126 Sachen zu schnell und zahlreiche weitere Verstöße

Motorrad eingezogen: Gericht enteignet erstmals Raser (22)

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Hamburg - Erst fuhr er fast 90 Sachen zu schnell auf der A7 im Großraum Hamburg. Der Mann überfuhr dabei durchgezogene Linien, eine rote Ampel und überholte rechts. Später raste der Biker auf seinem Motorrad bei erlaubten 100 km/h mit 226 km/h über die Straßen und war schließlich auch noch mit 129 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften unterwegs.

Ein Gericht in Hamburg hat nach den Vorfällen im November 2018 deswegen nun hart durchgegriffen: Wie Hamburger Morgenpost und der Spiegel berichten, bekam der 22-jährige Raser eine neunmonatige Führerscheinsperre und 2.600 Euro Geldstrafe aufgebrummt. Doch das war noch längst nicht alles: Zudem nahm ihm das Gericht das Motorrad ersatzlos weg, an dem der junge Mann davor auch noch technische Veränderungen vorgenommen hatte. Die Maschine im Wert von rund 15.000 Euro soll den Berichten zufolge nun versteigert werden.

"Die Einziehung des Kfz als Tatobjekt ist eine Ermessensentscheidung des Gerichts", sagte ein Sprecher des hanseatischen Oberlandesgerichtes. Möglich machte das Urteil ein neues Gesetz, das Anfang 2018 in Kraft getreten war (§315d StGB, illegale Straßenrennen). Darin ist nun ausdrücklich geregelt, dass in solchen Fällen Kraftfahrzeuge auch enteignet werden können.

Hätte sich der Biker das Vorgehen bis Ende 2017 geleistet, wäre er vermutlich "nur" wegen des Verstoßes gegen die Straßenverkehrsverordnung verurteilt worden. Laut den Berichten hat der Mann seinen Einspruch gegen das Urteil inzwischen zurückgezogen. Es ist also rechtskräftig.

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