Ohne Anfangsverdacht

Rewe-Kunden beschweren sich: Paar sollte Einblick in Handtasche geben

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An der Kasse eines nordhessischen Rewe-Marktes sollte ein Paar seine Handtasche öffnen. Dabei hatte es sich nichts zu Schulden kommen lassen. Ist das erlaubt?

Ein Paar wurde in einem Rewe-Markt in Nordhessen aufgefordert, seine Handtasche zu öffnen - dabei lag gegen sie kein Anfangsverdacht vor. Dürfen Supermarkt-Mitarbeiter das?

Kaufungen - Kurz vor Ladenschluss am Abend wollten Regina Müller und ihr Mann (Name von der Redaktion geändert) noch kurz was fürs Frühstück einkaufen. Doch an der Kasse wurden sie überrascht: „Ich wurde aufgefordert, Einblick in meine Handtasche zu geben. Zur Begründung wurden mir immer häufiger auftretende Ladendiebstähle und eine Weisung der Marktleitung genannt", berichtet Regina Müller gegenüber der HNA.

Sie beschwerte sich und diskutierte mit den Mitarbeitern. Wenn sie nichts zu verbergen habe, könne sie ihre Tasche ja öffnen, hieß es seitens des Personals. Als Müller die Waren bezahlte und ihren Geldbeutel herausholte, konnte die Kassiererin zufällig in die Tasche schauen. Sie sah nichts Auffälliges und beließ es dabei.

Für Müller ist die Sache allerdings noch nicht abgeschlossen. Sie beschwerte sich, denn: „Ein Recht darauf, einen Einblick in die Tasche eines Kunden zu nehmen, hat der Ladenbesitzer nicht“, das sagt Verena Bring, Staatsanwältin und stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Kassel.

Die Rewe-Group könne da allerdings nichts machen. Der Ladenbesitzer sei ein unabhängiger Unternehmer, der sein Geschäft führen kann, wie er möchte.

Wann Ladenbesitzer das Recht auf Taschenkontrolle haben und wie die Geschichte weiterging, erfahren Sie bei den Kollegen der HNA*.

*HNA.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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