Rassistischer Angriff in Erfurt

Schockierendes Video: Mann bespuckt, beschimpft und tritt brutal auf Syrer (17) ein

Entsetzliche Szenen aus einer Straßenbahn in Erfurt erschüttern Thüringen. Ein 17-jähriger Syrer wurde am Freitagabend (23. April) Opfer eines rassistischen Angriffs. Der Täter hatte den Jungen wüst beleidigt, bespuckt und brutal getreten.

Es sind schockierende Videoaufnahmen, welche Zeugen am Freitagabend, 24. April, in einer Straßenbahn in Erfurt tätigten. Zu sehen ist ein laut Polizeiangaben 39-jähriger Deutscher, der ohne ersichtlichen Grund auf einen 17-jährigen Syrer losgeht.

Der Täter hatte sich vor dem wehrlosen 17-Jährigen aufgebaut, danach folgten wüste Beleidigungen und Tritte. Aussagen wie, „verpiss dich einfach dahin, wo du herkommst, du dreckige F*tze“ und „mach einfach deinen Kopf runter das nächste Mal, wenn ich vor dir stehe“, sind auf den Videos zu hören. Plötzlich trat der 39-Jährige auch noch viermal auf den Kopf und Oberkörper des jungen Syrers ein, hob dessen Handy auf und knallte es mit Wucht auf den Boden. Von dem Opfer sind keine Äußerungen oder Handlungen zu vernehmen.

Erfurt: Rassistischer Angriff in Straßenbahn

Dem Täter gelang anschließend unerkannt die Flucht, doch „durch die am Tatort gewonnenen Zeugenhinweise“ habe der polizeibekannte Mann zeitnah identifiziert werden können, teilte die Polizei am Montag über den Vorfall von Freitagnacht mit. „Der 40-jährige Mann wurde durch Zivilkräfte der Polizei am heutigen Nachmittag in Erfurt festgenommen.“ Gegen ihn sei inzwischen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung ergangen.

Zeugen hatten demnach nach der Tat die Sicherheitskräfte zur Hilfe gerufen. Auch der Straßenbahnfahrer sei vom 39-Jährigen bedroht worden. Der 17-jährige Syrer sei laut Polizeiangaben äußerlich nur leicht verletzt worden. Vorausgegangen sei wohl ein verbaler Streit um den Sitzplatz, wie verschiedene Medien berichten. Die Tat sorgt in den sozialen Medien für Empörung.

„Einfach widerlich!“

„So ein feiger Mensch, stark und aggressiv gegen einen Wehrlosen“, kritisierte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf Twitter die Tat. „Einfach widerlich!“ Die CDU-Landtagsfraktion verurteilte den rassistischen Übergriff in der Straßenbahn ebenfalls „aufs Schärfste“.

Auch die Sprecherin für Antirassismus der Linksfraktion im Landtag, Katharina König-Preuss, zeigte sich entsetzt: „Den zunehmenden rassistischen Übergriffen in Thüringen, welche auch Resultat eines insbesondere durch die AfD geschürten politischen Klimas in der Gesellschaft sind, muss endlich Einhalt geboten werden, den Tätern mit aller Konsequenz begegnet werden“, forderte die Abgeordnete.

Sie verwies zudem auf die kürzlich vorgestellte Statistik der Opferberatung Ezra. Nach deren Zählung blieben die Fälle rechter Gewalt in Thüringen im Jahr 2020 etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Die Organisation registrierte im vergangenen Jahr 102 rechte, rassistische oder antisemitische Angriffe.

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