Rettungsgassen-Fail in Dortmund

Wütender Mann versperrt Hochschwangeren den Weg und pinkelt an ihr Auto

Dortmund - Ein Lob an alle, die die Rettungsgasse einhalten und vertreten - aber so nicht! Für neuen Rettungsgassenärger sorgte am Wochenende ein Mann, der einer Hochschwangeren an den Wagen pinkelte - weil ihr Mann mit dem Auto die Rettungsgasse befuhr.

Eigentlich waren der 35-jährige Dortmunder und seine 36-jährige hochschwangere Frau ohnehin schon sehr aufgeregt mit ihrem Auto am späten Samstagabend auf der B236 unterwegs. Die 36-Jährige hatte nämlich starke Wehen und das Krankenhaus war nicht wirklich in Sichtweite.

Gegen 23.30 Uhr geriet das Ehepaar dann auf der Bundesstraße Richtung Dortmund in einen Stau, der sich durch einen Verkehrsunfall ergeben hatte. In ihrer Not riefen die beiden "Baldeltern" den Polizeinotruf 110. Die Polizeibeamten halfen dem Ehepaar sofort und lotsten sie per Telefon durch die Rettungsgasse, die zum Glück frei war.

Aus dem Nichts springt ein Mann vor das Auto

Nach einem ersten Aufatmen blieb den beiden Dortmundern dann aber doch die Luft im Halse stecken. Kurz vor der Ausfahrt zum Borsigplatz sprang ein Mann aus seinem Auto und blockierte die Rettungsgasse für das Paar in Not, sodass diese anhalten mussten.

Auch im Netz sorgt der Fall für Diskussionsstoff:

Mit unzähligen Schimpfwörtern und drohenden Gebärden verteidigte der Fremde die Rettungsgasse. Aus Sorge der Mann würde seine "Fäuste sprechen lassen", blieb das Ehepaar im Wagen und schloss sich ein. Der Unbekannte setzte noch einen drauf: Er vertrat nicht nur die Rettungsgasse, sondern trat gegen die Stoßstange und urinierte dem Pärchen auf die Front des Autos.

Unberührt von den Hilferufen - insbesondere die der Frau, die ihr Kind erwartete - blockierte der Fremde geschätzte zehn Minuten lang die freie Fahrt für das Paar in Not. Nun ermittelt die Polizei gegen ihn. Zu seiner Person gibt es Hinweise, sodass er der Kripo sicher bald mit Namen bekannt sein wird.

Immer wieder sorgt das Thema Rettungsgasse in letzter Zeit für Unmut bei den Einsatzkräften. Passend zum Thema:

Der ADAC veröffentlichte 2016 ein Video, wie man eine Rettungsgasse richtig bildet:

Pressemeldung Polizei Dortmund/amj

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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