Mutter kann noch nicht befragt werden

Solingen-Drama um fünf tote Kinder: Mutter schwer verletzt, „Vernehmung“ nicht sinnvoll - Ermittlungen stocken

In Solingen in Nordrhein-Westfalen wurden fünf Kinder tot in einer Privatwohnung aufgefunden. Die tatverdächtige Mutter kann noch immer nicht vernommen werden.

  • In Solingen (NRW) wurden am Donnerstag fünf Kinder in einer Privatwohnung tot aufgefunden*.
  • Wie die Polizei Wuppertal bekannt gab, gilt die Mutter der Kinder als Tatverdächtige. Düstere Details aus der Familiengeschichte wurden nun bekannt. (siehe Update vom 4. September, 11.26 Uhr)
  • Die 27-Jährige befindet sich zurzeit nach einem gescheiterten Suizidversuch im Krankenhaus und kann noch nicht vernommen werden.

Update vom 7. September, 13.57 Uhr: Nach dem Drama um fünf getötete Kinder in Solingen kommen die Ermittlungen nicht entscheidend voran. Die Mutter, die im Verdacht steht, ihre drei Töchter und zwei Söhne erstickt zu haben, kann noch immer nicht zur Tat befragt werden. Die 27-Jährige sei „noch nicht in einem Zustand, in dem eine längere Vernehmung Sinn machen würde“, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt der Rheinischen Post.

Sie sei nach ihrem Suizidversuch am Düsseldorfer Bahnhof noch zu schwer verletzt. Auch ein Anwalt, der die Frau inzwischen rechtlich vertritt, wollte sich noch nicht äußern. Auch eine Befragung des einzig überlebenden Sohnes, der bei seiner Großmutter ist, sei bislang nicht möglich gewesen. „Das braucht Zeit, das müssen wir behutsam angehen“, sagt Kaune-Gebhardt.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

Solingen: Nach Tod von fünf Kindern werden zwei Schulen von Krisenteams betreut

Unterdessen werden zwei Schulen in Solingen von Schulpsychologen betreut. Zudem seien Krisenteams gebildet worden. „Die seelischen Auswirkungen sind nicht abzuschätzen“, sagte ein Sprecher der Stadt. Auch die Opferschutzbeauftragte der Polizei sei aktiv. An einer Grundschule wurden zwei der fünf getöteten Kinder unterrichtet, an einer weiterführenden Schule der übelebende 11-Jährige.

Update vom 6. September, 22.28 Uhr: Die Betroffenheit über das Drama, das sich in Solingen abgespielt hat, ist groß. Eine Mutter soll wohl aus Verzweiflung fünf ihrer sechs Kinder umgebracht haben. Vor allem die Menschen, die in der unmittelbaren Nachbarschaft der Familie gewohnt haben, trauern um die verstorbenen Kinder. Mit ihnen zusammen brachten am vergangenen Samstag rund 800 Menschen im Stadtteil Hasseldelle der Stadt Solingen, die beinahe 160.000 Einwohner zählt, ihre Trauer zum Ausdruck. Mit einer rührenden Geste verabschiedete sich eine Nachbarsfamilie gemeinsam mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach von den fünf verstorbenen Kindern. Fünf Luftballone mit den Namen der Opfer ließen sie in die Luft steigen.

Mit angezündeten Kerzen und einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden den toten Kindern. Hans-Peter Harbecke, der Vorsitzende des Nachbarschaftsvereins, äußerte sich zu dem stillen Gedenken:  „Der Einzelne ist ja gar nicht in der Lage, so zu trauern, seiner Trauer Ausdruck zu verleihen. In der Gemeinschaft kann man das, in der Gemeinschaft ist das intensiver."

