Gold, Silber und Schmuck

"Falsche Polizisten" schleppen Beute tütenweise davon - und sind dann besonders frech

Sie haben erneut Senioren überrumpelt. Und unglaublich abgeräumt: In Hagen (NRW) schleppten "falsche Polizisten" tütenweise Beute davon - und waren dann besonders frech.

  • "Falsche Polizisten" treiben bundesweit ihr Unwesen, bringen Senioren um Hab und Gut.
  • Die Betrugsmasche funktioniert trotz aller Warnungen der Polizei immer wieder.
  • In Hagen (NRW) fiel die Beute der Ganoven jetzt besonders üppig aus.

Hagen - Ein älteres Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen hat "falschen Polizisten" am Mittwoch (24. Juni) quasi sein komplettes Vermögen übergeben - eingepackt in mehrere Tüten.

kreisfreie Stadt

Hagen

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Einwohner

188.686

Kfz-Kennzeichen

HA

Bürgermeister

Erik O. Schulz (parteilos)

Goldbarren, Goldmünzen, Silberbarren und Schmuck mit einem Wert in sechsstelliger Höhe, so die Polizei aus der NRW-Großstadt Hagen bei Dortmund, hatten die Senioren am späten Abend zusammengepackt und vor die Haustür gestellt. 

Wie so oft in vergleichbaren Fällen waren die Opfer von den "falschen Polizisten" in den Irrglauben versetzt worden, dass bei geschnappten Räubern ein Zettel mit Adressen gefunden worden sei - auch mit der des Ehepaares aus dem Hagener Stadtteil Dahl, berichtet WA.de*.

"Falsche Polizisten" in Hagen (NRW): Echte "Räuber-Pistole"

Nur zwei von vier Tätern seien geschnappt worden, die anderen beiden könnten auf dem Weg zu ihm sein, gaukelte "Herr Schröder" aus dem "Raubdezernat" dem betagten Ehemann gegen 21.30 Uhr am Telefon vor.

In Hagen in Nordrhein-Westfalen haben "falsche Polizisten" ihre älteren Opfer so lange telefonisch unter Druck gesetzt, bis diese ihre Wertgegenstände in riesiger Höhe in Tüten verstauten und vor der Tür abstellten (Symbolbild).

Geschickt erfragte der falsche Polizist, ob sich Wertgegenstände in dem Haus in Hagen befänden. So sei in Nordrhein-Westfalen Haftbefehl gegen einen Bankmitarbeiter erlassen worden, der geheime Informationen über Kunden an die besagte Räuberbande weitergegeben habe.

Da sei es doch besser, wenn die Polizei das Vermögen zur Sicherheit in amtliche Verwahrung nähme... 16 Zivilbeamte der Polizei hielten sich in der Nähe des Hauses auf, die Lage also unter Kontrolle.

"Falsche Polizisten" in Hagen (NRW): Massiv Druck ausgeübt

In der Folge wurde von den "falschen Polizisten" massiver Druck auf die alten Leute ausgeübt. Unter anderem habe der Anrufer eine angeblich aufgenommene Gesprächssequenz zwischen zwei Einbrechern abgespielt und einen Zugriff der Polizei vorgetäuscht.

Und dann wurde es ernst: Die Opfer waren so eingeschüchtert, dass sie bereit waren, vor Ort in Hagen sämtliche Wertgegenstände dem "Beamten Sanchez" und einem "Herrn Renner der Polizeiwache Dahl" zu übergeben. 

"Dazu sollten Tüten vor das Haus gestellt werden. Kurze Zeit später erschien ein Unbekannter an der Tür, der die Beutel abholte. Aus Furcht vor den angeblich bewaffneten Räubern in der Gegend öffnete das Ehepaar nicht die Tür", teilte die Polizei Hagen mit.

Besonders frech, ja sogar makaber: In einem Telefonat keine halbe Stunde später bedankten sich die Täter noch für die Kooperation des älteren Ehepaares.

"Falsche Polizisten" in Hagen (NRW): Beschreibung des Abholers

  • ca. 30 bis 35 Jahre alt
  • 1,70 bis 1,75 Meter groß
  • normale Statur
  • dunkelbraune bis schwarze, lockige Haare (an den Seiten kahlrasiert und oben länger geschnitten)
  • "grobes Gesicht" mit einer dicken Nase und buschigen Augenbrauen
  • Hemd
  • dreiviertellange Hose
  • Sandalen

Hinweise, insbesondere zu auffälligen Fahrzeugen, nimmt die Kriminalpolizei Hagen unter der Rufnummer 02331/9862060 entgegen.

Die Polizei erneuerte ihre Warnung vor den geschickten Methoden der Betrüger. "Sie setzten ihre Opfer gezielt unter Druck, indem sie Polizeiermittlungen vorspielen, die Staatsanwaltschaft ins Spiel bringen und die Angelegenheit zeitlich dringlich machen. 

Die Polizei rät: Vertrauen Sie nicht auf Rückrufe, bei denen die 110 im Telefon angezeigt wird. Dabei handelt es sich um einen Teil der Masche. Händigen Sie keine Wertgegenstände, Bargeld oder persönliche Daten aus. Legen Sie auf und wählen selbst den Notruf. Warten Sie gegebenenfalls auf einen Streifenwagen und verständigen Sie Angehörige." * WA.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © dpa/Julian Stratenschulte

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