Nach Horror-Aufnahmen bei Hamburg

Ermittlungen gegen "Todeslabor": Gefahr auch für Menschen!

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Die Organisation Soko Tierschutz e.V. und Cruelty Free International erheben schwere Vorwürfe gegen das private Labor Laboratory of Pharmacology and Toxicology in Mienenbüttel nahe Hamburg.

Hamburg - Seit Jahren steht das Unternehmen LPT im Fokus von Tierschützern. In den Laboren der Firma soll es zu Misshandlungen von Affen und Hunden gekommen sein. Eine Staatsanwaltschaft nimmt nun erstmals Untersuchungen gegen LPT auf.

Nach Vorwürfen der Misshandlung von Versuchstieren in einem Labor bei Hamburg hat die zuständige Staatsanwaltschaft Stade Ermittlungen aufgenommen. Das bestätigte ein Sprecher. 

Die Dauer der Ermittlungen sei schwer abzuschätzen. "Das ist ja ein Fall, der nicht alltäglich ist", sagte Sprecher Johannes Kiers.

Die grausamen Aufnahmen aus dem Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) sorgten für Entrüstung

Hamburg: Rechtsbrüche und Tierquälerei im LPT auch gefährlich für den Menschen

Die SOKO Tierschutz, welche einen Mitarbeiter beim LPT einschleusen konnte, forderte die Schließung des LPT Labors. Denn die Tierquälereien und Rechtsbrüche seien letztlich auch für Menschen gefährlich. So wie etwa in einem Fall, den der Tierschützer während seines verdeckten Einsatzes in dem Tierversuchslabor bemerkte. 

Bei einer Studie wurde die Nummer eines verstorbenen Affen einfach einem neuen Tier übertragen. „Das bedeutet dann nicht nur Qualen für Tiere, sondern auch ein Medikament für Menschen, dessen Entwicklung auf unterschlagenen Daten und einem verfälschten Studienablauf beruht", so Friedrich Mülln vom SOKO Tierschutz in einem Facebook-Post.

LPT reagiert auf Anschuldigungen

Erstmals reagierte nun auch das angegriffene Unternehmen Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Bei der aktuellen Untersuchung kooperieren wir vollumfänglich mit den Behörden", teilte die Firma mit. Weiter wolle man sich zu den Untersuchungen nicht äußern.

Zu den Versuchen hieß es, man führe im Zuge der Arzneimittelzulassung Auftragsstudien für Kunden durch. "Dabei handelt es sich um präklinische Prüfungen einer Substanz auf Toxizität, bevor diese in die klinische Prüfung geht, das heißt am Menschen getestet wird." 

Großdemo vor dem "Todeslabor"

Für Samstag haben Tierschützer zu einer Demonstration am Firmensitz aufgerufen. Sie fordern seit Jahren, den Betrieb stillzulegen.

Auf „Facebook“ haben sich bereits über 2500 Menschen zu der Großdemonstration in Hamburg angekündigt. Von 14 bis 17 Uhr fordert die „Soko Tierschutz“ zur „Großdemo gegen das Todeslabor LPT“ auf. Startpunkt soll der Neugrabener Markt in Hamburg sein. 

Ab 19 Uhr soll dann direkt vor den Toren des Labors in der Oldendorfer Straße 41 in Mienenbüttel (Landkreis Harburg), in dem Tierversuche an Hunden, Katzen und Affen vorgenommen werden, eine Mahnwache abgehalten werden. Laut dem Hamburger Abendblatt werden sogar rund 3500 Menschen in Hamburg erwartet.

Online-Petition gestartet

Auf change.org kann zudem eine Petition gegen die Tierversuche im „LPT“ in Hamburg unterschrieben werden.

Dort wurden schon knapp 130.000 virtuelle Stimmen abgegeben. 

mz/dpa

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