Solingen-Drama: Fünf Kinder vermutlich durch die Mutter vergiftet

Update vom 6. September, 9.28 Uhr: Die Stadt Solingen ist in tiefer Trauer. Der Oberbürgermeister Tim-O. Kurzbach hat sich in einem emotionalen Schreiben an seine Bürger und Bürgerinnen gewandt. „Die Nachricht von der Familientragödie an der Hasseldelle, die fünf Kinder zwischen einem und acht Jahren das Leben gekostet hat, macht mich sprachlos, Sie trifft mich wie so unendlich viele Menschen in meiner Heimatstadt mitten ins Herz - als Mensch, als Familienvater und als Oberbürgermeister. Mitten unter uns hat sich etwas ereignet, das unbegreiflich ist“, schreibt der Oberbürgermeister. Er habe nach der Nachricht habe unendlich viel Trauer und Anteilnahme von allen Seiten wahrgenommen. „Wir müssen den Schock verarbeiten und die Tragödie aufarbeiten“, so Kurzbach. Sie sei zu groß um einfach zur Tagesordnung überzugehen. Es sei jetzt Zeit zum Trauern und Innehalten. In dem Schreiben weist Kurzbach zudem darauf hin, dass der Kommunalwahlkampf in den kommenden Tagen ruhen zu lassen und auch andere Veranstaltungen abgesagt würden.

Am Samstagabend versammelten sich in Solingen hunderte Menschen vor dem Haus, um der fünf toten Kinder zu gedenken und sich von ihnen zu verabschieden. Sie waren einem Aufruf des Stadtteils Hasseldelle gefolgt.

Solingen: Spendenkonto eingerichtet

Update vom 5. September, 17.15 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod von fünf Kindern in Solingen braucht der einzige überlebende älteste Sohn der Familie - ein elfjähriger Junge - nach Auffassung einer Opferschützerin erst mal Ruhe. „In so einer Lage brauchen die Menschen Zeit - und diese Zeit muss dem Jungen und seiner Großmutter gegeben werden“, erklärt die Opferschutzbeauftragte des Landes NRW, Elisabeth Auchter-Mainz, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Sie habe mit den zuständigen Stellen gesprochen und den Eindruck gewonnen, dass der Elfjährige und die Großmutter in Mönchengladbach auch mit Unterstützung von Notfallseelsorgern gut betreut würden, sagte die Opferschutzbeauftragte. Für die Zukunft seien viele Fragen offen - etwa, wo und bei wem der Junge künftig leben und zur Schulen gehen solle. „Aber das ich noch zu früh, jetzt zu sagen, das muss jetzt so oder so laufen.“

Währenddessen will die Stadt am Montag ein Spendenkonto einrichten, mit dem unter anderem die Beerdigung der fünf getöteten Kinder bezahlt werden soll. Über die sozialen Medien seien bereits zahlreiche Angebote von Spendenwilligen eingegangen, erklärte ein Stadtsprecher am Samstag.

Solingen: Fünf Kinder durch die eigene Mutter getötet? Nachbarn stehen unter Schock

Update vom 5. September, 11.43 Uhr: Die Gerüchteküche um den gewaltsamen Tod der fünf Kinder in Solingen brodelt und während sich die Anwohner* vor dem von der Polizei abgesperrten Haus versammeln, bitten einige von ihnen um mehr Sensibilität und Mitgefühl: „Seit dem Abend nach der Tat werden auch unsere jüngsten Nachbarn befragt und interviewt. Wir bitten hier dringlichst, sensibel mit den Betroffenen umzugehen. Wir trauern um fünf junge Menschen, die ihr Leben lassen mussten. Wir trauern mit unseren Nachbarn. Wir stehen unter Schock.“ appelliert eine Nachbarschaftsvetreterin im Gespräch mit dem Solinger Tagblatt.

Auch in den Sozialen Medien sorgt der Fall für Aufsehen. Hier häufen sich Mutmaßungen und Gerüchte um die 27-jährige tatverdächtige Mutter.

Die sich unter Polizeischutz befindende Mutter lebte getrennt von ihrem Mann mit vier gemeinsamen Kindern und zwei Kindern aus früheren Beziehungen. Die Ermittler vermuteten am Freitag, dass die Alleinerziehende nach der Trennung die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat. Nahe liegt auch der Verdacht, dass mögliche Warnzeichen im Zuge des Coronavirus-Lockdowns womöglich übersehen wurden*.

