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Nicht nur bei Reisen innerhalb Europas

Impf- und Genesen-Status verkürzt: Regel-Chaos statt einheitlichen Vorgaben

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die umstrittene Verkürzung des Genesenen-Status nach einer Corona-Infektion von sechs auf drei Monate mehrfach als „sinnvoll“ verteidigt.
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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die umstrittene Verkürzung des Genesenen-Status nach einer Corona-Infektion von sechs auf drei Monate mehrfach als „sinnvoll“ verteidigt.

Die Gültigkeit des digitalen Impfzertifikats für Personen mit Grundimmunisierung wird in der EU auf 270 Tage (neun Monate) verkürzt. Gleichzeitig einigten sich die EU-Länder auf eine Gültigkeit des Genesenen-Status auf sechs Monate. In manchen Bereichen geht Deutschland einen Sonderweg; die Verwirrung ist perfekt.

Deutschland - Bis vor kurzem galt man in Deutschland sechs Monate lang als genesen. Mehr oder weniger über Nacht kippt das Robert Koch-Institut diese Vorgabe und verkürzte die Gültigkeit auf drei Monate - ohne jegliche Vorwarnung. Innerhalb weniger Stunden verloren Tausende Deutsche ihren 2G-Status. Eine plötzliche Entscheidung, die seit Tagen für politischen Zoff in Bund und Ländern sorgt. „Bei Omikron haben wir das Problem, dass derjenige, der sich an der Delta-Variante infiziert hatte, sich schon nach drei Monaten an Omikron infizieren kann“, verteidigt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Entscheidung. Andere sehen diese Entscheidung deutlich kritischer: Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik Sandra Ciesek plädierte dafür, den Zeitpunkt des Boosterns nach Genesung „individual-medizinisch“ zu entscheiden; und weiter: „So richtig glücklich und zufrieden bin ich nicht mit den Regelungen.“

EU bessert nach, Deutschland geht weiter eigenen Weg

Jetzt einigten sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union darauf, dass Genesene EU-weit weiterhin einheitlich sechs Monate lang als genesen gelten. Diese Regel tritt am 1. Februar in Kraft. Besonders brisant: Staatsministerin für Europa und Klima Anna Lührmann, stimmte ebenfalls für die Sechs-Monate-Regel. Direkt im Anschluss an die Beratungen erklärte ein Sprecher der EU-Kommission: „Das Mindeste, was wir alle erwarten können, ist, dass die Mitgliedstaaten diese Empfehlung auch umsetzen.“

Ob Deutschland das wirklich umsetzen wird, ist weiter völlig unklar. Die EU-Staaten werden lediglich aufgefordert, ihre nationalen Regelungen anzupassen. Bleiben die Mitgliedsstaaten hingegen untätig, drohen aber auch keine unmittelbaren Strafen. Eine Entscheidung mit Folgen, denn: Für Reisende nach Deutschland kann es unter Umständen zu Problemen am Flughafen, den Bahnhöfen und generell nach dem Grenzübertritt kommen.

Worstcase-Szenario: Kein Impf-Status für Reisende

Wer also mit einem Genesenen-Nachweis, der bereits länger als drei und weniger als sechs Monate gültig ist, nach Deutschland einreist, erfüllt unter Umständen nicht den 2G-Status. Der Zugang zu Restaurants, Kinos und weiteren Veranstaltungen bleibt diesen Personen also verwehrt. Deutschland unterscheidet für die Einreise zudem zwischen Virusvarianten- und Hochrisikogebieten. Geimpfte und Genesene müssen nach der Einreise aus einem Hochrisikogebiet nicht in Quarantäne. Ungeimpfte können sich frühestens fünf Tage nach Einreise freitesten.

„Mit den neuen Vorschriften für Reisen innerhalb der EU werden die unterschiedlichen Vorschriften in den Mitgliedstaaten harmonisiert“, heißt es von Seiten der EU-Kommission. Wie lange die Grundimmunisierung in den jeweiligen Ländern - etwa für Restaurantbesuche oder Veranstaltungen - anerkannt wird, kann sich jedoch weiterhin unterscheiden.

Laut des EU-Beschlusses soll ein gültiges EU-Corona-Zertifikat für Reisen in Europa wichtiger als das Infektionsgeschehen im Abreiseland sein. Ab 1. Februar muss man also nur noch einen gültigen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorlegen. Ein PCR-Test soll frühestens 72, ein Schnelltest 24 Stunden vor der Reise gemacht werden.

Einigkeit zumindest bei der Dauer der Grundimmunisierung

In Deutschland gab es bislang keine Regelung, die die Anerkennungsdauer von Impfnachweisen an sich begrenzt. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministerium erklärte allerdings nun, dass die Vorgabe der Europäischen Union, nach der Impfzertifikate in der EU für Reisende künftig nur noch neun Monate (270 Tage) nach der Grundimmunisierung gegen das Coronavirus gültig sind, auch in Deutschland umgesetzt werden soll. Für andere Zwecke innerhalb von Deutschland, wie zum Beispiel 2G und 3G, gilt die Befristung nicht. Bei einer Booster-Impfung verlängert sich die Gültigkeit aktuell noch unbegrenzt.

Im Zuge dessen sollen in Deutschland demnach auch geänderte Vorgaben für eine Impfung mit dem Vakzin von Johnson&Johnson umgesetzt werden. Als geimpft mit vollständigem Grundschutz gilt man in Deutschland nun erst dann, wenn auf die Johnson&Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung erfolgt, so der Sprecher. Laut der EU-weiten Zulassung für diesen Impfstoff hingegen ist für die Grundimmunisierung nur eine Impfstoffdosis nötig - die Regeln in Deutschland weichen somit künftig auch hier deutlich ab.

mz/sl

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