Tragischer Unfall bei Köln

Tonnenschwere Betonplatte stürzt auf Auto: Frau stirbt - Behörden schockiert: Besteht Gefahr?

Eine große Betonplatte einer Lärmschutzwand ist auf der Autobahn 3 bei Köln auf einen Wagen gestürzt und hat eine Autofahrerin getötet.
+
Eine große Betonplatte einer Lärmschutzwand ist auf der Autobahn 3 bei Köln auf einen Wagen gestürzt und hat eine Autofahrerin getötet.

Köln - Ein schrecklicher Unfall auf dem Kölner Autobahnring wirft viele Fragen auf. Auf der A3 in Richtung Oberhausen ist eine tonnenschwere Betonplatte auf die Fahrbahn gekracht und hat tragischerweise ein Auto getroffen. Die Fahrerin des Polo wurde dabei getötet.

Update, 16.33 Uhr - Landtag soll sich mit Betonplatten-Unfall auf A3 beschäftigen 

Am Nachmittag nach dem Unglück wurde die Autobahn teilweise wieder frei gegeben, die rechten Fahrspuren entlang der Lärmschutzwände blieben aber in beiden Richtungen gesperrt. „Das ist notwendig wegen der Prüfung der Lärmschutzwände“, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW. Die Wände stammten von ungefähr 2007, seien also noch nicht so alt. Wie es zu dem Unglück habe kommen können, wisse man noch nicht

„Unsere Lärmschutzwände werden im Rahmen der Sichtprüfung von den Meistereien natürlich überprüft“, sagte der Sprecher. Das geschehe unabhängig von dem tragischen Unglück am Freitag. „Seien Sie sicher, dass wir da jetzt noch einmal ein Augenmerk drauf richten.“ Niemand müsse Bedenken haben, an der Stelle über die Autobahn zu fahren, weil die rechten Fahrspuren ja gesperrt seien. Dadurch komme es nun allerdings zu Verkehrsbehinderungen. 

Mit dem Unfall soll sich am Mittwoch auch der Verkehrsausschuss des Landtags beschäftigen. Die SPD-Fraktion hat eine „Aktuelle Viertelstunde“ beantragt, in der die Landesregierung über das Unglück selbst und den Zustand der Lärmschutzwände vor Ort und in ganz NRW berichten soll.

Der tragische Tod der Autofahrerin macht uns alle fassungslos“, sagte Carsten Löcker, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. „Unsere Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Opfers. Wir sind es ihnen schuldig aufzuklären, wie es zu diesem schlimmen Unglück kommen konnte. Gleichzeitig müssen wir ausschließen, dass weitere Gefahr von den Lärmschutzwänden ausgeht. Hier sind wir jetzt alle gefordert.“

Wie Straßen.NRW weiter erläuterte, wird die A3 an der Unglücksstelle in einer sogenannten Tieflage geführt. „Das heißt, dass für den Bau der Autobahn ein Geländeeinschnitt hergestellt wurde und sich rechts und links der Fahrbahn Betonwände befinden“, teilte die Straßenbauverwaltung mit. „Oben auf den Betonstützwänden sind die eigentlichen Lärmschutzwände montiert, die Wände selbst sind mit Lärmschutzelementen ausgestattet.“

Erstmeldung:

Um 10.15 Uhr nahm das Unglück auf der A3 kurz vor der Ausfahrt Köln-Dellbrck seinen Lauf. Aus dem Nichts löste sich eine etwa fünf Tonnen schwere Betonplatte aus der Lärmschutzwand und stürzte zu Boden. Genau in diesem Moment war eine Frau mit ihrem Polo in Richtung Oberhausen unterwegs.

Der Block traf mit voller Wucht den vorderen Teil des Autos. Zahlreiche Rettungskräfte eilten zur Unglücksstelle. Die Frau verstarb allerdings kurze Zeit später noch am Unfallort.

Im Anschluss prüften Statiker die Standfestigkeit der betroffenen Lärmschutzwand. Danach wurden die Trümmer von der Fahrbahn entfernt. Ein Kran hob die tonnenschwere Platte an und versetzte das Fahrzeug. Erst dann konnte die ums Leben gekommene Frau aus dem völlig zerstörten Auto geborgen und der Unfallort ganz freigeräumt werden.

Viele Passanten fragen sich derweil, wie es zu diesem tragischen Unglück kommen konnte.

mz/dpa

Kommentare