Update vom 5. September, 9.13 Uhr: Der überlebende elfjährige Sohn der Tatverdächtigen von Solingen hat die Nachricht über den Tod seiner Geschwister über Whatsapp verbreitet. Im Bild-Interview erzählt ein Schulfreund vom Hilferuf des Jungen: „Ich wollte dir nur sagen, dass du mich nicht mehr sehen wirst, weil alle meiner Geschwister sind tot. PS: Würde mich freuen, wenn du mich anrufen würdest.“

Die Ermittlungen gegen die Mutter des Jungen laufen weiter. Am Frühstückstisch soll sie die fünf Geschwister getötet haben, während der Älteste in der Schule war. Laut Ermittlern holte die 27-Jährige den Jungen schließlich von der Schule ab und setzte ihn in einen Zug zu seiner Großmutter. Hier erfuhr er vom Tod seiner Geschwister. In Abstimmung mit dem Jugendamt befindet sich der Elfjährige zurzeit bei seiner Großmutter. Er müsse ganz intensiv psychologisch betreut werden, sagt Stephan Hiller vom BVkE: „Ich wünsche mir, dass das Kind die beste Förderung hat.“

Update vom 5. September, 8.31 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod von fünf Kindern in Solingen wollen die Nachbarn der Familie an diesem Samstag mit einer Lichterkette und einer Schweigeminute Abschied nehmen. Alle Anwohner seien gebeten, um 18.50 Uhr vor die Tür zu treten und eine Lichterkette zu bilden. Die Mutter der fünf Kinder wird verdächtigt, die Kinder umgebracht zu haben. Gegen sie hat ein Richter Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen.

Solingen: Familie der fünf getöteten Kinder war dem Jugendamt bekannt

Update vom 4. September, 20 Uhr: Nachdem Ermittler und Staatsanwaltschaft am Freitag in einer Pressekonferenz weitere Details zur furchtbaren Tat von Solingen geäußert hatten, gibt es nun weitere Informationen. Nach Angaben der Ermittler habe es vor der Tat keine Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung gegeben. „Wir haben keinerlei Anhaltspunkte für irgendeine Auffälligkeit in der Familie“, sagte Heribert Kaune-Gebhardt von der Staatsanwaltschaft Wuppertal am Freitag.

Zuvor hatte die Stadt mitgeteilt, dass die Familie der fünf getöteten Kinder dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt war. „Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet“, erklärte die Stadt. „Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potentiellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt.“

Währenddessen wollen Nachbarn der Familie am Samstagabend mit einer Lichterkette und einer Schweigeminute um die fünf toten Kinder trauern. Wie die dpa berichtet, habe der Nachbarschaftsverein „Wir in der Hasseldelle" am Freitag dazu aufgerufen, um 18.50 Uhr vor die Tür zu treten und eine Lichterkette zu bilden. Alle Anwohner seien zu diesem Akt des Gedenkens eingeladen. „Der Tod von fünf Kindern trifft unsere Nachbarn, uns und die Hasseldelle ins Herz“, hieß es in dem Aufruf zur Lichterkette. „Wir stehen unter Schock.“

Fünf tote Kinder in Wohnung: „Schick die Polizei, die Kinder sind tot“ - Ermittler äußern furchtbaren Verdacht

Update vom 4. September, 17 Uhr: Heribert Kaune-Gebhardt, von der Staatsanwalt Solingen, erklärt, dass bei allen fünf Kindern Hinweise auf Ersticken und ein vorheriges Sedieren gefunden worden seien. Bislang gebe es jedoch lediglich Hinweise, die endgültige Todesursache sei noch nicht geklärt worden. Dies schließe nicht aus, dass die Kinder möglicherweise vergiftet worden sein könnten. Gegen die Mutter der Kinder werde nun wegen fünffachen Mordes ermittelt. Die Frau sei aktuell jedoch nicht vernehmungsfähig. „Erst wenn die Haftfähigkeit hergestellt ist, kann über den Haftantrag entschieden werden", erklärt Kaune-Gebhardt.

