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Ungewöhnlicher Prozess in NRW

(Ex-)Freund verbrennt 540.000 Euro - aus Versehen

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Soest/Arnsberg (NRW) - Mit einem kuriosen Fall musste sich das Landgericht Arnsberg beschäftigen: Ein Werkstattbesitzer behauptet, seine gesamten Ersparnisse ausgerechnet in einem Heizkessel versteckt zu haben. Ein Kumpel habe die Heizung angemacht - und 520.000 Euro in Asche verwandelt.

Ungewöhnliches Urteil am Landgericht Arnsberg: Die Richter wiesen die Klage auf Schadensersatz eines 49-Jährigen ab, der behauptete, 540.000 Euro in einem Ölheizungskessel versteckt zu haben - bis ein Kumpel die Anlage angeschaltet und bis auf 20.000 Euro alles verbrannt habe. Laut einem Gerichtssprecher fiel das Urteil (Az. I-2 O 347/18) bereits am 13. September, es wurde durch einen Bericht der bild.de bekannt.

Über eine halbe Million Euro durch Schornstein gejagt

Wie der Sprecher sagte, soll sich der Vorfall zum Jahreswechsel 2014/2015 in Soest ereignet haben. Der Besitzer einer Werkstatt habe einen Freund gebeten, während seines zweiwöchigen Urlaubs nach dem rechten zu sehen. Der Freund sagte vor Gericht aus, es sei kalt in der Werkstatt gewesen - daher habe er die Heizung angemacht. Weil plötzlich Frost einsetzte, sorgte sich der Freund um Wasserrohre in der Werkstatt, die platzen könnten. 

Der Werkstattbesitzer wiederum trug vor, er habe seine ganze Ersparnisse in einer Tasche im Heizkessel versteckt gehabt. Die Anlage habe er zuvor demontiert. „Die Anlage war wegen erhöhter Abgaswerte vom Schornsteinfeger gesperrt worden", erklärte er laut Bild vor Gericht. Der Bekannte des Klägers hatte sie aber wieder zusammen gebaut.

Nach Urlaub das schreckliche Erwachen: Das Geld wurde zu Asche

Als der Werkstatt-Besitzer wieder heim kam, sei fast alles Asche gewesen. Diese Asche hatte er dann für eine Analyse zur Bundesbank gebracht. 20.400 Euro konnten rekonstruiert dem 49-Jährigen erstattet werden. 520.000 Euro wollte er nun von dem Bekannten - dem er die Freundschaft gekündigt habe - wieder bekommen.

Laut Gericht steht fest, dass der Ex-Kumpel die Heizung angemacht hatte. Auch die Summe von 540.000 Euro wurde als "wahr unterstellt". Aber: Niemand hätte auf die Idee kommen können, dass jemand Geld in der Heizung versteckt, erklärten die Richter. Klage abgewiesen. Der Werkstatt-Besitzer kann noch in Revision gehen, die Frist läuft laut Gericht in wenigen Tagen ab.

Außerdem hat der Kläger laut Bild nun Ärger mit dem Finanzamt. Die Behörde möchte nun wissen, woher all das Geld, das in der Ölheizung verbrannte, stammte.

mh mit Material der dpa

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