Universität Göttingen

Diebe stehlen Goldschatz - werden dann aber bitter enttäuscht

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Kurioser Diebstahl in Göttingen in Niedersachsen: Die Diebe stahlen einen Goldschatz, der allerdings nicht aus Gold ist. 
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In Göttingen (Niedersachsen) stehlen Diebe in der Universität einen Goldschatz - doch dann folgt eine bittere Enttäuschung.

  • Kurioser Diebstahl an der Uni Göttingen
  • Täter schlugen Sicherheitsglasscheibe an einem Uni-Gebäude in Göttingen in Niedersachsen ein.
  • Stücke gehören zum "Schatz von Vettersfelde".

Göttingen - Ein kurioser Diebstahl hat sich in Niedersachsen ereignet. Die Diebe haben aber nicht einen Goldschatz gestohlen. 

Aus einem Seminargebäude der Universität Göttingen im Nikolausberger Weg haben Unbekannte wertvolle Repliken des „Schatzfundes von Vettersfelde“ entwendet. Die Täter nahmen möglicherweise an, dass die Nachbildungen aus Gold bestehen.

Uni Göttingen in Niedersachsen: Diebe stehlen Goldschatz

Der Diebstahl des "Schatzes" ereignete sich vor einer Woche in der Nacht zum Donnerstag (16.01.2020). Das gab die Polizei am Freitag bekannt. Es handelt sich bei den wertvollen Stücken um Nachbildungen des „Schatzfundes von Vettersfelde“, die dem Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Uni Göttingen gehören.

Der Goldschatz wurde 1882 entdeckt.

Die hochwertigen „galvanoplastischen Schaustücke“ aus dem frühen 20. Jahrhundert haben nach Angaben eines Verantwortlichen einen Gesamtwert von mehr als zehntausend Euro. Der Versicherungswert liegt bei etwa 20.000 Euro.

Schatz in Niedersachsen gestohlen: Von den Dieben in Göttingen fehlt jede Spur

Nach ersten Ermittlungen der Polizei Göttingen drangen die Täter durch eine eingeschlagene Sicherheitsglasscheibe in das Institutsgebäude ein und brachen anschließend im Treppenhaus eine Glasvitrine auf, in der das Ensemble aufbewahrt wurde. Von den Dieben fehlt bislang jede Spur.

Kurioser Diebstahl in Göttingen in Niedersachsen: Die Diebe stahlen einen Goldschatz, der allerdings nicht aus Gold ist. 

Dr. Immo Heske vom Institut für Ur- und Frühgeschichte geht davon aus, dass die Täter angenommen haben, dass die Repliken aus Gold bestehen. Tragisch: Die Stücke werden in jedem Semester für die Ausbildung von Studenten benötigt.

„Solche Repliken werden nicht mehr hergestellt. Wir müssten wahrscheinlich auf 3D-Drucke ausweichen“, so Heske.

Göttingen: Der Goldschatz wurde im Jahr 1882 gefunden

Der Goldschatz wurde während der Bestellung eines Ackers im Jahr 1882 in Vettersfelde, inzwischen Witaszkowo, im heutigen Polen gefunden. Bereits ein Jahr später wurde alles über das Fundensemble veröffentlicht, berichtet Dr. Immo Heske. 

Das umfangreiche Depot mit zahlreichen Gegenständen aus Gold ist einer skythischen Kriegerprunkausrüstung der Zeit um 500 vor Christus zuzuordnen: Bewaffnung mit goldenem Ornat, goldene Beschläge und goldene Schmuckgegenstände vermitteln einen Eindruck vom bedeutenden Rang des ehemaligen Besitzers.

Von den Dieben fehlt bislang jede Spur.

Die gewählten Ziermotive und deren Ausführung zeugen vom hohen Stand der Handwerkstechniken und ihrem kulturellen Hintergrund, dem griechisch-skythischen Milieu des Schwarzmeerraumes.

Raub in Göttingen: Originale werden in Berlin aufbewahrt

Bei den Stücken in Göttingen in Niedersachsen handelt es sich allerdings um Repliken. 

Die Originale befinden sich nach Angaben von Heske in Berlin. Kopien waren begehrt und wurden für verschiedene Institutionen hergestellt. 

Mit der Präsentation zuletzt in der Jubiläumsausstellung „Dinge des Wissens“ der Georg-August-Universität in der Pauliner Kirche im Jahr 2012 wird der hohe Stellenwert innerhalb der Göttinger Sammlung und auch bei der Ausbildung der Studierenden deutlich.

Hinweise auf die Repliken nimmt die Polizei in Göttingen unter der Rufnummer 0551/491-2115 entgegen. 

Die Universität Göttingen in Südniedersachsen studieren fast 30.000 Studenten. 

Es ist nicht der erste etwas kuriose Diebstahl in Göttingen*. Im Dezember hatten Unbekannte drei Elektro-Autos vom Gelände einer Burger-Filiale gestohlen.

In Hessen sorgte der Diebstahl* von Ortschildern für einiges an Verwirrung. 

Im Video: Ein fast perfekter Diebstahl

Von Bernd Schlegel


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