Soko Tierschutz undercover in Hamburg

Nach grausamer Tierquälerei und Horror-Aufnahmen: Skandal-Labor drohen Konsequenzen 

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Die Organisation Soko Tierschutz e.V. und Cruelty Free International erheben schwere Vorwürfe gegen das private Labor Laboratory of Pharmacology and Toxicology in Mienenbüttel nahe Hamburg.

Mienenbüttel/Hamburg - In einem privaten Labor bei Hamburg werden Medikamente vor ihrer Zulassung an Affen, Hunden und Katzen ausprobiert. Tierschützer haben schockierende Bilder aus dem LPT veröffentlicht. Nun drohen dem Labor allerdings Konsequenzen. 

Update, 11.16 Uhr:

Die Aufnahmen sind noch immer kaum zu ertragen und machen fassungslos. Doch der Undercover-Einsatz von Soko Tierschutz e.V. scheint sich zu lohnen. Wie deine-tierwelt.de berichtet, hat der Landkreis Harburg gegen das private Labor Laboratory of Pharmacology and Toxicology Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt.

Nachdem der Soko Tierschutz dem Veterinäramt und niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit seine Aufnahmen zugespielt hatte, hätten die Behörden sofort reagiert. 

Die Veterinärbehörde habe bei ihren stichprobenartigen Schwerpunktkontrollen in der Praxis bis dato nichts zu beanstanden gehabt - bis zur vergangenen Woche. „Das Veterinäramt hat unverzüglich reagiert und eine umfassende und unangekündigte weitere Kontrolle des Betriebs durchgeführt, die den konkreten Verdacht strafrechtlich relevanter Handlungen ergaben", erklärte die Behörde auf DeineTierwelt-Nachfrage.

Und auch das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz LAVES, hat reagiert: „Aufgrund der geschilderten Verstöße hat das LAVES Strafanzeige wegen des Verdachts auf schwere Tierschutzverstöße gestellt."

Das Veterinäramt habe laut deine-tierwelt.de versprochen: „Wir bedauern das Leid, dass Tiere durch nicht gesetzeskonforme Haltungsbedingungen erlitten haben und werden alle festgestellten Missstände in enger Abstimmung mit dem zuständigen LAVES konsequent mit allen rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln abstellen.“

Erstmeldung:

Die Organisation Soko Tierschutz e.V. und Cruelty Free International erheben schwere Vorwürfe gegen das private Labor Laboratory of Pharmacology and Toxicology in Mienenbüttel nahe Hamburg. Dort sollen Giftigkeitsversuche und Tests zur Zulassung von Medikamenten an Hunden, Katzen, Affen und Kaninchen durchgeführt werden. Das private Labor führt Studien für Auftraggeber aus Deutschland und der ganzen Welt durch. Insgesamt arbeiten dort 175 Mitarbeiter.

Tierversuche in Hamburg: Soko Tierschutz veröffentlicht grausame Bilder

Von Dezember 2018 bis März 2019 habe die Organisation einen verdeckten Ermittler als Mitarbeiter in das Labor eingeschleust. Nun veröffentlichte die Organisation Soko Tierschutz e.V. grausame Bilder. Diese zeigen in Metallgerüsten fixierte Affen, schwerkranke Hunde in blutverschmierten Zwingern und andere tote Tiere, denen das Fell abgezogen wird. 

“Es ist erschütternd zu sehen, wie sich diese Hunde nach Zuneigung und Fürsorge verzehren und dann so erbärmlich in ihrem Blut sterben müssen“, beschreibt Soko Tierschutz Ermittler Mülln die Szenen. Den schlimmsten Haltungsbedingungen in dem Labor seien die Affen ausgesetzt. "Sie leben teilweise in engen Käfigbatterien und in keinem der Käfige gab es das gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsmaterial", heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation. Videos belegen den schrecklichen Zustand der Affen. Die Tiere drehen sich wie verrückt im Kreis und springen an die Käfigstangen. In einer Katzenstudie für eine Tierarzneimittelfirma sollen die Beine der Tiere an einem Tag bis zu 13 Mal zerstochen worden sein. 

Grausames Video: Tierversuche bei Hamburg

Achtung! Dieses Video beinhaltet verstörende Bilder:

Wie Soko Tierschutz e.V. berichtet, sterben in Deutschland jedes Jahr mindestens 2,8 Millionen Tiere an Tierversuchen. Deshalb fordert der Verein und Cruelty Free International die Schließung des Labors. „Es ist unverantwortlich, dass der Staat diese Versuche zwar anordnet, aber Giftigkeitstests z.B. an Hunden oder Kaninchen nicht genehmigungspflichtig sind. Hier zieht sich Deutschland aus der Verantwortung. Die angeblichen Sicherheitstests bringen zudem keine Sicherheit für den Menschen und Tieren nur einen grausamen Tod“, sagt Soko Sprecher Friedrich Mülln.

In Hamburg findet deshalb am 19. Oktober auch eine Großdemo statt. 

mz

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