Solingen: Kinder tot in Wohnung aufgefunden - Polizei äußert erste Details

Update vom 4. September, 16.55 Uhr: Marcel Maierhofer, Leiter der Mordkommission, bestätigt, dass am Tatort keinerlei Hinweise auf eine Tatwaffe festgestellt worden seien. In der Küche seien bei Eintreffen der Einsatzkräfte noch die Reste des Frühstücks auf dem Tisch entdeckt worden. Ob bei diesem Frühstück möglicherweise Gift oder andere Substanzen den Kindern ins Essen gemischt worden seien, könne bislang nicht gesagt werden.

Maierhofer bestätigt, dass die Mutter der toten Kinder mit dem elfjährigen Jungen gemeinsam aufgebrochen sei. Demnach solle die Frau auf dem Weg zum Bahnhof ihre Mutter, die Großmutter der Kinder, über die Tat informiert haben. „Schick die Polizei in die Wohnung, die Kinder sind tot", soll die Frau ihrer Mutter über WhatsApp gestanden haben. Sie solle ihrer Mutter dabei auch gestanden haben, dass es ihr aufgrund der Trennung ihres Partners nicht gut gehe. Das Paar soll laut Maierhofer seit einem Jahr in Trennung gelebt haben. Mitte des Jahres soll sich bereits ein Familienstreit ereignet haben, bei dem auch die Polizei informiert worden sein soll.

Während die Großmutter der Kinder die Einsatzkräfte alarmiert hatte, versuchte sich die Frau das Leben zu nehmen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Frau die Tat in einem psychisch instablien Zustand begangen habe.

Der Leiter der Mordkommission erklärt bei der Pressekonferenz, dass bislang nicht ausgeschlossen werden könne, dass der älteste Sohn nur durch Zufall überlebt habe.

Update vom 4. September, 16.50: Robert Gereci, der Einsatzleiter, bestätigt bei der Pressekonferenz, dass bei der Tat am Donnerstag drei Mädchen und zwei Jungen tot aufgefunden wurde. Die Mutter der Kinder sei die einzige Tatverdächtige. Sie habe insgesamt sechs Kinder, lediglich der älteste Sohn habe überlebt. Vier der toten Kinder stammen aus einer Ehe, das fünfte ums Leben gebrachte Kind stamme aus einer anderen Beziehung. Auch der älteste Sohn der Frau stamme aus einer weiteren Beziehung. Keiner der insgesamt drei Väter stehe unter Tatverdacht.

Gereci bestätigt bei der Pressekonferenz, dass die Oma der toten Kinder bei der Polizei Alarm geschlagen habe. Ihre Tochter habe sie kurz zuvor über ihre Tat informiert. Noch während Einsatzkräfte die Tür der Wohnung aufgehebelt hatten, wurde die Polizei darüber informiert, dass das überlebende Kind, der elfjährige Junge, in einem Gruppenchat Freunden erzählt habe, dass seine Geschwister tot seien. Kurz darauf sei das Kind bei seiner Großmutter aufgefunden worden.

Gereci bestätigt, dass am Donnerstag rund 80 Einsatzkräfte bei dem Einsatz beteiligt gewesen seien. Am Freitag seien noch immer rund 40 Einsatzkräfte beteiligt gewesen. „Auf tragisch schreckliche Weise sind fünf Solinger Kinder ums Leben gekommen“, verdeutlicht der Einsatzleiter. Darüber hinaus seien auch Kollegen nach dem Einsatz auf Unterstützung angewiesen gewesen.

Update vom 4. September, 16.47 Uhr: Polizei und Staatsanwaltschaft informieren nun in einer Pressekonferenz.

