hatte der Polizei berichtet, von dem Mann mit einem Messer bedroht und anschließend gespritzt worden zu sein. Sie war anschließend von Passanten schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Polizei hatte ursprünglich ihre Schilderungen als glaubhaft erachtet. Nun stellte sich alles als Lüge heraus. Laut den Untersuchungen des Gerichtsmediziners soll das Mädchen sich die Verletzungen an Bauch und Hüfte selbst zugefügt haben. Die serologische Untersuchung verlief ebenfalls ohne Befund.

Update, 13.28 Uhr - Gelsenkirchen: Mädchen weiterhin im Krankenhaus

Die Polizei gab in einer Pressekonferenz neue Details zu der schrecklichen Tat in Gelsenkirchen bekannt, bei der ein bislang unbekannter Mann einem 13-jährigen Mädchen mit einer Spritze verletzt hat. Die Ermittler wissen noch nicht, um welche Substanz es sich dabei genau gehandelt hat. Die Suche wird auch dadurch erschwer, weil die Ärzte nicht wissen, wonach sie genau suchen sollen.

Das Mädchen hätte laut Polizeisprecher Christopher Grauwinkel Ausfallerscheinungen gehabt, konnte aber noch an der Haustür eines Anwohners klingeln und um Hilfe bitten. Sie befindet sich weiterhin im Krankenhaus, es gehe ihr aber den Umständen entsprechend gut. "Die Behandlung wird sich auch noch über einen längeren Zeitraum erstrecken", so Grauwinkel weiter. Zweifel an den Schilderungen des Mädchens hat die Polizei keine.

Alexander K., an dessen Wohnungstür die 13-Jährige klingelte, beschreibt die Situation gegenüber bild.de so: "Das Mädchen wirkte völlig aufgelöst, sagte, es habe sie jemand mit einer Sprite gepikt. Sie sagte auch, dass sie sich nicht wohlfühle. Ich habe sie sofort ins Krankenhaus gefahren." 

Der Täter sagte kurz vor seiner Flucht "Nummer sechs" zu dem Mädchen. Deshalb gingen die Ermittler von weiteren Opfern aus. Dieser Verdacht erhärtete sich bislang aber nicht. Auch aus den umliegenden Gemeinden gebe es keine Spur auf eine ähnliche Tat.

Die 13-Jährige konnte den Angreifer gut beschreiben. Demnach soll der Täter zwischen 30 bis 40 Jahre alt sein und zwischen 1.80 Meter und 1.90 Meter groß. Er habe akzentfrei deutsch gesprochen und eine schwarze Bauchtasche sowie weiße Handschuhe getragen.

Erstmeldung

Ein schrecklicher Vorfall ereignete sich am Donnerstag, den 14. November, in Gelsenkirchen. Ein bislang unbekannter Mann spritzte einer 13-Jährigen eine unbekannte Substanz in den Körper. Wie die Polizei mitteilt, rief der Täter vor seiner Flucht "Nummer sechs". Die Jugendliche wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Der Täter bedrohte sein Opfer mit einem Taschenmesser, als es am Vormittag auf dem Weg zu einer Schulveranstaltung war. Dann forderte er sie auf, ihm zu folgen. Plötzlich zog er auf einem Parkplatz eine Spritze hervor und injizierte ihr die Substanz. Das Mädchen klingelte anschließend an der Wohnungstür eines Anwohners und bat ihn um Hilfe. Dieser brachte sie umgehend ins Krankenhaus.

Gelsenkirchen: Mädchen konnte Täter genau beschreiben

Das Mädchen schwebe nach aktuellen Informationen nicht in Lebensgefahr. Die Polizei konnte mit der 13-Jährigen bereits sprechen. Allerdings zeigte die Substanz eine Wirkung, wie ein Polizeisprecher, ohne weitere Details zu nennen, mitteilt. Um welche Substanz es sich handelt, wird derzeit untersucht.

Die 13-Jährige gab eine genaue Täterbeschreibung heraus. Bekannt ist bislang nur, dass der Täter zwischen 30 und 40 Jahre alt sein soll. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Unbekannte mehrere Taten auf ähnliche Art und Weise begangen haben könnte. Die Polizei sucht nach Zeugen und baten mögliche weitere Geschädigte, sich umgehen bei der Polizei zu melden.

ma/dpa

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