Bäume auf Autos und Dächer geschleudert

Heftige Unwetter: Ohne WC und Strom - 400 Menschen sitzen fünf Stunden in ICE fest

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400 Insassen müssen aus ICE evakuiert werden.
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Hessen/Franken - Starke Unwetter in Hessen, Unter- und Mittelfranken am Sonntagabend haben ihre Spuren hinterlassen und haben immer noch Auswirkungen auf Verkehr und Leben am Montagmorgen. In der Nacht gab es Verletzte, Pendler müssen auf der Straße und mit der Bahn viel Geduld mitbringen.

Kurze, aber heftige Gewitterzellen, die es in sich hatten, zogen am Sonntagabend, 18. August, über Teile Deutschlands. Dächer wurden teilweise abgedeckt. Autos wurden von umstürzenden Bäumen beschädigt. Bahnstrecken mussten gesperrt werden. 

Besonders stark von Unwettern betroffen war der Landkreis Roth in Mittelfranken. Eine Windhose hat dort ein Feld der Verwüstung hinterlassen. Zahlreiche Bäume wurden durch die Gegend geschleudert und blockierten in der Folge die Bahnstrecke, so dass ein ICE evakuiert werden musste. 

Der Zug selbst wurde an diversen Stellen beschädigt und die Stromversorgung unterbrochen. "Wir befinden uns hier an der Bahnstrecke Nürnberg - München im Abschnitt Georgensgmünd/Roth. Aufgrund des heftigen Unwetters wurden mehrere Bäume entwurzelt und waren dann über der Oberleitung bzw. über den Bahngleisen gelegen und haben die Oberleitung teilweise beschädigt", beschrieb Klaus Wolfsberger, Kreisbrandmeister Landkreis Roth, gegenüber News5 die Situation. 

Ohne Strom und WC

Ohne Strom und ohne funktionierenden Toiletten saßen so etwa 400 Personen im Zug fest. "Die Situation ist sehr angespannt. Im Zug ist kein Strom mehr, das heißt, die Klimaanlage geht nicht mehr, die WC´s funktionieren nicht mehr", erklärte Klaus Wolfsberger. Wie News5 berichtet, konnten die Insassen um etwa 0.30 Uhr, fünfeinhalb Stunden nach Stillstand und Stromausfall, aus dem ICE befreit werden.

Sturmböen und heftige Unwetter in Teilen Deutschlands

"Sowas hab ich noch nicht erlebt"

Ein betroffener Bürger aus Roth erklärte im Interview mit News5: "Für mich war das eine Katastrophe." Der Sturm habe das halbe Dach abgedeckt. Er berichtete von einem "Wirbelsturm oder Tornado". "Ich habe den Regen und den Wind gesehen, er kam einmal von links und einmal von rechts, von vorne, von hinten. Ich wohne seit 1971 hier und sowas habe ich noch nicht erlebt."

Auch in Schwabach, Mittelfranken, deckte der starke Wind eine Lagerhalle ab und katapultierte das Dach auf den angrenzenden Gehweg und die Straße. Auf dem Campingplatz Gustavsburg in Hessen ist ein 34-jähriger Mann aus Niedernhausen gegen 2.45 Uhr Opfer des Sturms vom Abend geworden. Er schlief mit einem Freund im Zelt, als ein zirka 15 Meter hoher Baum vermutlich als Folge der Witterung umfiel und auf dem Zelt landete. Seine genauen Verletzungen sind noch unbekannt.

Die Aufräumarbeiten dürften noch den ganzen Montag andauern. Zudem müssen Pendler auf der Straße und mit der Bahn viel Geduld mitbringen. 

Das heftige Unwetter hat außerdem den Flugverkehr am Frankfurter Flughafen eingeschränkt. Um Personal und Reisende zu schützen, sei die Abfertigung auf dem Vorfeld vorübergehend eingestellt worden, sagte eine Sprecherin des Betreibers Fraport. Demnach wurden bis zum Sonntagabend 41 Flüge annulliert.

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