Solingen: Kinder tot in Wohnung gefunden - Familie stand mit Jugendamt in Kontakt

Update vom 4. September, 16.40 Uhr: Die Familie der fünf getöteten Kinder aus Solingen war dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt. „Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen
gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet“, teilte die Stadt am Freitag mit, ohne Details zu nennen. „Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potenziellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt.“ Weitere Angaben könnten mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Familienmitglieder nicht gemacht werden, schrieb die Stadtverwaltung.

Update vom 4. September, 16.20 Uhr: Die Pressekonferenz mit Polizei und Staatsanwaltschaft beginnt in wenigen Minuten.

Solingen: Kinder tot in Wohnung aufgefunden - Entsetzen in der Politik

Update vom 4. September, 16 Uhr: Die Polizei und Staatsanwaltschaft informieren in einer Pressekonferenz ab 16.45 Uhr über den aktuellen Stand der Ermittlungen.

Update vom 4. September, 15.30 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärte, was in Solingen passiert sei, mache traurig, wütend und fassungslos. „Jetzt gilt es, die Ermittlungen der Polizei abzuwarten und zu prüfen, ob es Hinweise auf Probleme innerhalb der Familie gegeben hat.“ Giffey warnte vor vorschnellen Urteilen. Auch sie sprach den Angehörigen ihr Beileid aus.

Solingen: Kinder tot in Wohnung gefunden - Polizei äußert sich bei Pressekonferenz

Update vom 4. September, 13.39 Uhr: Nach dem Fund von fünf getöteten Kindern in Solingen erwarten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag das Obduktionsergebnis. Ein Polizeisprecher in Wuppertal wollte sich zunächst nicht zu einem Bericht der „Bild“-Zeitung äußern, wonach die Mutter der Kinder diese vergiftet haben könnte. Der Zeitung zufolge wiesen die Leichen der Kinder im Alter von einem bis acht Jahren keine äußeren Verletzungen auf. Allgemein hält sich die Polizei vor der am Freitag für etwa 16.45 Uhr geplanten Pressekonferenz weitgehend zurück. Derweil sind viele Anwohner und Nachbarn der Familie von tiefer Fassungslosigkeit erfasst*. Auch mehren sich Spekulationen von Bekannten der Familie. So soll etwa der überlebende Sohn den tragischen Hergang einer Freundin geschildert haben.

Vom Tod seiner fünf Geschwister schilderte der überlebende elfjährige Bruder Berichten zufolge einer Freundin in Sprachnachrichten. Das erzählt ein Junge aus der Nachbarschaft der Familie in einem RTL-Interview. Im Interview mit RTL beschreibt er den Sohn der 27-jährigen Mutter und mutmaßlichen Täterin als „meistens ein bisschen traurig“. Die besagte Freundin des Überlebenden habe ihm Screenshots von dem tragischen Nachrichtenverlauf geschickt. Darin soll der elfjährige Bruder der fünf toten Kinder der Freundin berichtet haben, dass seine Mutter ihn gebeten habe früher aus der Schule zu kommen. Angeblich wegen eines Arzttermins.

Erst später habe ihm die Mutter von dem Tod seiner Geschwister erzählt. Deren Tod soll sie mit einem Unfall erklärt haben. Ein Lkw sei hinten auf ein Taxi aufgefahren, in dem sie mit den jüngeren Geschwistern unterwegs gewesen sei. Dabei wären die fünf umgekommen. Im weiteren Nachrichtenverlauf soll sich der Junge noch von seiner Freundin verabschiedet haben - er werde nicht zurückkommen. *tz.de ist Teil des Ippen-Ditigal-Netzwerks

Fünf tote Kinder in NRW gefunden - Nachbarin erhebt unter Tränen schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Update vom 4. September, 12.40 Uhr: Die Hintergründe um das Familiendrama mit fünf toten Kindern in Solingen sind weiterhin undurchsichtig. Für Freitagnachmittag ist eine Polizeipressekonferenz angesetzt, in der die Ermittler den ersten Kenntnisstand vorstellen wollen. Derweil verdichten sich tragische Details aus dem Leben der jungen Familie. Auch erste Vorwürfe gegen die Behörden werden laut.

