Tarnmuster auf Kleidung

Aus Respekt vor Flüchtlingen: Schule erlässt Camouflage-Verbot 

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Lage - An einer Schule in Nordrhein-Westfalen wurde ein Camouflage-Verbot erlassen. Schüler müssen künftig auf T-Shirts, Jacken und Hosen mit Tarnmustern verzichten. 

Bei vielen Schülern liegt Kleidung mit Camouflage-Muster im Trend. Ob auf T-Shirts, Jacken, Hosen oder Taschen - das Tarnmuster, wie es auch von Soldaten getragen wird, ist nicht nur in Modemagazinen, sondern auch auf dem Schulhof immer öfter zu finden. 

An einer Schule in Lage (Nordrhein-Westfalen) sorgt dieser Print nun für Zündstoff. Den laut Radio Lippe erließ die Schulleitung der Lagenser Sekundarschule ein Camouflage-Verbot - und das gefällt weder Schülern noch Eltern. Gerade erst durfte eine Schülerin nicht mit auf einen Schulausflug, weil sie eine blaue Tarnflecken-Hose trug.

Verbot bislang nur mündlich kommuniziert

Gegenüber dem Radiosender stellte die stellvertretende Schulleiterin Ute Kuhlmann klar, dass es ihr wichtig sei, dass die Kinder nicht mit Kleidung zum Unterricht kommen würden, die bei traumatisierten Kriegskindern einen bestimmten Knopf drücke.

Ein Verbot von Jogginghosen und Sportkleidung im Unterricht soll demnach schon schriftlich festgehalten worden sein. Die Vorgabe, keine Camouflage-Kleidung zu tragen, wurde laut den Eltern allerdings nur mündlich kommuniziert.

Die Rücksichtnahme auf Flüchtlingskinder können aber viele Eltern nicht nachvollziehen, da auch viele dieser Schüler Kleidung mit Tarnmuster tragen würden. Da es das Verbot bislang nicht schriftlich gibt, fordern die Erziehungsberechtigten eine Abstimmung unter allen Eltern. Die Bezirksregierung in Detmold sieht hingegen keinen Grund dafür den Fall zu überprüfen.

Verbot von Camouflage-Mustern auf Kreuzfahrten

Auch auf manchen Kreuzfahrten ist das Tragen von Camouflage-Mustern zu unterlassen. Denn an bestimmten Reisezielen, so etwa auf vielen karibischen Inseln, ist das Tragen der Tarnfarben verboten

Im Karibikstaat Grenada ist Kleidung und andere Dinge mit Camouflage-Muster dem Militär vorbehalten. Bei Verstoß drohen Gefängnisstrafen von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Ostkaribischen Dollar, also umgerechnet rund 3.240 Euro.

jg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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