Physischer Erziehungseffekt

Nun auch in Deutschland: Künstliches Schlagloch "Actibump" sollen Raser direkt bestrafen

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Stadt Hanau mit neuer Tempofalle
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Hanau/Osnabrück - Den Rasern den Kampf ansagen. Städte und Gemeinden versuchen mit den verschiedensten Mittel, dass das Tempolimit auf deutschen Straße eingehalten wird. Nun soll eine Erfindung aus Schweden für einen Durchbruch sorgen. 

Damit Autofahrer endlich das Tempolimit einhalten, geht Hanau im östlichen Hessen (knapp 100.000 Einwohner) nun den radikalen Weg, berichtet t-online.de. Ein künstliches Schlagloch soll Autoposer endgültig ausbremsen. Eine Erfindung der schwedischen Firma EDEVA AB mit dem Namen Actibump, soll für mehr Verkehrssicherheit, gleichmäßigen Verkehrsfluss, weniger Abgase und Lärm sorgen. 

Strafe für die Geschwindigkeitsübertretung

Überfährt ein Verkehrsteilnehmer mit überhöhter Geschwindigkeit eine im Boden eingebaute Radarmessstelle, so senkt sich wenige Meter danach eine Stahlplatte im Straßenbelag - und wird so zum Schlagloch. Ganz nach dem Motto wer nicht hören will, muss fühlen. Die Autofahrer spüren dadurch einen deutlichen Stoß, welcher einen physischen Erziehungseffekt haben soll, so die Idee des Entwickler. 

In Schweden, Tschechien und Australien ist dieses System bereits erfolgreich im Einsatz. In Schweden funktionieren solche Stellen schon gut – schreibt zumindest der Hersteller der Fallgruben im Rahmen einer Studie. Demnach senkte so eine Installation die Fahrgeschwindigkeit der Autofahrer in einer schwedischen Stadt um rund 5,5 Kilometer pro Stunde. Der Anteil von Fahrzeugen, die in der 30er-Zone schneller als erlaubt gefahren sind, sank von 75 auf 21 Prozent. Solche Schwellen gibt es zum Beispiel auf der Brücke von Malmö nach Kopenhagen, berichtet uflacker.de.

Hanau macht den Anfang

Im Spätsommer 2019 kommt das System nun auch nach Hanau. Besonders in der Langstraße, einer Tempo-20-Zone mitten in der Hanauer Innenstadt, habe man Probleme. "Auto-Poser sind auch in Hanau ein Ärgernis", sagt Stadtrat Thomas Morlock im Interview mit t-online.de. Zählungen ergaben: Jeder zehnte Autofahrer ist hier zu schnell. Und bislang hat dagegen nichts geholfen.  Für das künstliche Schlagloch hat die Stadt 50.000 Euro zur Verfügung, schreibt noz.de.

Im Gegensatz zu Bodenschwellen trifft Actibump nicht jeden Verkehrsteilnehmer. Auch Busse und Einsatzfahrzeuge erkennt das System, berichtet focus.de. Busse müssen weniger bremsen und beschleunigen, das spart Sprit und verursacht weniger Lärm. Schnell fahrende Krankenwagen oder Polizeifahrzeuge können die Bodenschwelle durch einen Sensor außer Kraft setzen, schreibt focus.de.

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