Sie hat Tränen in den Augen, als sie spricht. Die Frau will eine Anwohnerin, eine Nachbarin der Familie sein, in deren Wohnung am Donnerstag die fünf Kinder tot aufgefunden wurden. Mehrmals habe es Polizeieinsätze gegeben und Besuche vom Jugendamt, erzählt die Anwohnerin im Interview mit RTL. Das will sie von einer direkten Freundin der mutmaßlichen Täterin, einer jungen Frau von 27 Jahren und Mutter von sechs, wissen. Auch sei der Ehemann der 27-Jährigen und Vater der jüngeren Kinder mehrmals von Beamten abgeführt worden. „Die Polizei kommt nur hierher, wenn man geschlagen wird“, sagt sie. Sie habe das selbst erlebt. Viele Nachbarn hielten sich zurück, so die Anwohnerin. „Sie sagen: ‚Die Frau war nicht auffällig‘. Aber das stimmt nicht.“ (nai) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Solingen/NRW: Fünf tote Kinder - Laschet kündigt umfassende Aufklärung

Update vom 4. September, 12.34 Uhr: Der Tod von fünf Kindern in Solingen hinterlässt nicht nur bei den Anwohnern Schock und Verzweiflung. In einer Pressekonferenz am Freitagvormittag ist auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf das Familiendrama eingegangen. Laschet kündigte eine umfassende Aufklärung an. „Unsere Behörden werden alles tun, um den Vorfall aufzuklären“, sagte Laschet am Freitag vor Journalisten in Düsseldorf. Er sprach den Hinterbliebenen und Betroffenen sein Beileid aus. „Das lässt einen im Tagesgeschäft innehalten und an die wirklich wichtigen Dinge im Leben denken.“

Drama in NRW: Fünf tote Kinder in Wohnung gefunden - Düstere Details aus Vergangenheit offenbart

Update vom 4. September, 11.26 Uhr: Noch immer gibt es viele Fragen in dem Drama um die fünf toten Kinder, die im nordrhein-westfälischen Solingen in einer Privatwohnung aufgefunden wurden. Die Obduktion der Kinder soll nun Aufklärung geben darüber, wie die Kinder im Alter von 18. Monaten, zwei, drei, sechs und acht Jahren zu Tode gekommen sind. Unter Verdacht steht die 27-jährige Mutter. Wie die Bild jetzt berichtet soll die Polizei bereits vor Monaten auf die Familie aufmerksam geworden sein.

Scheinbar hatte der Vater der jüngeren Kinder bereits Ende April 2020 versucht, sich das Leben zu nehmen. Diesen Versuch soll die junge Mutter damals aber verhindert haben. Die Polizei soll damals Hilfe angeboten haben, die von dem Ehepaar aber nicht in Anspruch genommen wurde. Das berichtet Bild.de.

Solingen/NRW: Fünf tote Kinder in Wohnung gefunden

Update vom 4. September, 9.33 Uhr: Fünf Kinder tot - und ihre Mutter unter Verdacht: Nach dem Verbrechen von Solingen rückt nun die Aufklärung in den Mittelpunkt. Die Ermittler wollen Nachbarn befragen und bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag über die Hintergründe des Falls informieren. In der Nacht hatten bedrückte Menschen weitere Kerzen vor dem Eingang des Mehrfamilienhauses gezündet, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Der Fall deutet nach Ansicht des Kriminalexperten Axel Petermann auf Hilf- und Perspektivlosigkeit der Mutter hin*. Mögliche Warnzeichen für die Tat seien zudem womöglich wegen der Coronavirus-Pandemie nicht rechtzeitig erkannt worden, sagte Petermann der Deutschen Presse-Agentur. So sei beispielsweise denkbar, dass durch das Ausfallen von Schulunterricht und Kindergartenbetreuung Mechanismen nicht greifen konnten, die sonst Hilfe oder Unterstützung ermöglicht hätten.

