Junge (18) feiert Party in Moschee

Wahnsinn: Polizei beendet potentielles „Superspreader-Ereignis“ - Bruder von Geburtstagskind hat Corona

Inglheim - Genau solche Veranstaltungen, Partys und Vorfälle lassen die Infektionszahlen in die Höhe schnellen: Ein Junge feiert mit seinen Freunden und Bekannten seinen 18. Geburtstag, obwohl er wusste, dass sein Bruder Corona hat.

Am Freitagabend, 23. Oktober, erhielt die Polizei gegen 20.59 Uhr den Hinweis, dass in der Ingelheimer Moschee eine größere Geburtstagsfeier stattfinden soll, obwohl der Bruder des Geburtstagskindes positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Sofort gingen die Beamten diesem Hinweis nach.

In Inglheimer Moschee: 20 Personen feiern ohne Mundnasenschutz

Und tatsächlich: Die Polizisten konnten vor Ort etwa 20 Personen (Im Landkreis Mainz-Bingen sind Feiern mit maximal 25 Personen erlaubt) antreffen - Frauen im Untergeschoss, Männer im Obergeschoss. „Es war Musik zu hören. Es wurden keine MNS getragen“, heißt es von Seiten der Polizei. Während die Damen wenigstens unter Einhaltung der Abstandsregeln bei offenen Fenstern am Tisch saßen, hatten die Männer gänzlich auf die Grundregeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verzichtet.

Als die Partygesellschaft die Polizeipräsenz bemerkten, versuchten viele Gäste die Moschee fluchtartige zu verlassen. Dies gelang jedoch nicht. Alle Teilnehmer konnten von der Polizei aufgehalten werden. Der junge Mann, der seinen achtzehnten Geburtstag feierte, bestätigt gegenüber den Beamten die Infektion seines Bruders, mit dem er in einem Haushalt gemeldet ist.

Geburtstagskind hat Ausrede parat

Seine Ausrede: Er habe seit einigen Tagen keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Dies ließ die Polizei allerdings nicht gelten und erklärte die Party für beendet. Die Beamten nahmen sämtliche Kontaktdaten auf und übergaben diese dem Gesundheitsamt.

Der Vorsitzende des Moscheevereins, welcher nicht anwesend war, sperrte die Einrichtung anschließend ab und kündigte eine Grundreinigung an. Ein „Verstoß gegen die Absonderungspflicht“ wird laut Corona-Bußgeldkatalog des Landes Rheinland-Pfalz mit 1000 Euro geahndet, diese Strafe droht jetzt dem Geburtstagskind. Ob auch Bußgelder auf einige oder gar alle Gäste zukommen, bleibt abzuwarten.

Auch eine entsprechende Strafanzeigen wollte die Polizei nicht ausschließen.

mz

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa

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