Genick- und Wirbelbrüche sowie Schlaganfall beim Eishockey

Nach Horror-Verletzung: So kämpft sich Tjalf Caesar zurück ins Leben

Hamburg - Ein dramatischer Unfall hat Ende Oktober die Eishockey-Gemeinde in Deutschland und darüber hinaus geschockt. HSV-Spieler Tjalf Caesar brach sich dabei unter anderem das Genick. Er musste reanimiert werden - und kämpft sich nun mühevoll zurück ins Leben:

Am 26. Oktober 2019 wurde die Eishockey-Partie zwischen dem ECW Sande und dem Hamburger SV im zweiten Drittel nach einem tragischen Zwischenfall abgebrochen. Der HSV-Spieler Tjalf Caesar krachte in der 28. Spielminute nach einem Zweikampf ungebremst mit dem Kopf gegen die Bande. Dabei brach sich der 23-Jährige drei Wirbel und das Rückenmark wurde verletzt. Zudem verursachte eine gerissene Arterie einen Schlaganfall, der Spieler musste noch auf dem Eis wiederbelebt werden.

Caesar muss künstlich beamtet werden

Kurz nach dem dramatischen Unfall lag Caesar im künstlichen Koma, erst Mitte November war er wieder ansprechbar. Die erste Zeit konnte er nicht reden, verständigte sich nur durch Blinzeln. Der Kampf zurück ins Leben dauert bis jetzt an. "Ich habe unglaublich viel Unterstützung, und alle glauben an mich“, sagte der Student gegenüber bild.de, „so doll, dass ich gar keine Chance habe, nicht an mich zu glauben.“ 

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Tjalf Caesar (23) hat sich für den Besuch des BILD-Reporters extra das Trikot der Eishockey-Nationalmannschaft anziehen lassen. „Ich habe unglaublich viel Unterstützung und alle glauben an mich“, sagt er und macht eine Pause. Mit dem nächsten Strom Atemluft aus der Maschine fährt er fort. „So doll, dass ich gar keine Chance habe, NICHT an mich zu glauben.“ Am 26. Oktober 2019 kommt es bei einem Eishockey-Spiel der 4. Liga zu dem Moment, der sein Leben verändert. Nach einem Foul kracht er kopfüber in die Bande. Der Aufprall ist so heftig, dass drei Wirbel brechen und das Rückenmark verletzt wird. Eine Arterie reißt und verursacht dazu einen Schlaganfall. Caesars Herz hört auf, zu schlagen. Seitdem ist er ist vom Hals abwärts gelähmt. Doch er kämpft sich langsam zurück. Seine Kraft zieht Tjalf aus der großen Unterstützung – und den stillen Siegen. Wie am Tag vor Weihnachten, als er das erste Mal essen konnte. Sein nächstes großes Ziel: Alleine atmen zu können. Foto: Privat

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Inzwischen liegt der Eishockey-Spieler im BG Klinikum in Boberg bei Hamburg, wo er an eine Beatmungsmaschine angeschlossen ist. Mit Hilfe eines Logopäden lernte er wieder zu sprechen. Er bleibt aber vom Hals abwärts gelähmt. Einen Tag vor Weihnachten konnte er zum ersten Mal essen: „Das sind momentan gefühlt so große Fortschritte, dass ich gar nicht dazu komme, zu zweifeln."

Der 23-Jährige will wieder alleine atmen können

Caesar zeigt sich sehr berührt von der großen Anteilnahme und von der großen Hilfsbereitschaft. "Es ist mir ein Anliegen, einfach mal Danke zu sagen. Ich habe unglaublich viel Unterstützung gehabt“, so der 23-Jährige weiter. Die Crocodiles Hamburg veranstalteten ein Benefizspiel gegen den HSV Hamburg, bei dem insgesamt 16.500 Euro zusammengekommen sind.

Caesar setzt sich immer Etappen-Ziele, wie den Besuch eines Konzerts der Heavy-Metal-Band Slipknot. Sein großes Ziel: Wieder alleine atmen können. Er hofft, dass er seine Arme wieder spüren kann, um in einen Sport-Rollstuhl zu können: "Dann bin ich zufrieden. So kann ich leben.“

ma

Rubriklistenbild: © Montage/picture alliance

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