Drama in NRW: Mutter soll fünf ihrer Kinder getötet haben - eines der Kinder rettete sich zur Großmutter

Update vom 4. September, 6.59 Uhr: Vor dem Drama in Solingen (siehe Ursprungsmeldung) war ein weiterer Sohn der 27-jährigen Mutter laut Polizei mit ihr bis zum Düsseldorfer Bahnhof und von dort alleine weiter zu seiner Großmutter nach Mönchengladbach gefahren. Demnach befindet sich der Elfjährige in einem „sicheren Familienumfeld“.

Die Großmutter, die kurz zuvor im Kontakt mit ihrer Tochter stand, alarmierte die Polizei. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung teilte sie den Beamten mit, dass ihre Tochter ihre Kinder getötet habe und nun mit einem weiteren Kind unterwegs sei, um sich umzubringen. Daraufhin fanden Beamten am frühen Nachmittag die fünf Leichen in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.

Drama in Solingen mit fünf toten Kindern: 40 Polizisten vor Ort

Laut Polizei handelt es sich bei den getöteten Kindern um drei Mädchen im Alter von 18 Monaten, zwei und drei Jahren sowie um zwei Jungen von jeweils sechs und acht Jahren. Ihre Todesursache werde „im Rahmen der Ermittlungen und einer Obduktion geklärt“. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen vor Ort und nahm umgehend die Ermittlungen nach den Umständen und Hintergründen der Tat auf.

Drama in NRW: Mutter soll fünf ihrer Kinder getötet haben - „Rettungskräfte kamen weinend wieder raus“

Update vom 3. September, 22.40 Uhr: Hat die 27-jährige Mutter aus Solingen ihre fünf Kinder vergiftet? Wie bild.de berichtet, gibt es nach ersten Erkenntnissen der Ermittler keine sichtbaren Verletzungen an den Leichen der fünf Kinder im Alter von einem bis acht Jahren. Deswegen steht die Vermutung einer Vergiftung im Raum. Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung steht jedoch noch aus.

Drama in NRW: Solingens OB besucht den Tatort mit fünf toten Kindern - „unfassbar und unbegreiflich“

Update vom 3. September, 20.00 Uhr: Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach besuchte noch am Donnerstagabend das Haus, in dem die Polizei am Mittag fünf Kinder tot aufgefunden haben. „Es ist für mich immer noch unfassbar und unbegreiflich“, schreibt der SPD-Politiker auf seiner Facebook-Seite. Für seine Stadt Solingen sei heute ein Tag der Trauer. Kurzbach berichtet weiter, er habe vor dem Haus eine Kerze für die Verstorbenen angezündet und bitte alle Bewohner von Solingen heute Abend das Gleiche zu tun.

Focus.de sprach in der Zwischenzeit mit Anwohnern, welche die Ankunft der Polizei beobachtet haben. Demnach haben die Einsatzkräfte die Tür mit einer Brechstange aufgebrochen und seien in die Wohnung gegangen. „Als dann Polizisten und Rettungskräfte weinend wieder rauskamen, war uns klar, dass etwas Schlimmes passiert sein muss", sagte ein Anwohner dem Portal. Die Polizei gab inzwischen bekannt, dass man Kontakt zum Vater der getöteten Kinder hergestellt habe. Nähere Informationen wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

Solingen/NRW: Fünf tote Kinder - Polizeipräsident spricht von „erschütternder Dimension“

Update vom 3. September, 16.44 Uhr: Auch Solingens Polizeipräsident Markus Röhrl zeigte sich getroffen von den Ereignissen: „Das ist eine erschütternde Dimension.“ Seines Wissens nach sei „bei uns im Bergischen noch nie zuvor je so etwas vorgekommen“, sagte Röhrl gegenüber der dpa. Zur Todesursache der fünf Kinder könne die Polizei zum jetztigen Zeitpunkt noch keine Auskunft geben.

Nach Bild-Informationen soll es sich bei den Opfern um drei Mädchen im Alter von einem, zwei und drei Jahren, sowie zwei Jungen im Alter von sechs und acht.

