Schwerverbrecher weiter auf der Flucht

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Die Bildkombo zeigt die flüchtigen Michael Heckhoff (l) und Peter Paul Michalski.

Köln - Trotz zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung hat es auch am Samstagvormittag noch keine heiße Spur zu den beiden hochgefährlichen Ausbrechern aus dem Aachener Gefängnis gegeben.

Eine konzentrierte Fahndung unter anderem mit Hubschraubern und

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Wärmebildkameras im Essener Ausflugsgebiet Baldeneysee bis in den Freitagabend hinein brachte keinen Erfolg, wie die Sprecherin der zuständigen Polizei Köln, Marion Henkel, der Nachrichtenagentur AP sagte. Der am Freitag festgenommene Justizbeamte, der den beiden Männern bei der Flucht am Donnerstagabend geholfen haben soll, verweigert bislang die Aussage, wie die Sprecherin des nordrhein-westfälischen Justizministeriums, Andrea Bögge, auf AP-Anfrage sagte. Er soll nach ihren Angaben am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittler werfen ihm unter anderem Beihilfe zur Geiselnahme und Gefangenenbefreiung im Amt vor.

Viele Einzelheiten unklar

 Der 40-Jährige war nach Auswertung der Aufnahmen der Überwachungskamera an der Pforte festgenommen worden. Wie die Ausbrecher zuvor die insgesamt fünf auf dem Weg zur Pforte verschlossenen Türen überwinden konnten, war weiter unklar, wie Bögge sagte. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei vor Ort dauern an. Die beiden Flüchtigen, dem bereits wegen Mordes verurteilten Peter Paul Michalski und dem wegen Mordversuchs und Geiselnahme inhaftierten Michael Heckhoff sind nach Auffassung des Aachener Polizeipräsidenten Klaus Oelze “hochgefährliche Männer - gewaltbereit, gewalttätig und bewaffnet“.

Aachener Gewaltverbrecher auf der Flucht

Gewaltverbrecher auf der Flucht

Den beiden Schwerverbrechern Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski gelang am 26. November der Ausbruch aus der Justizvollzugsanstalt Aachen. Nun wurden beide gefasst. © dpa
Peter Paul Michalski (46) gilt als brutal und rücksichtslos. © dpa
Fünf Tage war er auf der Flucht. © dpa
Dann schnappte ihn die Polizei auf der Bundesstraße 58 bei Schermbeck am Niederrhein. © ap
Michalski war auf einem silbernen Damenfahrrad unterwegs. © dpa
Der Medienrummel war groß. © dpa
Nach über fünf Tagen sind nun beide Schwerverbrecher wieder im Gefängnis. © dpa
Michael Heckhoff (50) war 1992 an einer Geiselnahme in der sauerländischen Justizvollzugsanstalt Werl beteiligt. Damals hatte er mit einem Mithäftling einen Zahnarzttermin genutzt, um drei Justizbeamte und drei Arzthelferinnen in seine Gewalt zu bringen. Beim Zugriff der Polizei übergoss Heckhoffs Kumpan zwei der Geiseln mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündete sie an. Die Frauen erlitten schwere Verbrennungen. © dpa
SEK-Beamte stehen vor dem Haus in Mühlheim/Ruhr, in dem Heckhoff gefasst wurde. Ihn konnte die Polizei bereits am Sonntag in Mülheim festnehmen. © dpa
Mit diesem Fluchtfahrzeug waren die beiden Flüchtlinge in Mühlheim unterwegs. © dpa
Wie Heckhoff in einem Interview berichtet, hatten sie die Waffe in der JVA Aachen gekauft. © dpa
Heckhoff berichtet, er habe von einem Wärter den Schlüssel bekommen und auf den Kopierer gelegt. © dpa
Am Donnerstag konnten die beiden Verbrecher aus der JVA fliehen. © dpa
Seitdem wurde mit einem Großaufgebot gefahndet. © dpa
In der Nacht zum Freitag untersuchten Polizisten den Eingang der Justizvollzugsanstalt in Aachen. © dpa
Eine Beamtin steht im Gang vor den Gemeinschaftsräumen der Justizvollzugsanstalt in Aachen. © dpa
Häftlinge der Justizvollzugsanstalt Aachen stehen im Gang vor ihren Zellen. © dpa
Der Eingang der Justizvollzugsanstalt in Aachen. © dpa
Kurz nach ihrem Ausbruch hatten sich die beiden Kriminellen in ein Taxi gesetzt und den Fahrer aufgefordert, sie nach Kerpen-Buir zu fahren. © dpa
Dort zwangen sie den Fahrer, gemeinsam mit ihnen in ein anderes Taxi zu steigen und weiter nach Köln zu fahren. © dpa
Vom Bahnhofsvorplatz am Dom aus flüchteten die Verbrecher zu Fuß in die Innenstadt. © dpa
Die beiden Taxifahrer ließen sie frei. Sie erlitten einen Schock. © dpa
Danach verlor sich voerst die Spur, bis Heckhoff am Sonntag wieder auftauchte und in Mühlheim festgenommen werden konnte. © dpa
Mit der Festnahme von Michalski am Dienstag, ist die tagelange Fahndung nach den beiden Schwerverbrechern nun zu Ende. © dpa

Gegen beide wurde Sicherungsverwahrung verhängt, so dass sie auch nach Verbüßung ihrer Haftstrafen nicht auf freien Fuß gekommen wären. Heckhoff war 1992 an einer spektakulären Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt im westfälischen Werl beteiligt. Niemand solle versuchen, sie auf eigene Faust festzunehmen. “Bitte überhaupt keine Heldentaten“, warnte Oelze am Freitag. Die Schwerverbrecher flohen am Donnerstagabend aus der hochgesicherten Aachener Justizvollzugsanstalt. Dabei überwältigten sie einen Justizbeamten und brachten zwei Pistolen mit je acht Schuss Munition an sich. Zunächst flohen sie per Taxi nach Köln, wo sie am Freitagmorgen eine junge Frau zwangen, sie mit ihrem Auto nach Essen zu fahren.

Die Essener Polizei erklärte, zwei Männer hätten die 19-Jährige in ihre Gewalt gebracht und zu der Fahrt nach Essen gezwungen. An einer Brücke im Ortsteil Kettwig sei der Wagen wegen Spritmangels liegen geblieben. Die beiden Männer seien zu Fuß weiter geflüchtet; die Schülerin sei unverletzt geblieben und wieder frei. Sie habe eine Personenbeschreibung abgegeben, und man gehe davon aus, dass es sich bei den Männern um die beiden Ausbrecher gehandelt habe.

ap

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