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Dieses (rechtskräftige) Urteil erschüttert Deutschland

Mädchen (11) brutal vergewaltigt: Täter (etwa 16 Jahre) muss nicht ins Gefängnis

Vergewaltigung Neustrelitz Prozess Urteil
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Im Schlosspark von Neustrelitz (Archivbild rechts) fiel der Täter über das Mädchen (11) her.

Die Vergewaltigung eines Mädchens (11) im Schlosspark von Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in Mecklenburg-Vorpommern hatte im Januar für große Schlagzeilen gesorgt. Jetzt folgte der Prozess dazu – und das Urteil dürfte mindestens genau so viel Aufsehen erregen:

Neustrelitz – Denn jetzt – rund sechs Monate nach der schrecklichen Tat – wurde der Fall vor dem Amtsgericht in Waren (Müritz) rechtskräftig abgeschlossen. Wie ein Gerichtssprecher am Dienstag (19. Juli) verkündete, wurde der Täter im jugendlichen Alter zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährung gilt für zwei Jahre. Heißt im Klartext: Der Täter muss für die brutale Vergewaltigung nicht ins Gefängnis!

Ansonsten hielt sich das Gericht sehr bedeckt. Dennoch berichten diverse Medien, dass es sich bei dem Verurteilten laut Staatsanwaltschaft um einen Mann aus Afghanistan handelt, der als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen war und zuletzt in einer Unterkunft in Neustrelitz lebte. Die Kammer des Gerichts habe den Mann des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und der Vergewaltigung schuldig gesprochen. Wegen des jugendlichen Alters der Beteiligten sei der Fall nicht öffentlich verhandelt worden, hieß es weiter.

Der Fall hatte im Januar deutschlandweit und darüber hinaus für Schlagzeilen gesorgt: Der Jugendliche hatte das Mädchen (11) Mitte Januar 2022 kennengelernt. Nur einen Tag später folgte die Horror-Tat, als der junge Mann im Schlossgarten über die wehrlose 11-Jährige herfiel und sie vergewaltigte. Laut Staatsanwaltschaft war dem jetzt rechtskräftig verurteilten Täter das Alter des Mädchens bewusst. Zudem sei auch völlig klar gewesen, dass er gegen den Willen des Mädchens gehandelt habe, so die Anklage. Dennoch entschied sich der Staatsanwalt laut Bild-Zeitung dagegen, gegen den Urteilsspruch Rechtsmittel einzulegen.

Ermittler versuchten, Alter von Täter zu ermitteln

Im Vorfeld des Prozesses hatten die Ermittler auch viel Arbeit damit, das exakte Alter des Täters zu ermitteln. Dieser hatte keine Personaldokumente vorlegen können. Dazu wurde auch ein spezielles Institut aus Hamburg hinzugezogen, das den jugendlichen Täter auf 16 Jahre schätzte.

Aus der Politik kam teils scharfe Kritik am Urteil. Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Andrea Lindholz (CSU) sagte: „Das Urteil ist völlig unverständlich. (...) Der Täter muss für diese schreckliche Tat noch nicht einmal ins Gefängnis, während das Kind ein Leben lang unter den Folgen dieser Tat leidet.“ Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt bezeichnete die verhängte Strafe als „völlig inakzeptabel“. Strafverteidiger Burkhard Benecken erläuterte gegenüber der Bild-Zeitung: „In dieser Altersstruktur ist dieses milde Urteil nicht ungewöhnlich. Bei jugendlichen Tätern steht der Erziehungsgedanke im Vordergrund.“

mw

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