Solingen: NRW-Innenminister Reul schockiert von „Familiendrama" - „erfüllt mich mit großer Trauer"

Update vom 3. September, 16.21 Uhr: Was zuvor bereits von mehreren Medien spekuliert worden war, wurde jetzt auch teilweise von der Polizei bestätigt. Wie der Sprecher der zuständigen Polizei Wuppertal bekannt gab, gilt die Mutter der fünf in Solingen tot aufgefundenen Kinder als Tatverdächtige. Ebenso erklärte er, dass die Frau danach versucht habe, sich selbst umzubringen, indem sie sich vor eine S-Bahn warf. Die 27-Jährige überlebte den Versuch, wurde von der Feuerwehr geborgen und in ein Krankenhaus gebracht.

Auch Herbert Reul (CDU), der Innenminister von Nordrhein-Westfalen hat sich im mittlerweile zu den Geschehnissen in Solingen geäußert: „Das Familiendrama von Solingen erfüllt mich mit großer Trauer, und im Moment bin ich mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet bei fünf kleinen Kindern, die so furchtbar früh aus dem Leben gerissen wurden“, sagte der 68-Jährige am Donnerstag in Düsseldorf.

Solingen/NRW: Fünf Kinder tot aufgefunden - Großmutter rief wohl die Polizei

Update vom 3. September, 15.22 Uhr: Jetzt gibt es erste Details zu dem Fund von fünf toten Kindern in Solingen. Nach Bild-Angaben rief die Oma der Kinder aus Mönchengladbach die Polizei. Sie soll gesagt haben, dass ihre 27-jährige Tochter fünf ihrer Kinder getötet haben soll. Sie sei mit einem weiteren Kind unterwegs, um Selbstmord zu begehen.

Dem Bericht nach fand die Polizei anschließend die toten Kinder in der Wohnung. Sie sollen ein, zwei, drei, sechs und acht Jahre alt sein.

Solingen/NRW: Fünf tote Kinder gefunden - neue Details bekanntgegeben

Die Mutter sprang dem Bericht nach am frühen Nachmittag in Düsseldorf vor eine S-Bahn. Sie überlebte schwer verletzt und steht unter Polizeischutz. Momentan soll sie nicht ansprechbar sein. Darüber hinaus soll ein weiteres Kind im Alter von 11 Jahren unversehrt bei der Großmutter aufgefunden worden sein. Auch die Deutsche Presse-Agentur berichtet mit Verweis auf Sicherheitskreise.

Die Spurensicherung betritt das Mehrfamilienhaus in Solingen, wo die Polizei zuvor fünf tote Kinder aufgefunden hatte.

Drama in Solingen/NRW: Fünf tote Kinder in Privatwohnung entdeckt

Erstmeldung: Solingen - In Solingen in Nordrhein-Westfalen ist eine schlimme Entdeckung gemacht worden. Es wurden die Leichen von fünf toten Kindern gefunden. Das bestätigte die Polizei in Wuppertal am Donnerstag. Die Ermittler gehen nach ersten Erkenntnissen von einem Verbrechen aus.

Solingen: Schrecklicher Fund in NRW - Fünf tote Kinder in Wohnung entdeckt

Die Kinder seien in einer Privat-Wohnung entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher. Wer die Kinder entdeckte, blieb dabei unklar. Auch Angaben zur Todesursache und zu möglichen Verdächtigen oder etwaigen Festnahmen wurden bislang nicht gemacht. Ebenso gibt es bislang keine Informationen zum Alter der Kinder oder zu den Eltern.

Die Leichen wurden demnach in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gefunden. Polizei und Rettungskräfte sind vor Ort.

Solingen liegt im Bergischen Land, rund 35 Kilometer von Düsseldorf entfernt. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Erst im Mai waren zwei tote Kinder in Niederbayern gefunden. Ebenfalls grausam war der Tod von Kim Wall. Mehr als drei Jahre nach der Tat gestand Peter Madsen den Mord an der Journalistin auf seinem U-Boot.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/picture alliance

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